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Seilantrieb aus Ungarn: Probefahrt mit dem Stringbike

Stringbike_presse_klNeue Antriebsformen haben es erfahrungsgemäß schwer. Und doch zeigt der Erfolg des Zahnriemens, er gibt alternativen zur guten alten Ketten, hat man sich auch in Ungarn gesagt und das String-Bike entwickelt. Der Antrieb erfolgt hier über einen Seilantrieb. Ein Bericht von einer Probefahrt.

Schon der erste Blick ist gewöhnungsbedürftig. Es sieht merkwürdig aus, aber vor allem ist es optisch sehr gelungen. Das Seil benötigt keine Schmierung. Die Technik wirkt im ersten Augenblick recht kompliziert. Aber das werden unsere Vorfahren auch gesagt haben, als die erste Gangschaltung entwickelt wurde.
stringbike-full_frei_klAlso raufs auf Rad und eine Probefahrt gedreht. Der erste Eindruck: Vom Fahrgefühl erinnert es ein wenig an das Biopace-System von Shimano. Damals versuchten die Japaner mit einem ovalen Kettenblatt den angeblichen toten Punkt beim Treten durch ein ovales Kettenblatt zu begegnen. Auch wir sind damit etliche Touren gefahren. So ein bißchen vom Fahrgefühl hat uns das Stringbike deshalb daran erinnert. Allerdings ist der Antrieb viel weicher. Es gibt eigentlich zwei Antriebe, rechts und links am Hinterrad, diese werden durch das Treten abwechselnd bewegt, so dass sie rotieren. Wobei der Fahrer ganz normal auf eine Tretkurbel tritt, von dort wird über eine Rolle die Kraft auf die Seile übertragen.
Mihaly Lantos, der Erfinder sagt, dass  das symmetrische Antriebsystem einen "harmonischeren Antrieb, weichere Antriebsbewegungen und leichtere Bergauffahrt ermöglicht".
Bei der Probefahrt hatte leider Antrieb noch ein bißchen geklackert, was aber offensichtlich ein technisches Problem war, weshalb wir das nicht weiter erwähnen wollen. Das Produkt scheint ausgereift und wurde erstmals auf der Eurobike präsentiert.

Gewöhnungsbedürftig ist auch, dass das Rad hat zwar einen Freilauf besitzt,  man also auch rückwärts Treten kann. Jedoch kommen dann - wie auch beim Rückwärtschieben, doch ungewohnte Knacksgeräusche aus dem Getriebe. Wobei der Hersteller versichert, dass nichts passieren könne.

Die Seile bestehen aus widerstandsfähigen Dyneema-Kunststoff, der sonst in der Segelbranche eingesetzt wird. Nach Herstellerangaben verschleißfrei und - klar bei Segelzubehör - unempfindlich gegenüber Wasser. Doch die vielen beweglichen Teile könnte auf Dauer natürlich auch zu Problemen führen. Die Schaltung mit 19 Gängen befindet sich übrigens an der Kurbel. Mittel Umlenkrollen werden die Seile verschoben. Auch das Schalten unter Last ist möglich. Die Schaltvorgänge sind einfach zu bewältigen, im Grunde merkt man dabei nichts vom neuen Antrieb. Und an den weichen Tritt wird man sich vielleicht auch gewöhnen.

Produziert wird es in Ungarn. Der Rahmen wird in dem Werk hergestellt, in dem unter anderem Zubehör für Porsche und Aston Martin produziert wird. Alle Stringbikes sind in Handarbeit gefertigt. Die Zubehörteile stammen aus Westeuropa, in erster Linie aus Deutschland.
Der Preis beginnt bei etwa 2500 Euro. Die Räder wiegen in etwa 13 Kilogramm (bei Probefahrt nicht nach gewogen).
Das Produkt scheint ausgereift zu sein, und ist wirklich ein Hingucker und etwas für Puristen und Mutige, die gerne mal was ausprobieren, bei dem der Fahrradhändler um die Ecke beim Service erst mal kapituliert.  Ob es allerdings eine Nische findet, bleibt abzuwarten. Denn wer heute überlegt, der guten alten Kette adé zu sagen, wird wohl eher auf den Gates-Antrieb setzen.

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