Unsere Webmagazine

Elektroradtest.de - Der neue Ratgeber für E-Bikes & Pedelecs
Das Reiseradio - Audioreportagen und Interviews
Holidayjournal.de - Magazin für warme und kalte Reisen
Der komplette Reiseführer für Island
Bytetest.de - Der Internet- & Computerratgeber
Anzeige

Messebericht IFMA 2003

"Umstrukturierung statt Krise“ heißt das Motto der Fahrradbranche zur IFMA Cologne 2003 - the international bike trade show - vom 11. bis 14. September 2003, darüber ist man sich einig. Das bedeutet vor allem: zielgenaue Punktlandungen der Hersteller auf den Produkterwartungen eines sehr anspruchsvollen Publikums. Hochpreisige Spitzen- und Spezialprodukte lassen die Hersteller mit klaren Segmenten ein Umsatzhoch erwarten. Trendthemen: Sport und Komfort auf hohem Niveau sowie der Dauerbrenner Fahrrad halten die Räder in der Saison 2004 am Rollen.

Was sich die Branche immer gewünscht hat, passiert jetzt: Der Verbraucher hat sich emanzipiert – eine Entwicklung, die wesentlich mehr Chancen als Probleme birgt. Kunden wissen mehr als früher, welches Fahrrad sie wollen, und warum sie dieses und kein anderes brauchen. Und sie haben gelernt, dass hier Geiz nicht geil, sondern dumm ist.

Eine große Chance stellt die Entwicklung zur Spezialisierung für flexible Hersteller dar. Das zeichnete sich schon ab mit dem Aufstieg des Trendsetters Riese und Müller, der half, die Vollfederung auch im Trekking-Bereich salonfähig zu machen. Hier ist wohl am klarsten eine Entwicklung weg aus dem Niedrigpreis-Bereich und hin in die Kategorie hochpreisig, aber preisgerecht, zu erkennen. Riese und Müller* stellen auf der IFMA Cologne das neue Gemini vor: 24-Zoll Räder mit Big Apple-Breitreifen, optional können zwei Kindersitze oder zwei große Gepäckkörbe oder ähnliches befestigt werden. Natürlich wieder voll gefedert.

Federungskomfort ist nach wie vor ein wichtiges Thema, vor allem beim Trekkingrad und seiner High-End-Version, dem Reiserad. Perfekte Vollfederung wird vor allem bei diesen „Königen der Landstraße“ eine wichtige Weiterentwicklung sein. Allerdings geht der Trend auch abseits der Straße weiter. So genannte Adventure-Bikes, die ihre Verwandtschaft zum Mountainbike gar nicht verbergen wollen, erweitern den Reisewütigen den Einsatzbereich abseits geteerter Wege. Stollenreifen und lange Federwege sorgen dafür, dass das Abenteuer sicher und komfortabel bestanden wird.

Aber auch in den mittleren Preisbereichen haben die Verbraucher gemerkt: Wer echte Freude am bequemen Fahren haben will, muss mehr investieren als für ein vergleichbares Rad ohne Federung. Die Hersteller gehen jetzt stark auf dieses Umdenken ein und bieten Komfortbikes mit perfekter Federungstechnik an – auch im Touren- und Freizeit-Bereich geht der Trend hin zur fein einstellbaren Federung, häufig mit Luftdruck-Dämpfern – Stevens* macht es vor.

Als sinnvolle Alternative werden die Hersteller eine große Auswahl Räder mit dem Big Apple oder vergleichbaren dicken Pneus auf die IFMA Cologne 2003 rollen. Sie bieten trotz geringem Luftruck leichten Lauf und sind dank enormer Dämpfungsleistung mancher Federgabel bei mäßigem Fahrbahnbelag sogar überlegen. Und diese pralle Optik, das zeigte sich schon auf der letzten Kölner Fahrradmesse bei den ersten Einzelstücken, kommt stark an.

Auch bei den Mountainbikes steht technische Perfektionierung auf dieser IFMA Cologne ganz oben: „Intelligente Federungssysteme“ werden in Zukunft Schluss machen mit ungewolltem Einfedern selbst im Wiegetritt. Auch hier gilt: Schnäppchenware auf breiter Front auf dem Rückzug, ein sicheres Qualitätsniveau gibt es aber schon zum vernünftigen Preis.
Ein weiteres eigenes Segment ist dabei, sich herauszubilden: Scooterbikes weisen da den Weg, wo es weniger um das spritzige Vorankommen, sondern um die maximale Entspannung auf dem Rad geht. Zurückgelehnte Mobilität präsentiert auf der IFMA Cologne 2003 neben den Trendsettern Riese und Müller*, Giant* und auch die holländische Traditionsfirma Gazelle*. Einsteigen und sich wohl fühlen war nie lockerer und cooler – mit ihren Ahnen, den Liegerädern, haben Technik und Optik nicht mehr viel zu tun – wichtig für die Hersteller, die gerade in diesem Bereich besonders auf ein trendiges Äußeres achten.

Bequemes Radfahren bedeutet aber nicht nur, auf schlechten Wegen wenig durchgeschüttelt zu werden. Komfort heißt auch: bequeme, funktionale Ergonomie, einfache Bedienung, geringe Hand- und Fußkräfte. Da sind vor allem die Komponenten-Hersteller gefragt. SRAM* baut hier seine Dual-Drive-Palette noch weiter aus: die Synthese aus Ketten- und Nabenschaltung, die im Erscheinungsjahr 2003 im Komfortbike-Sektor mit Begeisterung aufgenommen worden war, wird zur IFMA auch als 21-Gang-Version angeboten. Einfachste und intuitive Einhand-Bedienung macht sie zum Hit.

Marktführer Shimano* geht noch einen Schritt weiter: Die CyberNexus feiert auf der IFMA Cologne ihren Einstand: Eine Achtgang-Nabenschaltung, die vollautomatisch arbeitet und dabei endgültig Schaltkomfort wie im Auto in den Bike-Sektor bringt. Ein System, das vor allem in Citybikes und Räder für die kurze Tour Einzug halten wird. Außerdem holt Shimano* SRAM* gegenüber auf und bietet mit der Intego, einer Kombi aus 8-fach-Naben und 3-fach Kettenschaltung einen Komfort-Konkurrenten zur DualDrive. Des weiteren wird nun auch die beliebteste robuste MTB-Schaltung Deore XT mit Multifunktionsbremshebeln ausgestattet. Bei dieser Technik wird, wie schon bei der feinen XTR, mit ein und demselben Hebel gebremst und geschaltet.

Nahezu Revolutionäres wird vom Traditionsunternehmen Sturmey-Archer* erwartet. Sie wollen auf der IFMA Cologne 2003 ihre neue Schaltnabe vorstellen: 16 sauber gekapselte Gänge in einer Nabe, mit einem Drehgriff zu bedienen. Noch mehr frischer Wind für den gesamten Freizeit- und Tourenbereich.

Sie waren der Newcomer-Trend auf der letzten Messe und präsentieren sich auf der IFMA 2003 als die Yuppies der Fahrradbranche: Fitnessbikes haben die anfänglichen konzeptionellen Zweifel längst hinter sich gelassen. Die zweite Generation bringt klare Werte überzeugend zum Ausdruck: Schnell wie ein Rennrad, wendig wie ein MTB, dynamisch-chic wie der Porsche des Nachbarn. Federungskomfort ist hier oft zweitrangig – oder die Hersteller bieten gleich feinste Komforttechnik an: „mitdenkende“ Federgabeln etwa, die nur auf Fahrbahnstöße, nicht aber auf Lastwechselreaktionen antworten. Schließlich geht es um die Synthese von Speed, Spaß und der bestmöglichen Nutzung für die körperliche Fitness der Biker. Und hier wenden sich auch klar umrissene Konzepte zur Fitnesssteigerung und Biker-Wellness auf der IFMA an den Endverbraucher: Das Produkt Fitnessbike tritt vor allem in der Saison auch gegen das Indoor-Bike an und wird Teil eines groß angelegten Fitnessprogramms.

Neue, speziell auf diesen Bereich zugeschnittene Komponenten wie Systemlaufräder machen die Flitzer noch flinker – sie laufen mit dynamischer Optik dem klassisch-puristischen Rennrad fast den Rang ab. Vermehrt verbauen die Hersteller nun serienmäßig Tritt- und Pulsfrequenzmesser an diese Power-Bikes, die damit ihrer Bestimmung als Räder für die gute Form noch mehr gerecht werden sollen.

Doch als das reine Straßen-Sportgerät wird sich der Renner weiterhin behaupten – das zeigen schon die ganzen neuen Komponenten aus dem High-End-Bereich, die Sportlerherzen auf der IFMA Cologne 2003 wieder höher schlagen lassen werden. Ein erweitertes Angebot an 10-fach-Schaltungen, noch leichtere Karbonteile und Laufradsätze – vor allem auch im 26-Zoll-Bereich – deren Verhältnis von Steifigkeit und Stabilität man noch vor drei bis vier Jahren für unmöglich gehalten hätte. (Pressemitteilung Köln-Messe)

Fahrradtest.de - Ein Projekt der Journalia Kommunikation Multimediaagentur

Fahrradtest.de ist optimiert für Firefox, Chrome, Opera & Safari. Benutzer von IE8 sollten ihren Browser updaten.

Copyright © 2016. Alle Rechte vorbehalten.