ADFC kritisiert Thüringer Vorstoß zur Helmpflicht
Der ADFC kritisierte, dass durch Forderungen nach Helm- und Warnwestenpflicht die Verantwortung für Unfälle auf die gefährdeten Radfahrer abgewälzt werde. Er fordert, dass Lkw mit Assistenzsystemen ausgestattet werden, die bei Abbiegevorgängen automatisch bremsen, sobald Menschen in den gefährdeten Bereich kommen. „Dem Radfahrer, der vor einen Lkw gerät, helfen weder Helm noch Warnweste, sondern nur der sofortige Stillstand der Räder“, so Hahn-Klöckner.
Auch bei einem Zusammenstoß mit einem Auto wirken Aufprallkräfte, die der beste Helm nicht abfangen kann. Der ADFC hat deshalb das Bundesverkehrsministerium dringend aufgefordert, die Entwicklung eines Außenairbags für Autos finanziell zu unterstützen und seine europaweite Einführung voranzutreiben.
Wer es mit der Verkehrssicherheit von Radfahrern ernst meint, muss nach Auffassung des ADFC vorrangig fahrradfreundlichere Verkehrsplanung betreiben, miserable Radwege durch attraktive ersetzen, die Wartezeiten an Ampeln für Radfahrer verkürzen und niedrigere Autogeschwindigkeiten in bewohnten Gebieten durchsetzen. Denn nur so wird Radfahren attraktiv und sicher: Je mehr Radfahrer auf den Straßen unterwegs sind, desto mehr nehmen Autofahrer sie auch wahr.
In Übereinstimmung mit dem Gesetzgeber, der eine Helmpflicht ebenfalls mehrfach abgelehnt hat, setzt der ADFC beim Thema Fahrradhelm ausschließlich auf Freiwilligkeit, heißt es in einer Mitteilung des Vereins.





