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Wenn ein Pflege fehlt

Fahrradfahrer in Berlin, die sieht man nicht gleich, man hört sie erst. Nicht, weil sie sich wieder einmal auf dem Fußweg im Affentempo „von hinten" einem Passanten nähern und sich den Weg frei schreien. Nein, so etwas macht doch kein Radfahrer... Wir reden vom guten Ton, und zu dem gehört in der Hauptstadt ein Konzert der Glieder. Immerhin hat so eine Fahrradkette mehr Mitglieder als die Berliner Philharmoniker. Und die reiben kräftig aneinander (die Glieder - nicht die Musiker), und erzeugen einen Lärm, der selbst Katzen verjagen kann. Nach dem Krach zu urteilen, liegt bei vielen Fahrrädern die letzte Ölung wohl Jahre zurück. Dafür sorgt allerhand Schmutz für viel Widerstand und ein getrübtes Fahrvergnügen.
Putzen könnte da nicht schaden. Der Fahrradputz im klassischen Sinne benötigt eine Schüssel Wasser, ein altes Unterhemd und eine verbogene Zahnbürste, vielleicht noch Spüli aus der Küche. So robbt man dann über den Boden und macht sich dreckig, während das Fahrrad hoffentlich bald wieder glänzt und richtig flutscht. Nur: so- was möchte heute niemand mehr machen - in einer Dienstleistungsgesellschaft.
 
Doch eine Waschstraße für Bikes findet man in Berlin leider noch nicht. Andere Städte sind da schon weiter. In München stand jahrelang in einem Biergarten eine Anlage. In Münster ist kürzlich in Deutschands größtem Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof eine Waschbox eröffnet worden. Der Waschgang aus Shampoonieren, Felgenreinigung, Soft-Wäsche, Klarspülen und Trocknen kostet 6,50 Mark. In dreieinhalb Minuten ist das Fahrrad wieder blitzblank.
 
Bike Wash" nennt sich diese neueste Erfindung einer Ludwigshafener Firma. Dabei wird das Fahrrad auf eine Schiene gesetzt, dem Sattel ein Häubchen übergestülpt und das Velo automatisch in die Box geschoben. Etwa 50 000 Mark kostet die Anlage der Firma „Platz", die auch als mobile Einheit zu bekommen ist (und auch gemietet werden kann). In Berlin hat sich noch kein Händler mit dem Gerät anfreunden können. Beim Hersteller denkt man auch an Touristikveranstalter, Tankstellen, Kurdirektionen und die Deutsche Post mit ihren zahlreichen Transportfahrrädern als Abnehmer. Was die Anlage jedoch nicht kann, ist die Kette und die Züge wieder zu ölen. Trotzdem bleibt die Zeitersparnis enorm und das Schmutzwasser wird auch gleich aufbereitet.

Man kann natürlich immer noch selbst Hand anlegen, sich eine Original-Monteurschürze zulegen (im Versand erhältlich) und auch die Putzmittel kaufen. Es gibt spezielle Ritzelbürsten für den Zahnkranz und auch Waschboxen für die Kettenreinigung, bei denen die Kette ohne Demontage durch eine System von Bürstenrädern und Lamellen gezogen wird. Reste des in Reinigungflüssigkeit enthaltenen Entfetters können allerdings nach dem Waschen dazu führen, dass das Eindringen neuen Öls erschwert wird. Deshalb sind diese Sets nur bedingt zu empfehlen.

Eine gewaschene Kette sollte nicht nur geschmiert, sondern auch gewachst werden. Dies weist den Schmutz ab und konserviert zu dem die vorher aufgetragene Schmierschicht. Reiniger, Entfetter und Wachs-Schmiermittel bekommt man im Fachhandel in vielfältiger Ausführung. Hochdruckreiniger sollte man nicht ans Fahrrad kommen lassen. Der extreme Wasserdruck kann Lager beschädigen.

Bei der Reinigung sollte man auf Markenprodukte setzen. Sie greifen keine Gummidichtungen an, sondern lösen mit ihren Inhaltsstoffen nur den Schmutz auf. Und wer sein Rad regelmäßig wartet, verschmutzte Teile mit einer Handbrause wäscht, braucht auch nicht zu den aggressiven Mitteln zu greifen. Allerdings verzichtet so manch ein Biker bewusst auf die Reinigung, in der Hoffnung, dass das Fahrrad dann weniger auffällt. Auch Diebe wollen sich nicht die Finger schmutzig machen und gehen deshalb ein Rad weiter.

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