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Einkaufsgemeinschaft ZEG ruft Kinderhandschuh zurück

Natürlich ist es nicht schön, wenn eine Firma einen Artikel  zurückrufen muss. Natürlich gibt es bessere Nachrichten, die man verbreiten kann. Doch viele Firmen sind sich ihrer Verantwortung bewusst und melden Rückrufe beispielsweise auch auf ihren Internetseiten auf der Startseite, um möglichst viele Menschen (Kunden) zu informieren und zu warnen. Anders die Einkaufsgenossenschaft ZEG, immerhin nach eigenen Angaben Europas größte Einkaufsgenossenschaft (960 Zweiradfachmärkte in ganz Europa). .

Sie teilte nur ihren Mitgliedern, also den angeschlossenen Fahrradhändlern mit, dass der Kinderhandschuh der Eigenmarke Centano wegen gesundheitsgefährdender Substanzen aus dem Verkehr gezogen werden sollte. Auf der Internetseite ist kein Hinweis auf den möglicherweise gesundheitsgefährdenden Handschuh zu finden. 

Das Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln hatte nach einer chemisch-analytischen Untersuchung im schwarzen Einfassband des Handschuhs Spuren des Dispersionsfarbstoffs  Dispersions-Orange gefunden. Dispersions-Orange, auch unter dem Namen DO3 bekannt, steht schon etliche Jahre im Verdacht, Allergien auslösen zu können. Einige dieser Verbindungen sollen sogar krebserregend sein, insbesondere die Reaktionsprodukte des Farbstoffes, die beispielsweise unter Schweißeinwirkung entstehen. So bilden sich aus dem Dispersions-Orange auf der menschlichen Haut durch Bakterien Amine. Dies konnte bereits vor elf Jahren nachgewiesen werden (für wissenschaftliche Freaks: Platzek et al. Hum Exp Tox 18:552-559, 1999).

Die Wissenschaftler konnten feststellen, dass Hautbakterien wie Staphylococcus epidermidis diese Reaktion auslösen können.  Die Abbauprodukte (bei Dispersions-Orange ist es p-Phenylendiamin) können nicht nur Krebs verursachen, sondern auch mutagene Wirkungen zeigen, also eine Erbschädigung hervorrufen. Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) hatte bereits vor rund zehn Jahren Herstellern geraten, auf Dispersionsfarbstoffe zu verzichten. Laut Aussage des Nachfolgeinstituts, dem Institut für gesundheitliche Risikobewertung (BfR), werden Dispersionsfarbstoffe von "namhaften Herstellern" nicht mehr eingesetzt.  

Nun ist der Einsatz selbst für erwachsene Hände mehr als unangenehm, um nicht zu sagen: potentiell gefährlich. Dass dieser Farbstoff dann auch noch in Produkten für Kinder eingesetzt wird, denen unserer besonderer Schutz gelten sollte, ist schon mehr als ärgerlich. Das Verhalten und Abducken der ZEG ist dagegen mehr als skandalös.

Zur Erinnerung: Nicht die ZEG hat den gesundheitsgefährlichen Handschuh untersucht, sondern die zuständige Aufsichtsbehörde in Köln, das Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln. Auch der Fahrradclub ADFC fragt sich, warum über den Rückruf der Kinderhandschuhe nur die Händler informiert werden, nicht aber die Presse und die die Mütter und Väter, die den Handschuh wohlmöglich schon gekauft haben. Mehr als fraglich, dass Händler über Adressdaten der Kunden verfügen, die einen Kinderhandschuh gekauft haben.

Der ADFC rät übrigens Käufer sich an den ZEG-Händler vor Ort zu wenden und wegen des vorliegenden Sachmangels die Erstattung des Kaufpreises zu fordern. Wer Fragen hat, kann sich auch an die ZEG wenden: Tel. 0221 / 179 59-0.

Autor: Dipl. Biochemiker Ulf Hoffmann 

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