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Studie: Mountainbiken kann Tumore verursachen

So mancher Radfahrer stand in diesem Sommer unter ständiger Beobachtung. Aus wissenschaftlichen Gründen versteht sich. Zahlreiche Arbeitsgruppen begleiteten weltweit Radfahrer, um neue Studien über den Zusammenhang von Gesundheit und Rad fahren schreiben zu können. Einer dieser Big Brothers der Biker ist Ferdinand Frauscher, seines Zeichen Mountainbiker und Urologe, also ein Mediziner der sich mit Harnorganen und deren Erkrankungen beschäftigt.

Frauscher hat in diesem Sommer in einer Studie an der Uniklinik Innsbruck 45 Mountainbiker untersucht. Der Arzt hat sie dafür betastet und mittels Ultraschall nach deutlichen Veränderungen im Genitalbereich gesucht. Nun ist es nichts Neues, das Rad fahren zu Problemen im Schritt führen kann. Das Ergebnis hat jedoch dann auch Frauscher überrascht: Bei 96 Prozent der Biker fand der Mediziner krankhafte Veränderungen bei den Genitalen, besonders im Hodenbereich. Auch Deutsch: Gutartige Tumore und schmerzhafte Verkalkungen wurden diagnostiziert.

Natürlich flammt damit auch wieder die Diskussion auf, ob man vom Rad fahren impotent werden kann. Vor Jahren hat dies vor allem die halbe USA in Angst und Schrecken versetzt, als Lance Amstrong, amerikanischer Radprofi und späterer Tour de France-Gewinner an Hodenkrebs erkrankte. Doch wie sich, beispielsweise durch Untersuchungen an der Deutschen Sporthochschule in Köln herausstellte, verliert man nicht durchs Radfahren seine Manneskraft. Es kommt zum Glück meist nur zeitweisen Potenzproblemen. Die Blutzufuhr im Penis wird unterbrochen, Taubheitsgefühle stellen sich ein, es kribbelt so merkwürdig und manch einer ruft dann schnell: "Alles Tote Hose".

Die Gesundheitsdiskussion vor allem der vergangenen zwei Jahre – auch in Deutschland - hat zumindest der Sattelindustrie einen Aufschwung beschert (und damit auch so manchen Wissenschaftler, der die Sättel aus medizinischer Sicht prüft). Ergonomisch geformte Sättel, also die in der Mitte so eine längliche Kerbe haben, sind der Renner und werden auch von Ferdinand Frauscher empfohlen, um die Verkalkungen, also Kalziumablagerungen im Hoden, zu verhindern.

Wobei Frauscher nicht unbedingt zu den Lautsprecher der wissenschaftlichen Radszene gehört. Der Österreicher hält sich mit plakativen Äußerungen zurück und verweist darauf, wen er untersucht hat: "Das waren alles keine Freizeit-Biker, sondern Sportler, die täglich bis zu zwei Stunden auf dem Rad verbrachten". Hinzu kam, dass die Biker bevorzugt im Gelände fuhren, sich also ständig Schlägen aufs Gemächt ausgesetzt sahen. Für den Freizeit-Radler bestehe deshalb keine Gefahr, sagt Frauscher und ärgert sich über so manche Schlagzeile, die seine kürzlich im renommierten britischen Wissenschaftsmagazin "Lancet" veröffentliche Studie, verursacht hat.

Rad fahren sollten Männer deshalb weiterhin, rät Frauscher. Wer allerdings intensiv radelt, sollte entweder regelmäßig Pausen einlegen (fünf Minuten jede Stunde), oder aber ein vollgefedertes Fahrrad (Fully) benutzen. Nur, ein Gutes und ein Passendes müsse es schon sein. "Was hilft es, wenn ich jetzt ein vollgefedertes Rad empfehle, und alle gehen in den nächsten Supermarkt und kaufen ein Fully für 700 Mark?", sagt Frauscher. Fully ist also nicht gleich Fully, und wer etwas für seine Gesundheit tun möchte, sollte bereit sein rund 3000 Mark für ein Rad auszugeben, so Frauscher.

Zur Radausrüstung gehört aus medizinischer Sicht auch ein Fahrradhelm. Zu dieser Empfehlung kommen Adrian Cook und Aziz Sheikh vom Imperial College in London. Die Forscher haben Unfallstatistiken der britischen Krankenhäuser zwischen April 1991 und März 1995 untersucht. In den vier Jahren hat sich die Zahl der verletzten Radfahrer nicht wesentlich verändert: Waren es 1991 8678, so sind es vier Jahre später 8781 Verletzte gewesen. Aber die Zahl der Kopfverletzungen habe deutlich abgenommen, nämlich von 40 auf nur noch 28 Prozent. Cook und Aziz folgern daraus, dass das Tragen eines Helms den Kopf wirklich schützt.

Wem diese Zahlen noch nicht ausreichen, um sich einen "Deckel" auf den Kopf zu setzen, sollte daran denken, dass Kopfverletzungen nicht nur Kopfschmerzen, sondern offensichtlich auch zu Alzheimer führen können. Besonders junge Erwachsene seien davon betroffen, sagen Forscher der Duke Universität in Durham (USA) in einer Studie, die sie im Fachblatt "Neurology" jüngst veröffentlichten. Die Wissenschaftler hatten 548 Kriegsveteranen untersucht, die vor mehr als 50 Jahren Kopfverletzungen erlitten hatten. Als Kontrollgruppe waren 1228 Veteranen ohne Verletzungen am Kopf untersucht worden.

Die Mediziner kommen zu dem Schluss, dass Personen mit leichten Kopfverletzungen ein zweifach höheres Risiko haben, an Alzheimer zu erkranken. Je schwerer die Verletzung sei, desto größer auch das Risiko, so der Leiter der Studie, Richard Halvik. Es zeige sich einmal mehr, wie wichtig es sei, beim Fahrrad fahren einen Helm zu tragen.

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