Ladegerät für Nabendynamo im Test

Der moderne Radfahrer von heute ist vernetzt, man könnte auch sagen: verknotet. Denn das Kabelchaos nimmt mittlerweile auf einer längeren Radreise den Raum einer halben Satteltasche ein. Mit dabei: Kabel, Ladegeräte, Akkus usw. Da es keinen Standard gibt, muss für jedes Gerät (sei es Camcorder, Kamera, PDA, GPS, Handy) eine eigene Stromversorgung und eigene Akkus mitgenommen werden. Und ist dann doch mal einer Stromquelle in der Nähe, heißt es warten. Hoffentlich hat man auch noch den Verteiler eingesteckt, damit man auch gleichzeitig mehrere Akkus und Geräte aufladen kann. Ein Umwandler für den Nabendynamo verspricht Abhilfe. Wir haben ihn getestet.  

ADA-BikeconverterADA Bikeconverter heißt dieses kleine Gerät. Es ist nicht viel größer als zweieinhalb Kleinbildfilmdosen und passt an den Rahmen oder Lenker. Verbunden wird es mit dem Nabendynamo. Die Kabel werden dort in die vorhandene Verkabelung eingeklemmt oder eingesteckt.  Das Gehäuse wird mit elastischem Klettband an der gewünschten Stelle des Fahrrads angebracht.

Der Hintergedanke der Erfindung ist, dass der Nabendynamo am Tag nicht gebraucht wird und deshalb in dieser Zeit für Ladetätigkeiten genutzt werden kann.  Der zusätzliche Widerstand durch die Benutzung des Nabendynamos ist auch bei guten Geräten meist gar nicht mehr spürbar. Die Stromquelle ist also vorhanden, die Abnehmer auch, man muss sie halt nur zusammenbringen.  Genau das macht der ADA Bikeconverter.

Erfunden hat dieses Gerät der Berliner Peter Braun. Seit fast zwei Jahren ist nun bei mir das Gerät (genauer gesagt der Prototyp) im Einsatz. Bisher hat er mich auf mehreren Sommer- als auch Winterradtouren begleitet. Es gab nie Probleme. Auch nicht bei Dauerfrost und Dauerregen. Bei etwa 8-10 km/h fängt der Converter an, Strom ans Ladegerät zu schicken. In meiner Version verfügt das Gerät "nur" über einen handelsüblichen 12-V-Anschluss, wie man ihn vom Auto herkennt ("Zigarettenanzünder"). Die Serienversion gibt es auch alternativ mit einem USB-Anschluss. 

Getestet wurde das Gerät mit einem S.O.N.-Nabendynamo. Welche Leuchte angebracht ist, spielt dagegen keine Rolle. Das einzige Wichtige: Sie muss abschaltbar sein, denn beides geht nicht: Beleuchtung und Ladung. 

Apropos Abschaltung: Um Schäden an den Ladengeräten und elektronischen Verbrauchern auszuschließen, schaltet sich der Konverter ab einer bestimmten Höchstgeschwindigkeit ab. Bei meinem Gerät ist dies bei 24-26 km/h der Fall. Da dies extra von Peter Braun so eingestellt wurde, kann ich keine Aussage darüber machen, wo die Grenze bei dem Serienprodukt liegen wird. 

Was kann man alles mit dem Konverter aufladen?

Angeschlossen habe ich ein handelsübliches Ladegerät für Mignon und Mikrobatterien. Sehr hilfreich, um das Kabelchaos (und das Gewicht) einzuschränken, ist ein Ladegerät, welches mehrere Batterietypen aufnimmt. Sinvoll ist auch eine kleine LED-Anzeige, so dass man sieht, dass ein Ladestrom fließt. Praktisch ist in diesem Zusammenhang das Universalladegerät Pixo C2 (50 Euro; bekommt man unter anderem bei Conrad, aber woanders aber auch billiger). Dieses verfügt auch über eine USB-Buchse. So kann man sowohl Camcorder Akkus oder Mignon oder Mikro-Akkus, als auch über den USB-Anschluss etwas aufladen. Bei mir zum Beispiel die Handyakkus oder das GPS. PDA-Akkus lassen sich damit leider nicht laden. Die werden nun bei mir über den Umweg eines Mignon-Akkupacks (welches 4 Mignon enthält) aufgeladen. Was leider nicht geht, ist das Laden von Notebookakkus. Dafür reicht der vom Nabendynamo gelieferte Ladestrom nicht aus. Schade, aber halt nicht zu ändern. 

Wie lange ein Ladevorgang am Rad dauert, hängt natürlich von vielen Faktoren ab, also wie schnell man fährt, wie lange man am Tag unterwegs ist und wie oft sich der Bikeconverter während der Fahrt durch Geschwindigkeitsunter- oder überschreitung ausstellt. Aber das Wichtigste ist: Es klappt.  Deshalb kann ich das Gerät für Vielradfahrer empfehlen. Unter anderem auch für touristische Unternehmen, die beispielsweise Touren mittels GPS-Geräte anbieten möchten.

Achso eine Idee hätte ich noch: Da ich viel mit Boot und Bike unterwegs bin, und das Fahrrad dann nicht als Ladestation genutzt werden kann, wünschte ich mir eine Vorrichtung, mit der man das Vorderrad als Wasserrad in einem Fluss oder Bach nutzen kann. Zu abwegig? Aber man darf ja mal träumen, oder? 

 Hier die technischen Daten:

  • Durchmesser ca. 35mm
  • Länge des Gehäuses ca. 110mm
  • Gewicht ca. 110 g
  • Output ca. 2,5 Watt
  • An der Vorderseite ist eine „Zigarettenanzünderbuchse“ oder eine „USB-Buchse“ eingebaut
  • An der Rückseite befindet sich eine Niedervoltbuchse

Wichtig

  • Der Converter funktioniert nur in Verbindung mit einem Nabendynamo!
  • Der Converter funktioniert nur, wenn die Beleuchtung abgeschaltet ist!
  • Die Beleuchtungsanlage darf keine Schutzbeschaltung gegen Spannungsspitzen haben, wie sie z.B. bei dem Lenkerschalter der Firma Nexus Verwendung findet!
  • Der ADA Bikeconverter ist gegen Feuchtigkeit und Wasser geschützt!
  • Der Converter ist stoßunempfindlich!

Preis: steht noch nicht fest

Liefertermin: noch offen 

Kontakt:  Peter Braun
Danckelmannstraße 1
14059 Berlin
Tel. 0179 - 59 11 086
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www.ada-bikeconverter.de


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