Trickreiche Werbung für Fischers Volks-E-Bike

Fischer Volks-E-Bike Foto: Ulf HoffmannDieser Tage kommt ein neues E-Bike auf den Markt - groß beworben als das Volks-E-Bike. Vor allem bei der Metro und bei Kaufland ist uns die Werbung aufgefallen. Geworben wird mit "Fischer - Die Fahrradmarke". Mal abgesehen davon, dass es nicht wirklich richtige bekannte und bewusst von der Allgemeinheit wahrgenommene Fahrradmarken gibt, handelt es sich hierbei auch um eingekaufte Markenrechte. Doch wieso findet man in der Werbung das Testurteil "gut" der Stiftung Warentest?

Zunächst zum Hintergrund: Hinter der Marke "Fischer" steckt die Inter-Union Technohandel GmbH in Landau. Fischer E-Bike Foto: Ulf HoffmannDie Inter-Union ist laut eigener Aussage innerhalb der Intertec-Gruppe vor allem für den Vertrieb sowie die Qualitätssicherung der Produkte der Marke Nigrin zuständig, die Autofahrern als Pflegemittel bekannt ist. Im Fahrradbereich sind sie mit Fahrradzubehör der Marke Profex vertreten, welches insbesondere in Discountwarenhäusern und Baumärkten verkauft wird.

2010 hat diese Firma die Marke Fischer übernommen und schreibt auf der eigenen Webseite: "Wir sind Inhaber der Marke und haben den operativen Bereich nicht übernommen und weitergeführt, daher ist es uns leider nicht möglich Ihre Anfragen fachgemäß zu bearbeitenMetrowerbung Fischer E-Bike. Da wir mit den bisher vermarkteten Fahrrädern keinerlei Bezug hatten, möchten wir Sie bitten Ihre Anfrage an die Verkaufsstelle zu richten, bei der Sie Ihre Ware erworben haben."

Und nun kommt also das Volks-E-Bike in die Läden. Bisher kannten wir nun den Volks-PC und natürlich den Volkswagen. Beworben wird das Rad durch die Bild-Zeitung. Gebaut wird es von den Mitteldeutschen Fahrradwerken (MIFA). Das 28 Zoll-Rad kostet um die 900 Euro. Bei Kaufland ist es für 888 € zu haben, bei der Metro für 952 €, jeweils übrigens mit einem serienmäßigen zweiten Akku.
Der Vorderradradmotor bietet 250 Watt, die Akku je 5,4 Ah bei 24 Volt. Hinter schaltet man mit einer 7-Gang-Nexus-Nabe von Shimano. Während Kaufland keine Reichweite angibt, wirbt die Metro mit einer Reichweite von ca. 80 km. Gut ist die LED-Beleuchtung. Laut der Werbung der Metro wurde es nach LGA getestet und zwar in Punkto Fahrsicherheit. Ein entsprechendes Logo ist in der Anzeige zu finden. Aber Achtung, das LGA-Siegel ist nicht mit dem GS-Zeichen vergleichbar, da nur eine Produktgruppe getestet wurde und auch keine nachfolgenden Test aus der laufenden Produktion unbedingt notwendig sind.

Während die Werbung der Metro völlig korrekt ist, wirbt Kaufland mit einem Logo der Stiftung Warentest. Nur wer genau hinschaut, sieht, dass es sich bei dem Testurteil "gut" nur um das Rücklicht handelt, welches im Heft März 2006 mit "gut" bewertet wurde. Hier wird also getrickst, zudem ist das Logo nach den Richtlinien der Stiftung Warentest nicht richtig verwandt worden, da die Vergleichsurteile fehlen.
Kauflandwerbung Logo Stiftung WarentestAlso deshalb sollten sich mögliche Käufer nicht irritieren lassen, das Rad wurde nicht von der Stiftung Warentest getestet, sondern lediglich ein kleines Bauteil des Fahrrades.

Ob es sich um ein Schnäppchen handelt und ob sich das Rad gut fährt, lässt sich ja leider vor Ort nicht testen. Die Räder werden vormontiert verkauft, und müssen auch meist bestellt werden. Eine Probefahrt ist nicht möglich.

Update: Das Rad wird auch in der Baumarktkette B1 Discount angeboten. Dort gibt es auch einen Werbe-Aufsteller. Die Beschreibung ist dort absolut korrekt. Das Stiftung Warentest Logo findet sich nur in der Beschreibung rund um die Beleuchtung und nicht im Hauptbild.