Seilantrieb aus Ungarn: Probefahrt mit dem Stringbike
Neue Antriebsformen haben es erfahrungsgemäß schwer. Und doch zeigt der Erfolg des Zahnriemens, er gibt alternativen zur guten alten Ketten, hat man sich auch in Ungarn gesagt und das String-Bike entwickelt. Der Antrieb erfolgt hier über einen Seilantrieb. Ein Bericht von einer Probefahrt.
Also raufs auf Rad und eine Probefahrt gedreht. Der erste Eindruck: Vom Fahrgefühl erinnert es ein wenig an das Biopace-System von Shimano. Damals versuchten die Japaner mit einem ovalen Kettenblatt den angeblichen toten Punkt beim Treten durch ein ovales Kettenblatt zu begegnen. Auch wir sind damit etliche Touren gefahren. So ein bißchen vom Fahrgefühl hat uns das Stringbike deshalb daran erinnert. Allerdings ist der Antrieb viel weicher. Es gibt eigentlich zwei Antriebe, rechts und links am Hinterrad, diese werden durch das Treten abwechselnd bewegt, so dass sie rotieren. Wobei der Fahrer ganz normal auf eine Tretkurbel tritt, von dort wird über eine Rolle die Kraft auf die Seile übertragen.Gewöhnungsbedürftig ist auch, dass das Rad hat zwar einen Freilauf besitzt, man also auch rückwärts Treten kann. Jedoch kommen dann - wie auch beim Rückwärtschieben, doch ungewohnte Knacksgeräusche aus dem Getriebe. Wobei der Hersteller versichert, dass nichts passieren könne.
Die Seile bestehen aus widerstandsfähigen Dyneema-Kunststoff, der sonst in der Segelbranche eingesetzt wird. Nach Herstellerangaben verschleißfrei und - klar bei Segelzubehör - unempfindlich gegenüber Wasser. Doch die vielen beweglichen Teile könnte auf Dauer natürlich auch zu Problemen führen. Die Schaltung mit 19 Gängen befindet sich übrigens an der Kurbel. Mittel Umlenkrollen werden die Seile verschoben. Auch das Schalten unter Last ist möglich. Die Schaltvorgänge sind einfach zu bewältigen, im Grunde merkt man dabei nichts vom neuen Antrieb. Und an den weichen Tritt wird man sich vielleicht auch gewöhnen.





