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Taschen nicht nur für Weltenbummler

Karten, Kekse und noch jede Menge Kleinkram, nichts Wichtiges darf auf einer Fahrradtour fehlen. Was beim Tagesausflug vielleicht noch in den Korb oder in einen Rucksack gestopft werden kann, muß bei einer längeren Reise besser verteilt werden. Am besten in Satteltaschen.

 

Besonders beliebt sind wasserdichte Ausführungen, zumal deren Aufhängungen in den vergangenen Jahren auch stetig verbessert wurden. Baumelten vor Jahren noch die Taschen an zwei Haken, die bloß auf einer Plastikplatte vernietet waren, sind heute (stufenlos) verschiebbare Haken auf einer Schiene Standard.

Die heutigen Serien halten deshalb schon so einiges aus. Manche Hersteller geben deshalb auch zehn Jahre Garantie (Vaude) oder gar eine lebenslange Gewährleistung (Bach). Und wie die eigene Erfahrung zeigt, treibt dieser Service die Firmen nicht in den Ruin, denn gute Taschen halten oft länger als das benutze Fahrrad. Einzige Schwachstelle vieler Taschen sind und bleiben die (oft aufspringenden) Vernietungen.

Es kann deshalb nicht schaden, zu hochwertigen Produkten zu greifen. Allerdings sollte man beim Blick aufs Preisschild keinen Schreck bekommen. Denn wird eine komplette Ausrüstung benötigt (zwei Satteltaschen fürs Hinterrad, zwei kleinere fürs Vorderrad, eine Lenkertasche und vielleicht noch einen wasserdichten Sack, den man auf den Gepäckträger schnallt), ist man schnell 700 Mark los. Natürlich geht´s auch billiger. Doch wer viel fährt und auch Schotterpisten nicht scheut, sollte woanders sparen.

Das beste Einsparpotential besteht freilich darin, erst gar nicht soviel mitzunehmen und auf diese Weise auf die Vorderradgepäcktaschen verzichten zu können (für die man ohnehin meist auch noch einen passenden Träger für mindestens 100 Mark kaufen muß). Ein Paar Hinterradtaschen kosten etwa zwischen 150 bis 250 Mark. Dafür bekommt man dann auch einen "Kofferraum" mit bis zu 50 Liter Volumen. Noch mehr Stauraum bieten Kombinationen mit einem Topcase, welche beispielsweise durch einen Reißverschluß mit den Satteltaschen verbunden werden. Globetrotter kann dieses System allerdings nicht begeistern, denn die Qualität läßt oft zu wünschen übrig. Besonders, wenn man ein vermeintliches Schnäppchen im Supermarkt oder Kaufhaus gekauft hat. Eine der wenigen Ausnahmen stellen die Kombis der Firma Haberland dar (Tel. 04763 / 94 44-0 ; Internet: www.haberland.de).

Sehr praktisch für die Kamera und Ausweise ist eine Lenkertasche (ab 100 Mark), die nochmals 10 Liter zusätzlichen Stauraum bringt. Jedoch sollte sie nicht auf Biegen und Brechen vollgestopft werden.

Doch zurück zu den Satteltaschen. Besonders wichtig ist eine solide Aufhängung. Sonst kann sich die Tasche während der Fahrt lösen. Gute Haken verwendet die Firma Ortlieb mit "Quick-Lock" oder auch der Ausrüster "Vaude" mit dem System "Quick-Mountain-Release", die sich in Handhabung und Qualität nur marginal unterscheiden. Das neue "Quick-Lock II"-System bietet zusätzlich einen horizontal wie vertikal verschiebbaren unteren Haken an (normale Befestigungen lassen sich nur horizontal einstellen). Mit "Quick-Lock II" paßt die Tasche jetzt an jeden Träger, und das ohne Werkzeug benutzen zu müssen. Der Clou: Wer öfters zwischen Motorrad und Fahrrad wechselt, braucht so nur noch ein Paar Taschen. Ortlieb hat noch etwas zu bieten, was für deren Produkte spricht: Für 60 Mark bekommt man ein Rücken-Tragesystem, welches jede Packtasche aus dem eigenen Programm in einen Rucksack verwandelt.

Einen Sonderweg, zumindest für Vorderradtaschen - geht man bei der Firma Haberland. Dort bevorzugt man das "Quick-Snap-System" von Hebie, bei dem die Taschen auf einen Metallträger geschoben werden, welcher zuvor fest am Fahrrad montiert wurde. Uns konnte das System nicht überzeugen, zumal es nicht an jeden Träger paßt. Auch bringt der verchromte Halter zusätzliches Gewicht ans Fahrrad. Und wer gerne einmal die Vorderradtaschen ans Hinterrad heften möchte, muß erst einmal wieder schrauben. Sollte dann auch irgendwann einmal die Plastikschiene auf der Rückwand der Tasche herausbrechen, läßt sich diese unterwegs auch nur sehr schwer reparieren. Anders bei Haken auf einer Schienen.

Keine Frage: Ortlieb ist der deutsche Hersteller für wirklich wasserdichte Taschen (Tel. 09872 / 800-0; Internet: www.ortlieb.de), mit der besten Qualität, der längsten Erfahrung und der größten Auswahl. Lange Zeit galt der rote symmetrische, ursprünglich aus LKW-Planen gefertigte Sack, aufgrund der Farbe und des Rollverschlusses in aller Welt als das Markenzeichen für deutsche Radler. Heute gibt es mehrere "Nachahmer" wie Vaude (07542 / 5306-0 ; Internet: www.Vaude.de) oder auch neuestens Haberland, deren Taschen sich doch stark an dem Erfolgskonzept von Ortlieb orientieren. Die gummiartigen Kulturbeutel haben übrigens einen entscheidenden Nachteil gegenüber klassischen Codura-Nylon- oder gewachsten Baumwolltaschen. Wasserdicht bedeutet natürlich auch, daß Kondenswasser nicht nach außen dringen kann, so "schwitzt" manches Pausenbrot kräftiger als der Radler.

Doch viel schwerer wiegt: Nicht jeder mag das an ein Känguruh erinnernde Beutelsystem, in den man alles hineinstopft und jedes Mal alles herauskramen muß, um das Werkzeug, die Stulle oder den Farbfilm zu finden. Zwar bieten Ortlieb und auch Haberland mittlerweile zusätzliche Außentaschen an, doch die Vielfalt einer genähten Nylon-Tasche mit zahlreichen Reißverschlüssen können sie (noch) nicht bieten.

Gegen Regen kann man auch die nicht wasserdichten Taschen schützen. Spezielle Überzüge, wie sie beispielsweise die Firma Jeantex für knapp 40 Mark (Paarpreis) offeriert, halten schon so einiges ab. Weiterer Vorteil: Auch nach einer Schlammschlacht kann man die Taschen mit ins Zelt nehmen, während die wasserdichte und völlig verdreckte Variante, erst einmal unter die Dusche muß. Einige Hersteller haben den Regenschutz bereits in den Taschendeckel integriert.

Positiv aus der Rolle auf dem schon nicht mehr leicht zu überblickenden Radtaschenmarkt fällt der schicke Alukoffer "Velo-Case" der gleichnamigen Firma (Tel./Fax 02191 / 343336; Internet: www.come.to/velo-case). Hergestellt werden die stabilen, abschließbaren Transportbehälter in der Kölner Kofferfabrik Rimowa. Genaugenommen sind sie sind nicht wasser-, sondern nur regendicht, wie Entwickler Rüdiger Gabriel betont. "Trotzdem können Sie im Case Goldfische transportieren." Im Gegensatz zu den Weichteilen sei so ein harter Reisekoffer vielseitiger einsetzbar, sagt Gabriel: "Als Aktenkoffer, Flight-Case oder Fototasche". Durch die Vielseitigkeit relativiert sich dann auch ein wenig der Preis von knapp 400 Mark (pro Stück!).

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