Winterfest Radeln - mit passender Ausrüstung sicher möglich

Immer öfter sieht man Radfahrer auch im Winter auf den Straßen. Der Trend hält an und wer sich richtig ausrüstet, kommt auch gut durch einen schneereichen Winter. Was braucht man aber für die tägliche Fahrt bei Schnee und Eis?

Moderne Funktionskleidung ermöglicht auch längere sportliche Aufenthalte bei niedrigen Temperaturen. Dass sie nach bewährter „Zwiebeltaktik“ getragen werden sollte, ist weitläufig bekannt. Fahrradhelme sind ebenfalls wintertauglich geworden: Einklettbare Fleecemützen (z. B. Winterkit von Abus) und Ohrenschützer halten den Kopf warm. Gegen kalte Finger helfen natürlich Handschuhe. Mittlerweile gibt es auch beheizbare Handschuhe (Thermo Gloves), die dank eines Akkus bis zu fünf Stunden Wärme liefern sollen.

Auch das Sportgerät trotzt Schnee und Eis: „Hydraulische Scheibenbremsen sorgen bei jeder Witterung für maximale Verzögerung und sind heute selbst in der Einsteigerklasse serienmäßig vorhanden. Durchgängig verlegte Schaltzughüllen minimieren die Eingangspforten für Schmutz und Wasser.

Sehen und gesehen werden, ist im Winter sehr wichtig. Eine Warnweste zu tragen kann nicht schaden und 60 Lux-LED-Scheinwerfer strahlen auf Schnee noch beeindruckend heller. Ob man das neue Tagfahrfahrlicht von Busch und Müller braucht, ist umstritten. Wir halten davon nichts, sondern raten dazu, die normale LED-Beleuchtung einfach auch am Tage an zu lassen. Doch die beste Beleuchtung bringt nichts, wenn sie noch mit einem Uralt-Seitendynamo angetrieben wird. Ein Nabendynamo ist im Winter fast so wichtig wie die richtigen Schlappen fürs Rad.

Für Radfahrer gibt es keine Winterreifenpflicht. Doch gutes Profil gibt Sicherheit. Breite Reifen wühlen sich besser durch den Schnee. Reifenbreiten von 2,25 Zoll (ca. 57 mm) und mehr erhöhen die Auflagefläche und bieten damit mehr Traktion und Sicherheit“, erklärt Butch Gaudy, Mountainbike-Pionier und Gründer des Fahrradherstellers MTB Cycletech.

WinterbikingSpikesreifen werden immer beliebter. Immer mehr Hersteller bieten sie an. Allerdings mit unterschiedlich guter Qualität. Unverwüstlich sind weiterhin die Produkte von Nokian Tyre ("Made in Finland"). Es müssen auch nicht unbedingt gleich 360 Nägelchen pro Reifen sind. Auch ein Kranz an der Außenflanke bringt bereits mehr Stabilität. Wer nur einen Spikesreifen hat, sollte ihn jedoch am Vorderrad montieren, da ein Ausbrechen fast zwangsläufig zum Sturz führt. Während man in Skandinavien Spikereifen in fast jedem Baumarkt bekommt, führen hierzulande selbst Fachhändler nur selten Spikes auf Lager. Beim Kauf sollte man auch darauf achten, ob die Spikes auch ausgetauscht werden können. Nokian Tyre bietet für seine Reifen für ein paar Euro Ersatzspikes an. Dumm nur, wenn jetzt Schnee liegt und man gleich mit den Nägeln losfahren möchte. Spikesreifen müssen nämlich erst mal auf Asphalt schonend für 50 km eingefahren werden.

Auch im Winter noch wichtiger als im Sommer ist ein Rückspiegel. Am Rad selber braucht man nicht viel zu warten. Es kann allerdings vorkommen, dass die Bowdenzüge einfrieren. Gutes Fetten im Herbst vermeidet diese Probleme. 

Bei viel Schnee und Matsch kann die Kette durchrutschen. Dagegen hilft leider nur wenig. Da die Kränze immer mehr Gänge haben müssen, werden die Abstände zwischen den Ritzeln immer enger. Die Folge: Eis setzt sich in den Ritzen fest. Beheizte Ritzel gibt es noch nicht. Im Vorteil sind Besitzer einer Nabenschaltung. 

Doch wie auf dem Rad sitzen? „Den sichersten Stand in technischen Passagen hat man in der Grundposition, auch zentrale Position genannt“, weiß Jan Zander, MTB-Fahrtechniklehrer aus Göttingen. „Dabei wird im Stehen gefahren, die Kurbeln sind waagerecht, der „Schokoladenfuß“ steht vorn, Arme und Beine sind fast durchgestreckt – der Körperschwerpunkt ist dann zentral über dem Bike. Auf längeren Trail-Abfahrten sollte unbedingt der Sattel abgesenkt werden, das erhöht den Bewegungsspielraum auf dem Rad.“ Im Winter sorgen große Plattform-Pedale für zusätzliche Sicherheit: „Die Auflagefläche mit Edelstahl-Pins gibt ordentlich Halt.

 

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