Bemerkenswerte Neuigkeiten rund um die Radhose

Bei einer Radhose ist heutzutage ein Fleecestoff die Standardeinlage. Die Namen und Herstellungsverfahren unterscheiden je nach Anbieter. Descente nennt es beispielsweise „Airstripe“ und Gore Bike Wear „Monolith“.

Das früher oft verwendete Leder findet man nur noch selten. Der Kunststoff ist weicher und vor allem pflegeleichter, man muss es nach der Wäsche nicht unbedingt eincremen (obwohl es spezielle Cremes gibt) und besonders wichtig: Es trocknet erheblich schneller als so ein Lederlappen.

Denn aus hygienischen Gründen sollte man - wenn möglich - die Radhose nach jeder (Tages)Tour waschen. Die oft als antibakteriell deklarierten Einlage ist nämlich kein Wunderding. Bakterien können auf Dauer auch dem Material zusetzen, ganz abgesehen vom nicht sehr angenehmen Geruch. Und gegen Po-Schmerzen hilft in erster Linie auch nicht die Einlage sondern ein vernünftiger Sattel.

Hersteller wie Gonso verwenden beim Innenpolster ausschliesslich ein Polyesterfleece. Andere Anbieter setzen im vorderen Bereich Frottee ein. Dieser Stoff ist billiger, wird allerdings auch schneller beim Schwitzen nass, was gerade in diesem sensiblen Bereich Probleme bereiten kann.

Der Einsatz von synthetischen Materialien hat den entscheidenden Vorteil, dass der Schweiß schnell abgeleitet werden kann, das Material besser gegen den Fahrtwind schützt, bestenfalls sogar atmungsaktiv und wasserdicht ist. Ganz wesentlich ist auch, dass es sehr schnell trocknet.

Mit Naturfasern ist dies nicht zu erreichen, die eingesetzten Stoffe sind deshalb Produkte der chemischen Industrie und heißen etwa Sensitive, Absorbtex, Supplex oder Coolmax: Feine High-Tech-Fasern, die sich besonders dicht weben lassen und zum Teil wie beim Coolmax auch über eine Kapillarfunktion verfügen, die die Feuchtigkeit von der Haut weg führt.

Weiteres Qualitätsmerkmal einer guten Hose ist die Antirutschnaht am Bein. Damit wird verhindert, dass sich das Hosenbein beim Treten nach oben bewegt.

Eine besondere Klimahose kommt im Frühjahr 2000 auf den Markt. Gleich mehrere Hersteller verwenden in ihren Hosen ein aus der Raumfahrt kommendes Material. Phase Change Material (PCM) heißt es und verändert je nach Temperatur den Aggregatszustand (wie berichtet). Der Schaum ist mit Mikrokapseln gekoppelt, die die Temperatur um einen Bereich von sechs Grad regulieren können. Erhöht sich die Körpertemperatur, wird überflüssige Wärme gespeichert. Sinkt die Temperatur, wird die zuvor gespeicherte Wärme abgegeben, so Roland Stadelmann von der Firma Descente.

Erste von uns durchgeführten Tests des „Cool-Pads“ mit nicht informierten Probanden zeigten zumindest subjektiv ein kühlenden Gefühl. Während das mit dem Cool-Pad noch nachvollziehbar ist, wird´s bei einer weiteren Erfindung schon schwieriger. Der Bayer Walter Zapf hat einen Chip entwickelt, der - in die Radhose oder ins Trikot eingenäht - zu mehr Leistung führen soll (Werbespruch: Mehr drin, besser drauf!).

Dieser Chip der Firma Urmoor aus Lindau soll vor allem die Sauerstoffversorgung während der Spitzenbelastung optimieren. Auf Deutsch: Es kommt nicht mehr zu einem Muskelkater. Wie genau das geschieht, bleibt das Geheimnis des Walter Zapfs, der sieben Jahre daran geforscht hat. Denn auch die Erklärung, dass dieser Chip „durch die Übertragung einer harmonischen Resonanzfrequenz der Sauerstoffinformation wirkt“, ist wissenschaftlich gesehen, ziemlich unwissenschaftlich. „Das ist das Problem“, sagt Zapf, „dass der Kunde etwas bekommt, was er nicht versteht, was aber wirkt“. Woraus der Biochip, der etwa so groß wie ein Zwei-Mark-Stück ist, wirklich besteht, will Zapf nicht verraten. So bleibt doch so lange Skepsis, bis man einen Selbstversuch wagt. Es soll jedoch hervorragend funktionieren. „Wir sind doch keine Esoteriker“, wehrt sich Zapf, gegen die Skeptiker.

Bereits viele Sportler setzen auf diese Art der Leistungssteigerung. Egal ob Triathleten, die Deutsche Damen Ski-Nationalmannschaft, der Bayerische Leichtathletikverband, das Deutsche Biathleten-Team oder auch die Girls vom nationalen Ski-Team der USA. So manche Goldmedaille soll der Chip zumindest unterstützt haben.

Bei Gonso wird das Wunderding in die Hose und ins Trikot eingenäht. Und der Konkurrent Puma wird demnächst einen Schuh mit eingepflanztem Chip herausbringen. In Zukunft kann man auch auf den Chip ganz verzichten, denn die Information soll bereits in die Textilfaser quasi eingewebt werden, sagt Zapf.

Ob das ganze Humbug oder Placebo ist und was es wirklich medizinisch bewirkt, soll demnächst in einer Studie der Uni Bayreuth untersucht werden.

Ganz praktisch für Männer mit schwacher Blase ist eine neue patentierte Erfindung der italienischen Firma Biemme. Dort hat man sich Gedanken über das kleine Geschäft gemacht. Besonders bei Trägerhosen ist das Ausziehen lästig, um kurz Wasser lassen zu wollen. Ein kleiner Schlitz in der Radhose von ¾-Hose, ähnlich einem Eingriff in einen Slip, garantiert schnellen Zugriff.