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Reaktionen auf Pedelec-Test von ADAC & Stiftung Warentest

Das Ergebnis des jüngsten Pedelec-Tests von Stiftung Warentest und ADAC musste natürlich Reaktionen hervorrufen. Neun mal "mangelhaft" und nur zwei mal "gut" bei 16 getesteten Modelle lässt viele Verlierer zurück. Verlierer wie Sieger haben sich nun zu Wort gemeldet. Darunter acht Hersteller, der VCD, ADFC, ZIV, VSF, aber auch das NRW-Arbeitsministerium. Bei den Herstellern gibt es die üblichen Reflexe. Doch kritische Stimmen richten sich nicht nur an die Tester sondern auch an die Mitbewerber. Wir dokumentieren die Statements und Einschätzungen.


Der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) ist die Lobby-Vereinigung der Fahrradindustrie, in der zahlreiche Hersteller aber auch Zulieferer Mitglied sind. Der ZIV bemängelt in einer Stellungnahme vor allem die Intransparenz und von der Norm abweichenden Prüfverfahren:

"Gebrochene Lenker und Rahmen, schlechte Bremsen sowie elektrische Antriebssysteme, die elektromagnetische Strahlen aussenden, waren laut Stiftung Warentest für die schlechten Testergebnisse verantwortlich. Für den ZIV stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, warum die von der StiWa und dem ADAC ermittelten Schäden, nicht auch in der Praxis auftreten. Sowohl eine vom Einzelhandelsverband VDZ durchgeführte Blitzumfrage, wie auch die Ergebnisse der Diskussionen in der ZIV-Arbeitsgruppe „E-Bike“, die sich seit mehr als 10 Jahren mit dem Thema beschäftigt, zeigen, dass diese Schäden nach unserem Kenntnisstand in der Praxis keine Rolle spielen."

Kritisiert wird vor allem das Prüfverfahren und dass die Messwerte und Lastspielzahlen seitens der Stiftung Warentest nicht veröffentlicht werden. Ein Vorwurf, der immer wieder kommt. Angeblich gab es mal eine Einladung der Stiftung an die Hersteller, die Daten einzusehen. Die Einladung soll aber nicht konkret ausgesprochen worden sein, dass Betroffene die Zahlen einsehen können. Jedenfalls war dies der Stand 2012, als während der Vivavelo auch über dieses Thema diskutiert worden ist. 

Der ZIV kritisiert aber auch die negative Berichterstattung.

"Abgesehen von den Testgebnissen, ist nach Auffassung des ZIV die Art und der Wortlaut der Veröffentlichung als sehr negativ anzusehen. Es wird der Anschein erweckt, dass E-Bikes grundsätzlich gefährlich und unsicher seien. Dabei bleibt komplett unberücksichtigt, dass es Produkte gibt, die den Anforderungen der StiWa entsprochen haben. "

Stimmt, die Titelüberschrift lautet "E-Bikes mit Risiko" und der Artikel ist mit "Das Risiko fährt mit" überschrieben. Die Einleitung lautet: Rahmenbruch, Bremsversagen, Funkstörungen: Räder für mehr als 2000 Euro machen im Test schlapp. Gleich 9 von 16 Elektrofahrrädern fallen durch. Nur 2 kommen gut ins Ziel."

Na ja, bei neun Mal "mangelhaft" und nur zwei mal "gut" ist es natürlich auch schwierig, zu jubeln. Der ZIV behauptet auch: "Eine Vielzahl an erfolgreichen E-Bike Modellen waren nicht Bestandteil der Prüfung". Stimmt, denn das lässt sich wohl weder belegen noch widerlegen. Während der Pressekonferenz auf die Auswahl angesprochen, hieß es, dies sei ein guter Querschnitt und spiegle den Markt wider. Da kann man natürlich immer anderer Meinung sein.

Das Problem: Die Kosten. "Allein die Prüfkosten betragen pro Fahrrad etwa 15.000 Euro", sagt Holger Brackemann, Bereichsleiter Untersuchungen bei der Stiftung Warentest. "Dazu kommen bis zu fünf von uns gekaufte Prüfmuster pro Modell, so dass pro Fahrrad Kosten von etwa 25.000 Euro angefallen sind. Bei 16 Rädern sind das etwa 400.000 Euro. Deshalb übrigens auch der Gemeinsschaftstest mit dem ADAC. 


 

Einen kritischen Blick auf die gesamte Branche wirft einer der Sieger des Tests. Neben dem Stevens E-Courier SX schnitt auch das Kettler Obra RT mit "gut" ab. Kettler Bikes ist der Meinung den Grund für das gute Abschneiden aber auch die vielen Durchfaller zu kennen:

"Dass die Stiftung Warentest in ihren Testurteilen nicht mit Samthandschuhen vorgeht und vermeintliche Mängel eines Produkts rigoros offenlegt, ist hinlänglich bekannt. Im aktuellen E-Bike Test, der in Kooperation mit dem ADAC durchgeführt wurde, zeichnet sich allerdings ein ernüchterndes Bild der E-Bike  Branche, dass in der Form viele Experten überrascht. Neun von sechzehn getesteten Rädern fallen mit der Gesamtnote „Mangelhaft“ durch, fünf erhalten ein „Ausreichend“ oder „Befriedigend“ und lediglich zwei Räder überzeugen mit „Gut“ im Test. Unter den beiden erfreulichen Testsiegern befindet sich das OBRA RT des Deutschen Qualitätsherstellers Kettler."

Kettler fragt sich dann selbst: "Worin liegen die Gründe, dass lediglich zwei Hersteller im Test überzeugen konnten?" Beantwortet wird die Frage von Jens Mensing, Geschäftsbereichsleiter Kettler Bike:

„Für uns ist die Qualitätssicherung ein elementarer Baustein für unseren Erfolg. So testen wir unsere Räder nicht nur auf ein Vielfaches der standardmäßigen DIN-Belastungsvorgaben, wir investieren zusätzlich erhebliche Ressourcen in Tests durch unabhängige Institute. Jedes Rad – natürlich auch jedes E-Bike - ist durch den TÜV Rheinland geprüft und zertifiziert. Die Kombination aus unseren aufwendigen hausinternen Testverfahren und die externen Prüfungen ermöglichen uns eine gleichbleibend hohe Produktqualität in allen Bereichen, die sich dann in solch positiven  Testergebnissen wie aktuell bei der Stiftung Warentest widerspiegelt.“ 

Dem kann man nicht widersprechen, aber vielleicht sollten wir daran erinnern, dass Kettler bei dem Pedelec-Test im Jahr 2011 (siehe Heft 8-2011) mit dem "Twin Front NX8" nur ein "ausreichend" (Note 4,5) bekommen hatte. Ist nur zwei Jahre her. Vielleicht hat man ja bei Kettler daraus gelernt. Und im Trekkingrad-Test von 2009 kam das Kettler Gamma auch nur auf ein "ausreichend" (Note 3,6). Aber wir wollen nicht weiter in der Vergangenheit buddeln, sondern uns mit Kettler freuen, dass jetzt die Verkaufszahlen deutlich ansteigen werden. Hoffentlich können die nur schnell genug liefern...


Der ADFC schlägt sich auf die Seite von ADAC und Stiftung Warentest. In einer Stellungnahme heißt es: 

Roland Huhn, Rechtsreferent: "Die Anforderungen der Stiftung Warentest seien anspruchsvoller als die einschlägigen Normen, aber realitätsnah, so Huhn. „Rahmenbrüche bei Pedelecs kommen in der Praxis durchaus vor. Dass auch hochpreisige Modelle mit Schäden und Funktionsmängeln zu kämpfen haben, ist ärgerlich. So werden die eigentlich guten Produkte zum Sicherheitsrisiko.“ Das sei zu vermeiden, wenn die Hersteller ihre Produkte anhand realitätsnaher Kriterien entwickeln und vor dem Verkauf mit Prüfverfahren auf dem Stand der Technik testen. „Diese Sorgfalt kostet natürlich Geld, aber wenn Kunden durch Meldungen über Qualitätsprobleme abgeschreckt werden, wird das auf Dauer vermutlich noch teurer“.

Pedelecs seien ideal, um Menschen aufs Fahrrad zu bringen, auch für längere Strecken, doch dazu müssten die Modelle aber auch sehr zuverlässig sein, so Huhn weiter, sonst könne der Ruf leiden und Kunden vom Kauf abhalten. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 


 

Das Fischer E-Bike war eines von zwei "Billigrädern" im Test. Getestet worden war das E-Bike City Pedelec CU 01 für 1000 Euro (im Supermarkt bekommt man es aktuell für knapp 700 Euro)

Dass so viele, teilweise sehr hochpreisige Pedelecs so negativ bewertet werden, lässt u.E. auf etwas fragwürdige Prüf-Kriterien schließen. Für andere Hersteller können wir nicht sprechen, für unser Vorjahres-Modell möchten wir das negative Testurteil aber wie folgt kommentieren: 

Unser FISCHER Volks-E-Bike 2012 wurde bei TÜV Rheinland / LGA geprüft und hat alle zum Zeitpunkt der Produktion gültigen gesetzlichen und normativen Anforderungen an die Sicherheit (inkl. u.a. Bremsen und EMV), wie auch an die chemischen Eigenschaften der verbauten Komponenten erfüllt.

- Prüfgrundlage waren das zum Zeitpunkt der Prüfung gültige EK2/AK2.1 Schreiben 12-01:2012 (abgestimmtes Prüfprogramm aller GS-fähigen Stellen), sowie die entsprechenden Normen EN 15194:2009 und EN 14764:2005. Für unser Pedelec wurde nach Bestehen aller Prüfungen das Prüfzeichen LGA tested Fahrradsicherheit ausgestellt.


Fischer führt weiter aus, dass die Stiftung Warentest bezüglich der Haltbarkeit des Pedelecs und der Komponenten weit oberhalb der vorgenannten Prüfgrundlagen getestet habe. Die Folge war ein Gabelanriss. Die Prüfkriterien werteten allerdings die schwachen Bremsen stärker so dass das Rad abgewertet wurde und ein "mangelhaft" bekam. Ohne die "schwächlichen V-Brakes" hätte es höchstwahrscheinlich ein "Befriedigend" bekommen.

Auch der Störstrahlung wird widersprochen: "Seitens TÜV-Rheinland / LGA liegt uns auch zu diesem Punkt ein positiver Testbericht vor". Die von der Stiftung kritisierte Reichweite von 25 km, trotz zweier Akkus, weist Fischer zurück: " Die angegebene Reichweite von 25 km können wir nicht nachvollziehen. Ein Test von TÜV Rheinland / LGA weist nach, dass mit unserem Pedelec Reichweiten zwischen 49 und 103 km erzielt werden können - je nach Unterstützungsstufe."

 

 


Die Winora-Group hat es schwer, denn von ihr sind gleich drei Räder getestet worden. Zur Winora Group gehören ja eine Reihe von Marken, so dass der Kunde (und vielleicht auch die Testeinkäufer) da schon mal den Überblick verlieren können, wer da zu welchem Konzern, oder sagen wir "Firmenkonsortium" gehört.

Die Winora-Group geht in ihrer Stellungnahme zunächst auf das Sinus B3 ein, das wegen eines Lenkerschadens  auf "mangelhaft" abgewertet wurde. Ansonsten hätte es wohl ein "gut" bekommen. 

"Im Testbericht der Stiftung Warentest vom Juni 2013 (Ausgabe 6/2013) wurde unser Sinus B3 mit dem Gesamturteil mangelhaft bewertet. Grund dafür war ein Lenkerbruch. Ferner wurde dem Pedelec von der unabhängigen Expertenjury der Stiftung Warentest und dem ADAC ein „gutes Fahrverhalten, komfortabel, wendig“ bescheinigt. Das Sinus B3 ist bereits seit Ende 2012 in unserem Sortiment und weder in unseren Servicestellen noch bei unseren Fachhandelspartnern konnte ein solcher Mangel bisher festgestellt werden. All unsere Lenker werden nach EN-Norm geprüft und entsprechen damit den geltenden Auflagen. Die Sicherheit unserer Kunden steht an oberster Stelle, deshalb haben wir bereits den ausführlichen Prüfbericht der Stiftung Warentest angefordert und werden dem Lenkerbruch mit weiteren Tests sowie der Beauftragung externer Testinstitute auf den Grund gehen. In Kürze werden unsere Käufer von ihrem jeweiligen Fachhändler über das weitere Vorgehen informiert."

Weiter wird noch darauf hingewiesen, dass die Winora Group als Mehrmarkenhersteller mit dem Winora C2 AGT und dem Hercules Tourer 8 Pro zu den besten vier Rädern des Tests der Stiftung Warentest gehöre.

Das Sinus-Fahrrad könnte sich zum Schnäppchen entwickeln. Einfach Lenker austauschen (vielleicht auch noch den Vorbau) und hat man ein gut getestetes Fahrrad.


 

Derby Cycle hatte mit dem Raleigh Impulse Premium iR HS ein mit "mangelhaft" bewertetes Rad im Test. "Stört extrem" schreibt die Stiftung Warentest. Aus diesem Grund wurde es abgewertet. Die Derby Cycle Holding GmbH schreibt dazu:

"Ein unabhängiges Prüfinstitut bestätigte indes bereits im Jahr 2011, dass das in dem Modell verwendete Antriebssystem den Anforderungen der Richtlinie über elektromagnetische Verträglichkeit (EMV-Richtlinie 2004/108/EG) entspricht. Aus diesem Grund und da die konkreten Testergebnisse derzeit noch nicht im Detail bekannt sind, geht das Unternehmen davon aus, dass seine E-Bikes den gesetzlichen Vorgaben entsprechen."

Mitgeliefert wird auch gleich das Zertifikat eines "im wesentlichen baugleich"(en) Modells, dass die Erfüllung aller im Rahmen der CE-Kennzeichnungspflicht nötigen EMV-Kriterien zur Abschirmung elektromagnetischer Strahlen bestätige. Es bleibt abzuwarten, wie dieser Fall ausgeht. 


 

Das Flyer CSR Deluxe wurde mit "mangelhaft" bewertet. Grund ist vor allem der Bruch des Ausfallendes. Während das Rad sonst in den anderen Kategorien (Fahren, Antriebssystem & Motor, Handhabung) mit "gut" abschnitt. Flyer richtet sich als einziger nicht an die Presse, sondern im Schreiben an die Kunden: 

"Wir können Ihre aktuelle Besorgnis sehr gut verstehen. Gleichzeitig können wir Sie beruhigen und Ihnen versichern, dass Produkte von Flyer höchste Qualitätsstandards erfüllen. "


Weiter heißt es:

Stiftung Warentest wertet unser Modell C5R Deluxe aufgrund eines im simulierten Dauertest gebrochenen Ausfallendes ab. Bei der Dauerprüfung, die zur Abwertung führte, simulierten die Prüfer 20´000 km Dauerfahrt unter Testkriterien, die uns trotz sofortiger Nachfrage bisher nicht zugänglich gemacht wurden. Eine umfassende und 
technisch fundierte Stellungnahme ist deshalb aktuell nicht möglich. Wir setzen alles daran, die offenen Fragen lückenlos aufzuklären. 
Durchweg gute bis sehr gute Noten erhält das FLYER-Modell C5R im aktuellen Test für die Fahreigenschaft, Antriebssystem und Motor, die Handhabung, Schadstoffkonzentration in den Griffen sowie bei wichtigen Sicherheitskomponenten wie Bremssystem und elektromagnetische Verträglichkeit (EMV).

Und dann wieder das übliche Problem: "Weil Stiftung Warentest uns die Detail zu den Testmethoden bisher nicht zur Verfügung gestellt hat, ist uns eine umfassende Stellungnahme zurzeit nicht möglich."

Weiter wird auf einen Langzeittest des Schweizerischen Touring Clubs (TCS) verwiesen, bei dem einem Flyer hohe Langzeitqualitäten mit Bestnoten in sämtlichen getesteten Kategorien ausstellt worden seien. Das Modell wird allerdings nicht genannt, auf der TCS-Seite ist dazu aus nicht zu finden, außer einer Bilderstrecke einer Firmenbesichtigung und natürlich kann man zwei Modelle nicht unbedingt vergleichen.

Aber Flyer zeigt ein Problem auf, das nicht so einfach aus der Welt zu schaffen ist und eigentlich so alt ist, wie die Fahrradtests der Stiftung Warentest: Wird zu hart getestet, das heißt zu weit oberhalb sonstiger Prüfanforderungen? Sind die Prüfbedingungen realistisch? Flyer ist einer der Hersteller, der mit Verleihfirmen wie Movelo zusammenarbeitet, die den Elektroradverleih für touristische Unternehmen organisieren. So wird argumentiert, dass man so in der Praxis schnell festgestellt hätte, wenn es zu einem Bruch gekommen wäre. Vielleicht liegt es ja aber auch daran, dass die Räder recht schnell wieder ausgetauscht und durch neue Modelle ersetzt werden. Aber Fyler verweist auf Räder, die mehr als 50.000 km gelaufen sein sollen. Vielleicht wäre auch eine Abstufung sinnvoll, ein Bruch nach 20.000 simulierten Kilometern ist immer noch ärgerlich, aber eben nicht so schlimm wie ein Bruch nach 5000 km.

Siehe dazu auch die Stellungnahme vom VCD.

 


 

KTM hat auch eine Stellungnahme veröffentlicht. Und diese strotz vor Unverständnis und Eigenlob. Eine Stellungnahme mit einem Testhinweis auf das "anerkannte Fachmagazin Elektrorad" aufzumachen (für was ist das Magazin denn anerkannt?) und auf die Bestnote "Überragend" zu verweisen, ist schon mehr als frech. Hier hat jemand nicht verstanden, wie unabhängige Test funktionieren. Das werden Äpfel mit Birnen verglichen, da wird ein anzeigenfinanziertes Magazin, welches sich die Räder vom Hersteller zur Verfügung stellen lässt und sich auch über Anzeigen freut, mit den Test der Stiftung Warentest in Verbindung gebracht. Dreist wird es bei der Zwischenüberschrift: "KTM ist besser als der Testsieger".

Ach, wenn da doch bloß nicht der blöde Lenkerbruch wäre.

"Der KTM Line Lenker ist seit Jahren ohne Vorkommnis im Einsatz.Dies gilt auch für den neim Macina 8 verbauten Lenker. Ein makelloses Bauteil. Ein Lenker, der 2009 Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr in verschiedenen KTM Modellen in der Praxis verwendet wird und nicht einen Lenkerbruch aufweist."

Wie man übrigens reagiert, wenn ein Lenker bricht, zeigt die (bedachte) Stellungnahme von Kreidler weiter unten. 


Der Bosch Mittelmotor steckt in 6 von 16 getesteten Rädern. Drei mal auch in Rädern, die ein "mangelhaft" bekamen. Natürlich nicht wegen des Motors. Aber das Bosch sich zu einer Stellungnahme aufgefordert sieht, hängt mit einer Kurzschlussprüfung zusammen. Holger Brackemann hatte auf der Pressekonferenz gesagt:

"Wir haben in diesem Test noch weitere Sicherheitsfragen untersucht, uns die verbauten Akkus genau angeschaut. Sie wurden überladen, kurzgeschlossen und gequetscht (um einen Unfall zu simulieren). Auch hier wurden rechtliche Anforderungen nicht eingehalten: Alle vier Bosch-Akkus mit 11 Amperestunden brannten bei der Kurzschlussprüfung ab. Für den Radler resultiert daraus keine unmittelbare Gefahr, aber die UN-Anforderungen zur Transportsicherheit werden nicht eingehalten."

 

Bosch kontert:

"Die UN-Anforderungen werden von Bosch erfüllt. Alle unsere Akku-Einzelzellen und Akku-Packs werden von unseren Lieferanten, von unseren eigenen Labors und von den externen Insitituten getestet und mit Zertifikaten bestätigt. Zudem schützt die integrierte Batterie-Elektronik den Akku-Pack vor extern angelegten Kurzschlüssen. Bosch weist die getätigten Aussagen zurück. "

 Dieser Sachverhalt wurde auch nur auf der Pressekonferenz angesprochen. Im Artikel wird darauf nicht eingegangen. 


Kreidler richtet sich an seine Kunden auf seiner Webseite. Auch Kreidler hat mit einem Lenkerbruch zu kämpfen. Das Vitality Elite VE 3 geht so ähnlich wie dem KTM Macina Eight. Nur das man bei Kreidler viel vorsichtiger und bedeckter reagiert.

Dieses Ergebnis führte zur Abwertung des Gesamturteils, auch wenn uns die Prüfer von Stiftung Warentest mehrheitlich positive Bewertungen zu unserem Kreidler Produkt bescheinigen (Fahren: „gut“, Antriebssystem + Motor: „gut“, Handhabung: „gut“, Schadstoffe in den Griffen: „sehr gut“).


"Als Kunden unseres Hauses kennen Sie unsere Maxime, Produkte mit hervorragender Qualität und Sorgfalt zu entwickeln und zu vertreiben. Dabei verlassen wir uns nicht nur auf uns selbst, sondern arbeiten ausschließlich mit Firmen zusammen, die die gleichen Qualitätsansprüche verfolgen. In den vergangenen Jahren ist es uns gelungen, Produkte der Marke Kreidler immer wieder in unabhängigen Tests ganz vorne zu platzieren (u.a. Kreidler Vitality Elite – Shimano Alfine 8-Gang, Stiftung Warentest Testsieger 2011 Ausgabe 08/2011).

Der Lenker des bemängelten Testbikes wurde selbstverständlich vor der Produkteinbindung seitens des Herstellers mehrfach nach den entsprechenden gesetzlichen Vorgaben geprüft. Hierbei traten keinerlei Sicherheitsmängel auf. Bis heute hat unser Unternehmen keine Reklamation aus dem Handel oder von Endkunden erhalten.

Auch wenn wir zum jetzigen Zeitpunkt von der Qualität des Lenkers und seinem unbedenklichen Einbau ausgehen, nehmen wir das Ergebnis und die mögliche Reaktion des Endkunden und des Handels sehr ernst. Als Konsequenz werden wir vorerst den Lenker für die laufenden Produktionen vorübergehend aus dem Programm nehmen und bereits produzierte Räder umbauen.
Darüber hinaus richten wir eine Hotline ein, um verunsicherten Endkunden und Fachhändlern eine kompetente Anlaufstelle zu bieten."

 


Und wie reagiert der Testsieger Stevens, dessen Rad E-Courier SX mit 2,4 "gut" abschnitt?

"Bundesweit berichten TV, Rundfunk und Zeitschriften seit Tagen über das Thema. Für Aufsehen sorgen natürlich nicht nur das hervorragende Resultat der Hamburger Testsieger, sondern auch das sehr schwache Abschneiden vieler Mitbewerber." Na ja, der Testsieg hat nicht unbedingt für Aufsehen gesorgt, denn ansonsten hätte ja der ZIV (siehe Stellungnahme oben) nicht auf das negative Eche hingewiesen. 

Und wenn man Testsieger geworden ist, dann sind die Testbedingungen von Stiftung Warentest und ADAC natürlich auch vollkommen okay (Hoffentlich ist man beim nächsten Mal nicht dran....)

Die harten Labor- und Praxistests der Stiftung Warentest belegen eindeutig die hohen Standards, die von den STEVENS Ingenieuren für alle STEVENS Bikes angesetzt werden und wovon auch andere Radkategorien profitieren.

Als eine der prestigeträchtigsten Auszeichnungen gilt ein Sieg bei den Stiftung-Warentest Produktvergleichen. Zum dritten Mal kann STEVENS diese Trophäe in Empfang nehmen. Nach dem Strada 800 Citycrosser und dem Jazz Trekkingrad kam jetzt die Königsklasse der modernen Radentwicklung ins Visier der Produkttester aus Berlin.

16 Räder der namhaftesten und marktrelevantesten Anbieter stellten sich dem Vergleich der Pedelecs. Der Test kann mit Sicherheit als die bislang aufwändigste Prüfung von Pedelecs gelten, weshalb sich die Stiftung Warentest mit dem ADAC zusammengeschlossen hat. Bis zu 5 Testmuster kauften sich die Warentester und unterzogen diese strengen Prüfprozeduren in Praxis und Prüf-Instituten.

Für die Fahrrad-Branche betrüblich ist ein Versagen von nicht weniger als 9 Pedelecs. Allerdings konnten zwei Räder das Testurteil ´gut´ erzielen. Darunter befindet sich auch das Nabenschaltungs-Pedelec von STEVENS E-Courier SX.

 

Brand Manager Volker Dohrmann dankt am Ende noch wie bei einer Meisterschaft: "Unsere Techniker, Zulieferer und Prüfingenieure haben da einen erstklassigen Job gemacht.“ Weitere Details zum Test sollen folgen.


 

Der Verkehrsclub VCD  fragt in seiner Stellungnahme, ob das boomende und umweltfreundliche Verkehrsmittel Pedelec ein Sicherheitsrisiko sei. 

 

Wasilis von Rauch, Elektroradexperte des VCD: „Der Test zeigt zunächst einmal, dass bei sehr großen Belastungen und 20.000 Kilometern simulierter Fahrt nicht alles so stabil ist, wie es sein sollte. Die Branche muss sich das zu Herzen nehmen und Bauteile, wie Lenker oder Rahmen, auch für extreme Belastungen auslegen. Im Zweifel also mehr Sicherheit einplanen.”

Zum konkreten Rahmenbruch des Flyer CR5 im aktuellen E-Biketest hält Wolfram Hartmann, Vorstand des Händlerverbunds Feiner Räder e.V. fest:

„Unsere Händler verkaufen das betroffene Modell C-Flyer seit vielen Jahren, mittlerweile rund 4000 Stück, einen Rahmenbruch hat es noch nie gegeben”. Erstaunlich ist zudem, dass das gleiche Modell im März 2013 den Dauertest von Ökotest über 20.000 Kilometer ohne Schaden überstanden hat. Lenkerbrüche traten bei Ökotest ebenfalls nicht auf."

Der ökologisch angehauchte Verkehrsclub nutzt auch noch die Möglichkeit der Stellungsnahme für eine Eigenwerbung, um auf ein eigenes Verbraucherportal zu Elektrofahrrädern hinzuweisen oder besser gesagt zu werben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Also, wenn auch ein Landesminister eine Stellungnahme abgibt, dann hat ein Test wirklich große Wellen geschlagen. Landesarbeitsminister Guntram Schneider (SPD) hat dies getan. Schneider, der für die Einhaltung der Produktsicherheit zuständig ist, sieht sich durch die Tests der Stiftung Warentest (und ADAC) bestätigt. Das Land NRW wird jetzt laut Pressemitteilung gezielt die Sicherheit von Elektrofahrrädern überprüfen. "Seit 2012 haben sich Unfälle aufgrund technischer Mängel mit den sogenannten Pedelecs25 gehäuft. Daraufhin haben sich die Arbeitsschutzbehörden in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen seit Herbst letzten Jahres intensiv mit den Fahrrädern mit Hilfsmotor befasst, die Pedelecs25 getestet und ein Marktüberwachungsprogramm entwickelt, das jetzt startet.", heißt es in einer Pressemitteilung. 

Landesarbeitsminister Schneider:  

„Technisch mangelhafte Pedelecs25 sind eine Gefahr für die Gesundheit und müssen aus dem Verkehr gezogen werden“.

Die Überprüfungen, die bis November 2013 stichprobenartig bei Herstellern, Händlern und Importeuren durchgeführt werden sollen, übernehmen die Bezirksregierungen. Nach einer ersten Vorabstichprobe habe die Bezirksregierung Köln in dieser Woche bereits erste Pedelecs25 wegen technischer Mängel zurückgerufen.

"Die Pedelecs 25 sind keine Fahrzeuge wie Pkw oder Motorräder, sondern im gesetzgeberischen Sinne Maschinen. Daher kann nach EU-Recht bislang auch keine verpflichtende Sicherheitsprüfung wie bei Pkw vorgeschrieben werden."

 


Eine Woche nach der Pressekonferenz reagiert nun auch der Verbund Service Fahrrad (VSF). Der Branchenverband mit Mitgliedern vor allem aus Fahrradhandel und Industrie kritisiert, dass die Stiftung Warentest "wieder ´`katastrophale`´ Testergebnisse veröffentlicht, ohne den Herstellern der getesteten Pedelecs den detaillierten Versuchshergang beziehungsweise die genauen Testkriterien mitzuteilen.

Angesichts der negativen Publicitiy für die Elektrofahrradbranche fordert der unabhängige Branchenverband VSF (Verbund Service und Fahrrad g.e.V.) die Stiftung Warentest auf, ihr bereits 2010 beim vivavelo Kongress gegebenes Versprechen für eine bessere Zusammenarbeit und mehr Transparenz einzuhalten. Mit der aktuellen Veröffentlichung unter dem Titel „Das Risiko fährt beim E-Bike mit“ scheint die StiWa allerdings eher auf Schlagzeilen, denn auf unabhängige Verbraucherinformation aus zu sein.

Genau dies ist 2012 nochmal auf dem Kongress zur Sprache gekommen. Leider war niemand von der Stiftung Warentest anwesend. Und anscheinend ist seitdem nichts bis gar nichts passiert. 

Der VSF kritisiert weiter:


Für Aufmerksamkeit sorgt die StiWa diesmal durch gebrochene Rahmen und Lenker bei einem simulierten Dauertest über 20.000 km. StiWa Testleiter Dr. Holger Brackemann nahm bei der offiziellen Vorstellung der Ergebnisse die Hersteller in die Pflicht, „ausreichende Sicherheitsprüfungen“ vor dem Verkauf der Räder vorzunehmen. Allerdings ermöglicht er ihnen nicht, die durch die StiWa ermittelten angeblichen Fehlfunktionen nachzuvollziehen.

Der VSF kontert mit zwei Stellungnahmen:

Uwe Wöll, VSF-Produktmanager:

„Von unseren rund 230 Fachhandelsmitgliedern verkaufen 84 % seit vielen Jahren Pedelecs. Allerdings kann keiner von ihnen im Vergleich zu ‚normalen’ Fahrrädern einen deutlichen Anstieg an Lenker- oder Rahmenbrüchen konstatieren. Abgesehen davon sollten selbstverständlich auch Pedelecs regelmäßig zur Inspektion. So können Frühschäden und Funktionsmängel entdeckt und die entsprechenden Teile rechtzeitig getauscht werden.“

Dirk Zedler, Inhaber des Ingenieur und Sachverständigenbüros für Fahrradtechnik Zedler:

„Insgesamt gibt es keinerlei Auffälligkeiten im Gutachten-Aufkommen bei Pedelecs, die die Ergebnisse des StiWa-Testes stützen würden.“

 


Der Verein ExtraEnergy e.V. meldet sich auch zu Wort. Hannes Neupert hat sein Statement zu den Unterschieden zwischen Testmethoden von ExtraEnergy und Stiftung Warentest aktualisiert und auf der Webseite veröffentlicht. Die Test unterscheiden sich grundsätzlich, weshalb sie nicht unbedingt vergleichbar sind.


Das Pedelec "Victoria Assen" kam beim Test von Stiftung Warentest und ADAC nur auf ein "Mangelhaft" (4,9). Der Grund waren schlechte Bremswerte. Die Hermann Hartje KG reagiert drauf mit einer auf ihrer Webseite veröffentlichten Stellungnahme, aus der wir zitieren:

Das Testergebnis des wegen angeblich „schwächlicher V-Brakes” abgewerteten VICTORIA „Assen“ ist für uns nicht nachvollziehbar. Wie bei allen eingesetzten Bremskombinationen wurde auch die beim „Assen“ eingesetzte Kombination (Hebel, Bremse, Felge) einem Bremsentest auf einem zertifizierten Prüfstand, hier der „Brakebull“ von Velotech, unterzogen und gemäß der geforderten Mindestverzögerungswerte nach DIN EN 14764 getestet.

Hartje geht danach als einziger Hersteller genauer auf die eigenen durchgeführten Tests ein und liefert Zahlen:

 

Die beim VICTORIA “Assen” verwendete Kombination aus SHIMANO “BR-M422″ V-Bremse und TEKTRO “CL 330″ Bremshebel, hat die Prüfung, die beim Hersteller Derby auf XXL-Niveau für ein zulässiges Gesamtgewicht von 170 kg durchgeführt wurde, nicht nur bestanden sondern sogar übertroffen. Das erzielte Ergebnis lässt für diese Bremskombination demnach eine Freigabe für ein zulässiges Gesamtgewicht von 206 kg zu. Das zulässige Gesamtgewicht für das VICTORIA „Assen“ beträgt jedoch lediglich 130 kg.

Die Prüfergebnisse liegen in allen Fällen deutlich über denen, die von der DIN EN 14764 als Mindestverzögerungswerte vorgegeben sind – alle Angaben in m/s2:

- VR trocken: gemessen 4,6 statt DIN 3,4
- VR nass: gemessen 2,9 statt DIN 2,2
- HR trocken: gemessen 2,7 statt DIN 2,2
- HR nass: gemessen 1,9 statt DIN 1,4

Sowohl die von Stiftung Warentest und ADAC (der ADAC wird in der Stellungnahme komplett unterschlagen) als auch die bei Hartje gemessenen Werte gingen über die Mindestanforderungen der DIN EN 14764 deutlich hinaus (VR trocken: 4,7 – nass: 3,5, HR trocken: 2,6 – nass: 2,0).

Für die Firma ist deshalb nicht nachvollziehbar, warum die dies zu einer derart schlechten Bewertung führe.

Die Messergebnisse, basierend auf den DIN EN 14764 Vorgaben, zeigen, dass es sich um ein Bremssystem handelt, dass die geltenden Sicherheitsbestimmungen übererfüllt! Denn: Als Markenanbieter von Qualitäts-Fahrrädern hat für uns die Sicherheit der Nutzer stets oberste Priorität, so dass wir uns bei der Entwicklung immer nach den geltenden Anforderungen richten.

 

Zum Schluss noch eine diplomatische Forderung:

Die Hermann Hartje KG begrüßt neutrale und objektive Tests ihrer Produkte durch Dritte, die Kriterien dafür sollten sich jedoch an den für die Produkt-Zulassung geltenden Anforderungen orientieren, so dass es zu keinen, für den Verbraucher irreführenden Ergebnissen kommt.

 

 

 

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