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Tipp zum Campen mit Grizzlys und Schwarzbären in Nordamerika

Es ist schwierig, allgemein gültige Tipps zum richtigen Verhalten zu geben. Bären sind Individualisten, die genauso unterschiedlich wie Menschen reagieren. Doch es gibt ein paar Vorsichtsmaßnahmen, die zwar nicht verhindern können, dass man auf Bären trifft, die aber aber das Risiko minimieren, das man verletzt oder getötet wird. Globetrotter Ulf Hoffmann gibt Tipps zum richtigen Verhalten.

Bisher sind bei mir alle Begegnungen mit Grizzlys und Schwarzbären glimpflich ausgegangen (Klar, sonst könnte ich auch nicht diese Zeilen schreiben). Über das richtige Verhalten mit Bären wurden schon etliche (Horror)Bücher geschrieben. Vor meiner ersten Tour ins Grizzlyland habe ich so ziemlich alles gelesen, was vor allem der englischsprachige Literaturmarkt so hergibt. Besonders lecker sind die Bücher von Stephen Herrero mit anschaulichem Bildmaterial. Wird so manchen dann doch vor einer Tour durch Nordamerika abhalten. Begegnung quasi Face-To-Face hatte ich bisher  "nur" mit Schwarzbären, aber zum Glück schlichen sie nur ums Zelt. Ich bevorzuge übrigens die Monate Juni und Juli für Reisen, da ist es dann Tag und Nacht hell ist, und man kann mal rausschauen, wenn merkwürdige Geräusche einen nicht schlafen lassen. Wenn es dunkel ist, kann das der Horror sein. 

Große Probleme mit Bären hatte ich eigentlich nur auf Campingplätzen. Nicht immer werden sie aufgrund eines aggressiven oder zu neugierigen Bären vorher geschlossen. Oft, muss es erst zu Problemen kommen, bis reagiert wird. Manche Campgrounds sind durch einen Elektrozaun geschützt. Aber leider nur die wenigsten. Leider mag der Ami sein Barbecue und während die Rentner abends in ihre 1 Mio Dollor Mobile Home verschwinden, riecht es draußen richtig lecker. Das lockt Bären über mehr als 10 km an und der arme Zeltcamper hat es dann auszubaden. Ich habe Nächte auf Campingplätzen erlebt, da streunte der Bär rum und der hätte mich wohl fressen können und trotzdem wären die in der Nachbarschaft stehenden Mobilhomer nicht wach geworden.

Ich zelte deshalb lieber wild. Der Bär, der da kommt ist meist nicht an Menschen gewöhnt und scheu. Nur seine Neugierde lässt ihn vielleicht zum Zelt kommen. Das Essen und alles was riecht ist in mindestens 200 Meter Entfernung im Bear-Container (s.o.) sowie in Ortliebsäcken mit einem Tau über einen Ast eines Baumes geworfen. In mindestens 3 Meter 50, damit auch ein großer Grizzly nicht stehend ran kommt und mindestens einen Meter entfernt vom Stamm, damit Schwarzbären (die gerne auf Bäume klettern) nicht von der Stammseite herankommen.  

Einen richtigen Baum zu finden ist gar nicht so einfach, und dann auch noch das Seil über den Ast zu bekommen. Ein weiteres Problem ist es, das manchmal viel Zeit in Anspruch nimmt. 

Zu meiner Grundausstattung gehört:

  • Bear-Resistant-Foodcontainer
  • Bärenglocke
  • Pfefferspray
  • Horn, welches mit Druckluft betrieben wird, und mit einer Fahrradpumpe wieder gefüllt werden kann. Das Horn macht einen ohrenbetörenden Lärm, mit dem ich schon so manchen Truckfahrer erschreckt habe. Auch Bären nehmen da reißaus, zudem kann man sich gut bemerkbar machen, wenn man auf kurviger Strecker oder auf TRails unterwegs ist. Denn besonders gefährlich ist es, wenn man einen Bär überrascht   

Wichtig ist auch, sich eine psychologische Barriere zu suchen. Dies kann zum Beispiel auch das Fahrrad sein, das man liegen lässt und sich dann langsam und ruhig entfernt. Bei einer Wanderung wird angeraten, den Rucksack fallen zu lassen, da der Bär dann meist den Rucksack beschnuppert. Lieber der Rucksack wird zerfetzt als der Träger.

Bisher musste ich erst einmal das Rad als psychologische Barriere einsetzen. Ein Schwarzbär war mächtig neugierig und ließ sich nicht vertreiben, kam immer näher, rund 50 Meter vor mir entschloss ich mich, das Rad hinzulegen, das Pfefferspray zu entsichern. Das Horn und lautes Brüllen hat ihn schließlich wegrennen lassen. 

 

Zum Schluß:

Don´t be panic: Die Wahrscheinlichkeit, dass was passiert, ist sehr gering (es sei denn, man kocht im oder vor dem Zelt, und lässt die Schokolade oder Wurst nachts im Zelt liegen. Aber dann ist man selber Schuld. Ich habe bisher rund 300 Nächte in Nordamerika in Bear-Country gezeltet. Die Begegnungen mit Bären kann ich an einer Hand abzählen. Auch Begegnungen mit Bärenkindern und dem Muttertier gingen glimpflich aus. 

(siehe auch Artikel aus dem Jahr 1996)

 

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