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Immer mehr Elektronik fürs Bike

Bislang ist der Radfahrer weitgehend von zuviel Elektronik an seinem Bike verschont geblieben. Zum Glück werden viele sagen, schließlich kann auf diese Weise auch wenig kaputt gehen. Noch dominiert die klassische Mechanik den Radausflug. Allenfalls ein elektronischer Tacho - meist nur als Zubehör erhältlich - zeugt auch am Rad von der Entwicklung, die die Elektro- und Mikrosystemtechnik in den vergangenen Jahren durchlaufen hat. Doch der Wunsch nach mehr Komfort und einfacher Wartung (beispielsweise der Federung), gepaart mit weniger Störungen bei der Funktion (beispielsweise des Lichts oder der Schaltung), ruft dagegen regelrecht nach mehr Bits und Bytes, nach dem Mini-Computer fürs Rad.

Doch das Notebook für den Lenker, jene Schaltzentrale für Geschwindigkeit, Trittfrequenz, Gangwahl, per Knopfdruck einstellbarer Federung, der optischen Anzeige von Scheinwerfer und Rücklicht, vielleicht auch des Luftdruckes der Reifen oder von Unwuchten im Laufrad, ist natürlich noch nicht auf dem Markt. Einige Hersteller (wie Recker) arbeiten zumindest an einem Cockpit für den Lenker, welcher Tacho, Scheinwerfer und bestimmte Kontrollampen integrieren soll. Es wäre ja auch bereits ein Fortschritt, wenn man die gesamte Lichtanlage mit einem Schalter bedienen könnte. Bereits zum Serienmodell gereift ist der neue Bordcomputer SC-6500 von Shimano.

Auf den ersten Blick sieht der aus wie ein ganz normaler Tacho. Doch der „Flightdeck" ist bereits so eine Art Schaltzentrale, besitzt der Fahrer doch damit die Möglichkeit, sich stets über den ausgewählten Gang zu informieren. Dazu wird der „Flightdeck" über zwei Kabel mit den Schalthebeln verbunden. Auf dem Display erscheint dann die Info, über welches Ritzel und Kettenblatt in diesem Moment die Kette läuft. Zudem kann der „Flightdeck" auch noch das Übersetzungsverhältnis anzeigen. Die Minizentrale läßt sich praktischerweise an allen neueren Schalthebeln mit Ganganzeige von Shimano nachrüsten, beispielsweise bei den Gruppen XT, XTR und LX.

Ursprünglich wurde der Computer für die Ultegra-Rennradgruppe entwickelt. Auch vom Ausstattungskrösus Shimano stammt die erste Automatikschaltung. Die „Auto D" für eine Viergang-Nabenschaltung kommt dieser Tage in den Handel. Ein kleiner Mikrocomputer übernimmt dabei den Schaltvorgang und ordnet diesen bei einer bestimmten Trittfrequenz und Geschwindigkeit an. Auch der Fahrradproduzent Biria und die deutsche Firma PBC basteln an ähnlichen Modellen. Das elektronische Automatikgetriebe von Biria soll dann eine neue Nabe steuern, die sich stufenlos schalten läßt und eine Bandbreite von 540 Prozent haben soll, was immerhin einer Kettenschaltung mit 24 Gängen entspräche.

Der Prototyp wiegt zweieinhalb Kilo und wird mit einem Drehgriff geschaltet. Die PBCVariante setzt auf eine Sieben-Gangkettenschaltung. Der Gangwechsei soll bei der „PBC Automatic Hub 2000" dagegen mechanisch erfolgen. Minimotoren aus der Mikrosystemtechnik, die zum Teil auch in der Medizin etwa als Bohrer eingesetzt werden, könnten demnächst auch am Bike öfters ihren Dienst verrichten. Die Winzlinge können immerhin bis zu 500 Gramm bewegen. Cannondale soll schon mit den stecknadelkopfgroßen Motoren experimentieren.

Auf besseren Komfort bei der Federung setzt die Firma K2 mit dem ersten elektronischen Mountainbike-Stoßdämpfer. Das „SmartShock"-System ist leicht erklärt: Ein Magnet am Dämpfer übermittelt an einen Sensor die Geschwindigkeit, mit der sich der Stoßdämpfer bewegt. Diese Daten werden an einen Chip weitergeleitet, der die Werte je nach Programmierung berechnet und danach den Öldurchfluß und somit die Dämpfungseigenschaften reguliert. Allerdings frißt das System noch mächtig Energie (nach rund zehn Stunden ist die Neun-Volt-Batterie leer). Freilich stürzten sich die Fachmagazine auf diese revolutionäre Technik. Der Chefredakteur vom Mountainbike-Magazin Olaf Beck nannte es sogar „eine Art ESP-Fahrsicherheitsprogramm für Bikes".

Nur hatten die an der TU Hamburg-Harburg durchgeführten Labortests zunächst keine Unterschiede zu nicht-elektronischen Steuerungssystemen feststellen können. Erst der Praxistest, so der Mountainbiker weiter, zeigte, daß es beispielsweise bei Fahrten über Wurzeln mit „Smart-Shock" zu einer besseren Bodenhaftung komme. Die Kollegen vom Konkurrenzmagazin „bike" sahen dies allerdings anders und sprachen nach ihren Tests von „teuren Leuchtdioden" und nannten das „Smart-Shock" einen Placebo. Wie dem auch sei, die Elektronik am Rad wird nicht aufzuhalten sein, wenn auch grundsätzlich die Energieversorgung ein großes Problem darstellt.

Allerdings steht bei vielen Citybikern auf dem Wunschzettel an die Industrie ganz oben, daß die bisher gewiß überschaubare Elektronik am Rad (nämlich die Lichtanlage) wenigstens einwandfrei funktioniert. Scheinwerfer und Rücklicht sollte am Ende des 20. Jahrhunderts nicht ständig den Geist aufgeben, nur weil es regnet, so die Forderung vieler Radfahrer. Bis das nicht einwandfrei garantiert ist, werden sich viele nicht freiwillig unter noch mehr Spannung setzen und einen großen Bogen um die komplexe Elektronik machen. Der Notdienst für „Fahrradfahrer ohne Saft im Akku" ist deshalb noch keine so empfehlenswerte Dienstleistungssparte für Existenzgründer.

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