Messeneuheiten der Eurobike 2013

Die Eurobike 2013 stand komplett im Zeichen von Angie. Aber natürlich gab es auch rund um den Trubel des Kanzlerbesuchs doch einige Highlights, von denen vielleicht auch manch eine Neuerung es bis in die Läden schafft. Der Trend zur Motorisierung setzt sich massiv fort.

Immer mehr Hersteller springen auf den Zug auf. Die 29er-Zoll-Räder sind ebenso rasant in den Markt eingetreten. Auf den Nenner der Trends bringt es vielleicht ein E-MTB mit 29er-Schlappen, und demnächst vielleicht ohne Kette. Denn auch der Riemenantrieb wurde bei immer mehr Herstellern gesichtet. Noch dominiert hier der Gates-Antrieb. Aber Conti-Tech zeigte an einem eigenen Stand den neuen Riemen, der auf der Hannover-Messe Premiere gefeiert hatte.

War das Fahrrad früher ein Lifestyleprodukt fürs Wochenende, als Spielgerät und nur selten alltägliches Fortbewegungsmittel, separiert sich der Markt immer stärker auch in Bereiche, in denen scheinbar Geld keine Rolle spielt, wo aber die Optik viel wichtiger als die Marke ist.

Accessoires, die keiner eigentlich wirklich braucht, aber nachgefragt werden, sind ein gutes Zeichen für eine Entwicklung, in der das Fahrrad in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Das Elektrofahrrad trägt dazu bei, und manch einer, auch unter den Herstellern, ist der Meinung, dass in nicht allzu ferner Zukunft, der Elektromotor wie die Gangschaltung zur Selbstverständlichkeit am Fahrrad gehört. Riese und Müller geht zum Beispiel jetzt konsequent diesen Weg und stellt nur noch Elektrofahrräder her. Sicherlich die Darmstädter als Premiummarke waren nie für den Massenmarkt geeignet, und höchstwahrscheinlich wird es immer noch in 20 Jahre Räder ohne Elektromotor geben, denn ob bis dahin, das Energieproblem geklärt ist? Und wie soll man die schweren Räder in das Dachgeschoss tragen?

Das fliegende Rad ist noch nicht erfunden, auch nicht das Rad welches nicht geklaut wird. Aber das Gewicht sinkt auch bei den Elektrofahrädern, selbstverständlich nicht bei Rädern in den unteren Preissegmenten. Weniger Gewicht heißt höherer Preis, das Gesetzt kennt man auch von MTBs oder Rennrädern. 

Was gab es also auf der Eurobike außer Frau Merkel zu bestaunen? Rund 200 Weltneuheiten, von der man nicht jede wirklich erwähnen muss. Aber ein paar gehören schon zur Chronistenpflicht.

Magura stellte zum Beispiel eine automatische Gabel vor. Bei der "Elect" misst ein Sensor die Bewegung und blockiert oder öffnet die Gabel automatisch. Sensoren werden am Rad immer wichtiger. Wer viel alleine unterwegs ist, findet eventuell die Erfindung des "ICEdot Crash Sensor" spannend.  Dieser erkennt Bewegungen oder Stöße und reagiert darauf. Bei einem Aufprall wird ein Countdown ausgelöst, kann der Fahrer diesen nicht ausstellen, so schickt die App eine Alarmmeldung inklusive der GPS-Daten an eine vorher einprogrammierte Nummer.

Eine "unsichtbare Bremse" zeigte Look mit der 695 Aerolight, bei die Bremsschuhe in der Gabel versteckt sind. AGU hat einen Regenmantel entwickelt, der sich zum Poncho umfunktionieren lässt (AGU SEQ Urban). 

Integration von Akku und Motor sind bei E-Bikes ein großes Thema. Protanium ist dies beim "Yes 2" mit einem Schaftmotor sehr gut gelungen. Die Batterien werden im Sattel versteckt. Die Schweizer Andy Muff GmbH zeigte ein E-Bike, bei dem Akku im Rahmen verschwindet. Electrolyte zeigte ein E-Bike, bei dem der Akku die Gabel bildet und zwar ähnlich der Lefty-Gabel von Cannondale. Allerdings großer Unterschied: bei Elektrolyte ist die Gabel nicht gefedert. 

Spannend ist auch die Kombi aus Fahrradschloss und Gürtel von "Hiplok Lite", so kann die Kette um die Hüfte getragen werden. Vielleicht ein Beispiel dafür, dass es uns zu gut geht ist die bedruckte Felge von Büchel. Felgen können dabei nach individuellen Wünschen bedruckt werden. Die Farbe soll 10 Jahre lang halten.