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Wie unterscheidet man ein gutes von einem schlechten Fahrrad? Wie wichtig ist der Rahmen? Was muß ein Fahrrad kosten? Worin besteht der Unterschied zwischen einem Mountain- und einem Trekkingbike? Fragen, die den Fahrradkauf wird immer schwieriger machen, selbst Händler verlieren manchmal den Überblick.

Daher wollen wir nach dem idealen Fahrrad suchen. In der ersten Folge geht es um den Preis und den Ort für den Fahrradkauf. Das Angebot war verlockend: 99 Euro für ein straßenfertiges Mountainbike. Sogar eine Lichtanlage und Schutzbleche sah man auf der Abbildung in der Wurfsendung, die eines Tages im Briefkasten steckte.

Also nichts wie hin zum Supermarkt um die Ecke. Vier gelbe Scheine reichten wir für zwei Bikes über das Laufband an der Kasse - zwei Euro und einen Bon bekamen wir zurück.

„Gilt als Garantie“ sagte die Kassierin noch, in der Werbung stand sogar etwas von lebenslanger Garantie auf Rahmen und Gabel. Es sah alles nach einem besonders guten Schnäppchen aus. Warum sollte man denn auch viel Geld ausgeben, wenn der Fahrradspaß günstiger zu haben ist.

Doch lange hielt die Freude nicht. Bei dem einen Rad brach bereits nach 50 Kilometern die rechte Pedale ab. Da die Tretkurbel aus sehr weichem Material war, wurde das Pedalgewinde so stark beschädigt, daß Pedale und Kurbel erneuert werden mußten. Nur war das Dreifach-Kettenblatt auch noch fest mit der defekten Kurbel verschweißt (bei teureren ist sie verschraubt).

Reklamieren half nichts. Im Markt hieß es, wir hätten die Pedale falsch angeschraubt. So kauften wir eine neue Garnitur samt Kettenblatt, selbst in der preiswertesten Ausführung kostet das 30 Euro.

Das zweite Rad hielt immerhin zehnmal länger. „Erst“ nach 500 Kilometern lockerte sich dann die Hinterradachse. Auch durch Nachjustieren ließ sich sie sich nicht mehr feststellen, sie lockerte sich immer wieder. Einige Kugeln des Lagers waren zerrieben. Die Folge: Die Hinterradnabe mußte ausgetauscht werden. Der Fachhandel rät in solchen Fällen gleich ein neues Hinterrad zu kaufen. Das ist billiger als eine Reparatur, kostet aber auch noch etwa 50 Euro.

Damit wurden die vermeintlichen Supermarkt-Schnäppchen etwa so teuer wie ein seriöses Sonderangebot beim Fachhändler. Zwischen dem Großmarkt und einem Fahrradladen gibt es einen großen Unterschied. So mag es dem Markt-Verkäufer letztlich gleich sein, ob der Kunde mit dem Rad unzufrieden ist. Er wird schon wiederkommen, vielleicht um Lebensmittel zu kaufen. Der Fachhändler hingegen muß von seinem speziellen Angebot und von seiner Dienstleistung - insgesamt also von seinem gutem Ruf - leben. Auch er führt preiswerte Räder, doch wird ein Händler, der seine Kunden behalten will, immer auf ein Mindestmaß an Qualität achten. Schlechtes Material blockiert nämlich auf Dauer seine Werkstatt und verursacht nur Kosten.

Außerdem hilft ein guter Händler bei kleineren Problemen sofort. Das Einstellen einer Schaltung zum Beispiel sollte in kurzer Zeit möglich sein. Ein guter Fachhändler geht auch auf Sonderwünsche ein. Eine Probefahrt sollte immer möglich sein, ebenso ein Austausch bestimmter Komponenten, eventuell gegen einen entsprechenden Aufpreis. Zudem werden die Räder werden die Räder immer fahrbereit verkauft und nicht in einem vormontierten Zustand, wie man sie in den Super und Baumärkten des öfteren findet. Dort sind die Verkäufer nicht immer für eine Beratung geschult worden oder von sich aus engagiert. So erfährt der Käufer auch nur selten, daß er alle Schrauben am Rad nach 100 Kilometern noch einmal festzuziehen hat. Beim Fahrradhandel ist diese Erstinspektion meist schon im Kaufpreis enthalten.

Um Mißverständnissen vorzubeugen: Es ist natürlich nicht alles Schund, was in den Märkten angeboten wird und nicht jeder Fachhändler ist eine Perle. Genau deshalb wollen wir hier einzelne Punkte vorstellen, an denen der potentielle Käufer ein gutes Rad von einem schlechten unterscheiden kann.

 
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