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Sattelstütze: Der nachrüstbare Stoßdämpfer fürs Rad

Welchen Stoßdämpfer wollen Sie verschleißen? fragt provozierend die Firma Point in ihrer Werbung. Ihre unbezahlbare Wirbelsäule oder eine Feder-Sattelstütze für 99 Mark? 

Für manche wird sich die Frage gar nicht mehr stellen, wenn die Bandscheiben ständig schmerzen. Noch gibt es die Federstütze nicht auf Krankenschein. Merkwürdig ist es sowieso, daß dieses nützliche Zubehör recht lange brauchte, um überhaupt im Markt gesichtet zu werden.

Offensichtlich mußte erst so manches Kalzium von den schleifenden Rückenknochen bröckeln, bevor die Industrie aufwachte. Nachgefragt wurde die Federstütze zunächst von älteren Radfahrern, was sofort den „Sportler“ abschreckte.

Immer noch hat die gefederte Sattelstütze mit einem muffigen Image zu kämpfen. Sie gilt – wie die Klorolle auf der Hutablage – als ein Zeichen für körperliche Überreife.

Doch ganz langsam scheint sich das Blatt zu wenden. Vorreiter sind die Fachzeitschriften, die sich mit Lobeshymnen überschlagen. Auch immer mehr Profis blasen ins gleiche Horn. Mit dem Wettkampferfolg kommt wohl nun auch der Durchbruch.

Allerdings sind an dieser Entwicklung auch die vollgefederten Räder („Fullies“) nicht ganz unschuldig. Sie haben den Ruf nach Komfort auch beim „normalen“ Fahrrad lauter werden lassen, aber auch gleichzeitig die Grenzen für viele Radfahrer aufgezeigt. Und seien es die finanziellen. Nicht jeder ist bereit, sich nur wegen einer Hinterrad-Federung ein neues Rad zu kaufen. Komfort für vergleichsweise wenig Geld bekommt man nun auch mit einer Federsattelstütze. 

Während ein gutes Fully mindestens 2000 Mark kostet, soll es auch ein paar Jahre Freude bereiten. Hinzu kommt eine intensivere Wartung. Bewegliche Teile verschleißen bekanntlich schneller. Doch eine regelmäßige Durchsicht ist nicht jedermanns Sache, weiß auch Ernst Brust von der Firma Velotech zu berichten.

Der Fahrradgutachter rät zu einer Durchsicht alle zwei Jahre, besser noch jährlich. Auch macht eine Federung nur dann Sinn, wenn sie auch richtig eingestellt wurde. Doch nicht nur viele Radler sind bei der rasanten Entwicklung der Technik dabei überfordert, sondern auch so mancher Fahrradhändler.

So spricht vieles für das kleine bewegliche Sattelrohr. Wartungsmuffel sei deshalb zur Federsattelstütze geraten. Diese läßt im Gegensatz zu einer Hinterbaufederung oder auch Federgabel schnell und problemlos einbauen. Selbstverständlich sind sie kein Allheilmittel gegen Stöße und schlucken natürlich auch nicht sämtliche Schläge. Der Federweg liegt meist zwischen 25 und 104 Millimeter, je nach Bauart. Denn es gibt Teleskop- und Parallelogrammsattelstützen. Bei der Teleskopstützen taucht der Sattel auf einem beweglichen Rohr in ein Standrohr ein. Vom Prinzip her ist es mit einer Autoantenne vergleichbar. Die Federung erfolgt mit Elastomeren, Stahlfedern oder Luft.

Je nach Wunsch lassen sich die Federelemente auch recht einfach austauschen. Die Preise für die Stoßdämpfer bewegen sich zwischen 60 und rund 200 Mark. Sämtliche Teleskopstützen federn ein wenig schräg ein. „Dadurch können die Stützen leicht verkanten, sagt Martin Lindemann vom Fahrradladen „bikecology“. Die Folge ist ein höherer Verschleiß als bei den Parallelogramm-Rohren zu denen Lindemann rät, wenn man das nötige Kleingeld hat. Denn solche Federvariante im „Raumschiff-Enterprise-Design kostet mindestens 500 Mark. Zur Zeit gibt es sowieso nur einen Hersteller. Steinbach (Tel. 0043-5356/71 832) bietet die „Moxey“ und eine weitere Namenslose an, für die man 742 Mark bezahlen muß.

Eine Parallelogrammsattelstütze nimmt den Stoß auch voll auf, zudem bleibt der Abstand von Sattel zum Tretlager weitgehend gleich, während er sich bei den Teleskopstützen verändert.

Trotzdem sind 500 Mark eine Stange Geld. So muß man den Wunsch nach Komfort am besten bei einer Probefahrt abwägen. Vielen wird eine Teleskop-Variante durchaus ausreichen. Preis-Leistungs-Sieger in mehreren Test von Fachzeitschriften wurde in dieser Gruppe die Airwings der gleichnamigen Firma (Tel. 08136 / 6303). Sie bietet für 150 Mark ein auf Stahlfedern basierende Federung und läßt sich leicht mit einem Fünf-Mark-Stück individuell nachstellen.

Der Federweg beträgt durchschnittliche 40 Millimeter. Viel mehr sind derzeit bei Teleskopstützen auch nicht möglich.

Natürlich können beide Typen nicht mit einem gut eingestellten hochwertigen vollgefederten Rad (Fully) mithalten. Trotzdem erhöht sich die Fahrsicherheit und auch der Verschleiß von Bauteilen wird vermindert. Sieht man einmal von harten Einsätzen ab, bei denen die Hinterradschwinge erste Wahl bleibt, ist die Federstütze für die meisten Anwendungsgebiete völlig ausreichend. Sie sind weitgehend wartungsfrei, die Gefahr eines Platten wird verringert und der Fahrspaß erhöht.

Einziges Manko ist der unrunde Tritt beim Radeln und besonders bei einigen Teleskopstützen die Schmutzanfälligkeit, die zu einem erhöhten Verschleiß führen kann. Federstützen wiegen zwar mit 400 bis 900 Gramm ein wenig mehr als die mit etwa 300 Gramm auftragenden ungefederten Halter, doch das wenige Mehrgewicht sollte man schon alleine im Hinblick auf die eigene Wirbelsäule in Kauf nehmen, denn man hat bekanntlich nur eine.

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