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Probefahrt mit der Automatikschaltung NuVinci Harmony

Eigentlich ist es ja praktisch, nicht mehr schalten zu müssen. Zum Jahr 2012 wird es eine Automatikvariante der NuVinci-Nabe geben. Diese ganglose Schaltung ist eine beachtliche Erfolggeschichte und der erste Fahreindruck der NuVinci Harmony zeigt eine beeindruckende Innovation: Nur noch Radeln und nicht mehr Nachdenken, welcher Gang nun passt.

Der Schaltmodus lässt sich auswählen. Zwei Variante werden angeboten: Die NuVinci Harmony intelligent drivetrain (so der komplette Name) ist ein stufenloses Schaltsystem, das es dem Fahrer ermöglicht, automatisch oder manuell zu schalten. Jedenfalls wenn der Advanced Controller verbaut wurde. Dort wählt man beispielsweise den Automatik-Modus und stellt die bevorzugte Trittfrequenz ganz einfach am Drehgriff ein. Alles weitere wird elektronisch erledigt. Das heißt, die Übersetzung wird so gesteuert, dass man immer mit der bevorzugten Trittfrquenz fährt.DSC_0091_300kbIst nur der Base Controller montiert, so gibt es drei Knöpfe, mit denen man seine aktuell bevorzugte Trittfrequenz (grob) einstellen kann. Allerdings ist möglich, dass der Fahrradhändler drei individuell bevorzugte Trittfrquenzen programmieren zu lassen.   
Probe gefahren bin ich die "einfache" Variante, die drei Modi fürs automatische Schalten bietet. Drei kleine Knöpfe am Lenker, mehr Einstellungsmöglichkeiten sind nicht nötig. Diese Variante richtet sich deshalb an Radfahrer, die wenig mit technischen Anleitungen verbringen möchten. Convenience-Radeln sozusagen.DSC_0079_300kbIn einer kleinen schwarzen Box (die 250 Gramm wiegen soll) an der Nabe werden die anfallenden Daten gemixt und berechnet, also Geschwindigkeit, Kurbelumdrehungen und das Übersetzungsverhältnis, daraus wird dann der passende Gang, äh, die passende Übersetzung gewählt. Eine Frage, in welchem Gang fährst Du denn den Berg rauf, ist überflüssig.
Während bei der einfachen Base-Variante, ein Drehgriff überflüssig ist, gibt es diesen in der Advanced-Variante. Dort geht´s auch bunter zu. Das dreieckige Display leuchtet entweder in Blau (Automatik-Modus) oder aber in Orange (Manueller Modus). Manuell geschaltet wird nicht bei Schaltzug, sondern "ride-by-wire", wie es die Firma Fallbrook nennt, also elektronisch. Harmony_Advanced_Manual_JPEG (Small)Die NuVinci verfolgt eine Idee von Leonardo da Vinci. Die Kraftübertragung erfolgt nicht mit Planeten, sondern mittels Kugeln. Die Kugel befinden sich dabei in einem Käfig. Dieser ist neigbar, und verändert seine Position, wenn man am Drehgriff den Gang wechseln möchte.
Diese bis zu zwölf Bälle bewegen sich zwischen zwei Scheiben. Je nach dem, wie der Käfig gekippt wird, legen sich an die Innen- oder Außenscheibe. Dazwischen befindet sich allerdings eine viskose Flüssigkeit, Valvoline genannt. Diese verhindert die Schlupfbildung und hat auch die Eigenschaft, sich unter hohem Druck zu verfestigen. 
Die Nabe ist dadurch sehr verschleißarm (Wartungsperiode ohne Kilometerleistung etwa alle 2 Jahre), da es hier nicht für üblich zu einer Berührung von Metall auf Metall kommt (wie beispielsweise bei Zahnrädern im Planetengetrieben, die ineinandergreifen und so die gewünschte Übersetzung erzeugen).
Das Herzstück der neuen Schaltung ist deshalb die NuVinci N360 CVP-Nabe. Sie wurde quasi um eine Automatikvariante erweitert. Gedacht sind die Harmony-NuVincis für Elektrofahrrädern. Es ist aber auch möglich, das System in herkömmliche Fahrräder einbauen zu lassen.Harmony_Hub_Controller1_JPEG (Small)Allerdings braucht die Schaltung Strom, weshalb dann ein Energieträger montiert werden muss. Kaufen kann man übrigens die NuVinci Harmony nicht, denn sie wird ausschließlich in Erstaustattung verbaut. Man muss also schon das passende Fahrrad finden. Dieses wird also in erster Linie ein Elektrofahrrad sein, denn das System braucht Spannungen von 12 bis 48 Volt und braucht etwa 4 Watt.
Wenn sich allerdings die Technik durchsetzt, wird es sicherlich auch Fahrradhersteller geben, die Räder mit der NuVinci-Technologie im Baukastenprinzip anbieten werden.
Bei der Probefahrt war die NuVinci übrigens einem Victoria-Rad verbaut. Leider konnte das Rad überhaupt nicht überzeugen, insbesondere die Bremsen waren für ein Elektrorad viel zu schwach ausgelegt. Aber wer letztendlich die Technologie einbaut, liegt ja außerhalb des Einflussbereichs des Herstellers Fallbrook.
Passen wird die NuVinci Harmony sowohl in Räder mit Frontmotor wie auch mit Mittelmotor. Sie ist also beispielsweise theoretisch auch mit dem neuen Bosch-Motor kombinierbar. Erst Hersteller haben bereits angekündigt, für die neue Saison entsprechende Räder anzubieten. 
Datenblatt in Englisch:
http://www.fallbrooktech.com/docs/Harmony_Datasheet_DE.pdf

 
 
 

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