Fahrradneuigkeiten von der Hannover Messe

Die Hannover Messe ist natürlich keine Messe, auf der sich die Fahrradbranche trifft und doch waren dieses Jahr viele Fahrräder und Neuigkeiten zu entdecken. Ein E-Bike-Akkuantrieb mittels herkömmlicher (Camping)Gaskartuschen, das Fahrrad ohne Kette oder auch ein neuer Riemenantrieb fürs Fahrrad.

 Der Riemenantrieb der Continental AG (mit ihrer Tochter ContiTech) ist vor allem für Fahrräder mit Elektromotor vorgesehen. 

Riemenantrieb ContiTech Foto: HerstellerDer Vorzug von Zahnriemen gegenüber Ketten liegt auf der Hand: Sie laufen ölfrei, überzeugen durch ihre hohe Lebensdauer, müssen nicht nachgespannt werden und sind wartungsfrei.

Am Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“ Stand war ein Elektrofahrrad ständig umringt. Das Institut für Automatisierung und Informatik (IAI) der Hochschule Harz präsentierte als (fahrbereite) Weltneuheit das in Zusammenarbeit mit der MIFA AG in Sangerhausen entwickelte „Fahrrad ohne Kette“, das X-Pesa. Vermutlich wird es unter der kürzlich von der MIFA AG zugekauften Berliner E-Bike-Marke Grace vermarktet werden.  
X-Pesa Mifa AG Foto: Ulf Hoffmann„Das so genannte Pedelec verzichtet vollständig auf die klassische mechanische Kraftübertragung mittels Kette“, erklärt der Projektleiter Prof. Dr. Klaus-Dietrich Kramer vom Fachbereich Automatisierung und Informatik in Wernigerode. Stattdessen erzeugt ein Generator, der im Kurbeltrieb des Fahrrades eingebaut ist, elektrische Energie, die an den Elektromotor am Hinterrad weitergeleitet wird. Wie ein ‚normales‘ Fahrrad - aber deutlich leichter - fahre sich das kettenlose Modell.

kettenloses Pedelec: X-Pesa Foto: Mifa AGAußerdem lässt sich der Grad der elektrischen Unterstützung vom Fahrer stufenlos einstellen, was den Fahrkomfort zusätzlich erhöht. Die Kommunikation mit dem Fahrer erfolgt über Bluetooth mit Hilfe eines handelsüblichen Smartphones.


Normale Ketten gab es auch zu besichtigen. Wippermann präsentierte mit der Marke Connex eine Reihe neuer Fahrradketten. Logisch, dass es auf einer Hannover Messe weder die einzige, noch die größte Kette war. Da gab es ganz andere Kaliber…

Connex Kette Foto: Ulf Hoffmann

Sehr interessant ist das Forschungsprojekt von eZelleron: Akkus auf Basis von Brennstoffzellen, die ihre Energie aus Gaskartuschen gewinnen. Selbst mit kleinen Gas-Feuerzeugen könnte man zum Beispiel GPS, Handy etc. aufladen (vier Stunden Enerigie aus zehn Feuerzeugen). Eine größere Form die „go::batt 125“ soll mit einer 500 Camping-Gaz-Kartusche (445 g) bei 25 Watt Dauerleistung bis zu 48 Stunden lang Energie liefern. Mit der 250er Kartusche reicht es laut Hersteller für acht Notebookladungen.

eZelleron Akku für E-Bikes Foto: Hersteller Die Akkus in Form einer Thermoskanne lässt sich aber auch als E-Bike-Akku nutzen. In Kombination mit einer 500er-Kartusche sollen bis zu sechs Ladungen eines Akkus möglich sein. Die Firma spricht von einer Reichweite von bis zu 600 Kilometer. Noch sind die Produkte in der Probephase. Vielleicht weiß man zur Eurobike mehr.  

Auch die Projektwerkstatt „NaWaRo-Fahrrad.de – Regionale Nachwachsende Rohstoffe auf Rädern“ war auf der Hannover Messe vertreten. Ein interdisziplinäres Team von Studierenden der TU Berlin hat sich zum Ziel gesetzt, alternative, regionale und ökologische Werk- und Rohstoffe zu erforschen. Es soll ein Fahrrad entwickelt werden, dass zu 90 Prozent aus Material biologischen Ursprungs besteht.