ADFC: Komfortgewinn durch die richtige Lenkerhöhe

Viele Fahrradfahrer nutzen ein sportliches Trekkingrad und fühlen sich mit der leicht geneigten Sitzposition wohl. Wer allerdings aus vermeintlichen Komfortgründen den Fahrradlenker einige Zentimeter über dem Sattelniveau einstellt, mindert damit nicht den Druck auf Handgelenken und Schultern. Das berichtet das Mitgliedermagazin Radwelt des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in seiner neuen Ausgabe. Im Gegenteil: Ein hoher Lenker übt sogar mehr Druck aus.

 

Das menschliche Becken ist auf nur wenige Sitzpositionen festgelegt und kann nicht jede beliebige Neigung auf dem Sattel einnehmen. Deshalb lässt sich die Lenkerhöhe nicht frei wählen, sondern die Sitzposition legt die Position der Hände und damit auch die Lenkerhöhe fest. „Wenn ein Fahrradlenker für die sportliche Sitzhaltung zu hoch eingestellt ist, versucht der Körper instinktiv ihn nach unten wegzudrücken, dass übt nicht nur Druck auf die Handgelenke aus, sondern auch auf die Schultern“, sagt die Ergonomie- und Fahrradexpertin Juliane Neuß vom ADFC.

„Radfahrer, die ihren Lenker um einige Zentimeter nach unten stellen, werden merken, dass sich ihre Sitzhaltung kaum verändert, aber die Belastung der Handgelenke deutlich zurückgeht, weil sich die Schulter senkt“, so Neuß. Sie rät Radfahrern auch auf Cityrädern, die eine aufrechtere Sitzposition haben, den Lenker tiefer zu stellen, um auch hier die Schultern zu entlasten. „Ein tiefer Lenker erhöht den Komfort, auch wenn dies auf den ersten Blick paradox erscheint“, sagt die ADFC-Expertin.