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Das E-Bike Victoria „Le Mans“ im Test

Das Rad sieht sportlich und solide aus: gedrehter Rahmen, solide Verarbeitung, Scheibenbremsen, 9-Gang Kettengetriebe; am breiten Lenker, der an ein Mountainbike erinnert, deutet nur ein etwas größerer Tacho darauf hin, dass es ein ganz besonderes Rad ist. Dort, wo die Trekking-Radler ihre Wasserflasche am Rahmen befestigt haben, liegt nahezu unauffällig der abnehmbare Akku. Am Tretlager hängt wie ein Wespennest der Bosch-Motor. Ein Rad zum Verlieben, wenn man es so stehen sieht.

Achim Köweker vom auf Elektrofahrräder spezialiserten Händlern e-motions technologies hat das Rad getestet: "Das Problem beginnt im Kopf: ich bin fast siebzig. Brauche ich „schon“ ein e-Bike? „Du doch nicht,“ lacht ein Radler-Freund, „du bist noch fit; in zehn Jahren vielleicht!“

Trotzdem, Versuch macht klug. Ich werde ausprobieren, wie weit Akku und Motor mich unterstützen können; hundert Kilometer habe ich mir vorgenommen. Ich will mich beim Radfahren anstrengen können, aber nicht immer anstrengen müssen; beide Möglichkeiten eröffnet mir die Bosch-Technik. Im dreistufigen Eco Modus unterstützt ein sanfter Rückenwind. Im Tour-Modus wird der Antrieb spürbarer, im Speed- und Sportmodus geht er kraftvoll zur Sache. Je mehr Tretkraft ich aufwende, desto stärker unterstützt mich der Motor.

 

Am Vorabend das Rad abgeholt und eine Runde gedreht: aus Hannovers Innenstadt hinauf auf den Kronsberg, das letzte Stück zum Gipfel beträgt die Steigung 18%. Im Sport-Modus brause ich mit knapp 20 km/h das steile Stück hinauf, muss allerdings auch kräftig mittrampeln und in den kleinsten Gang schalten. Nach insgesamt knappen 30 Kilometern, in denen ich alle Funktionen des Antriebs ausgetestet habe, bin ich Zuhause und weiß, dass ich das e-Rad fahren muss wie ein normales Fahrrad: klug und oft schalten, um Energie zu sparen und effektiv zu fahren. Wie leicht das geht: mal eben 30 Kilometer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 18,5 km/h! Ins Schwitzen gekommen bin ich dabei auch: von nichts kommt nichts.

Über Nacht muss das gute Stück in den Keller; ein Glück, dass das Rad mit 18 Kilo verhältnismäßig leicht und leicht zu tragen ist. Den Akku nehme ich in die Wohnung und lade ihn auf: Von fünf Akku-Einheiten habe ich eine verbraucht; nach einer knappen halben Stunde ist der Akku wieder voll.

Am nächsten Morgen geht’s los; der Wind bläst kräftig. Ich jage mit echtem und künstlichen Rückenwind im 30 km-Tempo von Hannover nach Otze, wo mich mein Radler-Freund erwartet; er fährt mit seinem leichten Renner sozusagen analog, ich dagegen digital; zusammen haben wir uns einen 50 kilometrigen Rundkurs vorgenommen: an Celle vorbei, die Aller entlang nach Hambühren, dann im Bogen zurück nach Otze.

Jetzt weht der kräftige Wind mal von der Seite, mal von vorn; wenn Steigungen über Brücken dazu kommen, ächzt mein Freund vor Anstrengung, obwohl er gut durchtrainiert ist. Ich hingegen muss mich nicht so anstrengen. Obwohl, im Eco-Modus in der sparsamsten Stufe, muss ich schon kräftig trampeln und schalten.

Halbzeit. Ich habe 50 Kilometer hinter mir; der Tacho zeigt mir die verbleibende Reichweite an: 47 Kilometer. Nun heißt es, sparsam fahren. Der Gegenwind bläst, als würde er dafür bezahlt. Die Vorstellung, ohne Motor-Unterstützung dagegen anfahren zu müssen, ist nicht sonderlich attraktiv. Ich versuche Energie zu sparen, wo es nur geht: fahre im Windschatten auch mal mit ausgestelltem Motor – es geht, aber es geht schwerer als mit einem leichten Trekking-Rad.

Zurück in Otze; mein Mit-Radler ist beeindruckt von meinem e-Bike und streckt zu Hause die müden Beine aus. Für mich beginnt der Härtetest – die letzten 25 Kilometer gegen den Wind bei einer Akku-Reichweite von nur noch 18 Kilometern.

Solange der Motor im Ecomodus hilft, ist alles gut. Aber in der Höhe des Mittellandkanals ist Feierabend, der Akku ist leer. Der Rest heißt Trampeln; man kann sich durchaus so fortbewegen, hat aber kräftig zu tun. Ich kann mir Schöneres vorstellen.

Fazit: nach sechseinhalb Stunden bin ich nach 103 Kilometern zu Hause. In diesem Tempo fahre ich normalerweise keine solchen Touren. Mit dem E-Bike geht’s.

Wenn ich überhaupt etwas Kritisches anzumerken habe, betrifft es die Reichweite: wenn man alle verfügbaren Modi benutzen will, ist zwischen 50 und 70 Kilometern Schluss. Im Eco-Modus sind es an die neunzig; dann fängt das Schielen auf die verbleibenden Restkilometer an. Natürlich kann man zwischendurch in einem Gasthaus eine längere Pause machen, den Akku aufladen (sofern man das Ladegerät mitgenommen hat!), und dann mit neuer Kraft weiter; das braucht seine Zeit, aber es ist möglich.

Last not least: Noch zu fit, um schon e-Bike zu fahren? Von wegen. Man fährt schneller und weiter – und das ist im Endeffekt ähnlich anstrengend wie bei herkömmlichen Touren. Nur eben viel schöner! "

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