GS-Zeichen für Pedelecs kommt

Ab sofort ist die Vergabe des GS-Zeichens für Pedelecs möglich, das meldet der Fahrradclub ADFC auf seiner Webseite. Damit könnten in einigen Wochen die ersten Pedelecs, also Fahrräder mit elektromotorischer Unterstützung, mit dem Zeichen "Geprüfte Sicherheit" auf den Verkaufsflächen anzutreffen sein. Allerdings seien die Prüfungen recht aufwändig und umfangreich, heißt es beim Prüfinstitut Hansecontrol-Cert, weshalb sich die Verbraucher wohl ein wenig gedulden müssen.

 

Ende April hatte der Arbeitskreis der GS-Prüfstellen die Prüfgrundsätze verabschiedet, nach denen die elektrischen Fahrräder mit dem GS-Zeichen für „Geprüfte Sicherheit“ getestet werden müssen. Erst seitdem ist die Vergabe des GS-Zeichens für Pedelecs möglich. Doch darf auch nicht jeder einfach Testen und zertifizieren. Vergeben wird das Zeichen nach einem einheitlichen Prüfgrundsatz von unabhängigen, akkreditierten Prüfinstituten. Diese Prüfinstitute werden von der Zentralstelle der Länder für Sicherheit (ZLS) bestimmt.

Eines der ersten Prüfinstitute ist die Hansecontrol-Cert in Hamburg: „Bislang konnten sich Händler nicht an eindeutig festgelegten Prüfkriterien für E-Bikes orientieren und wussten nicht, welche Anforderungen genau umzusetzen sind, um den gesetzlichen Vorgaben nachzukommen“, erklärt der Geschäftsführer Martin Büscher. Dieser streckenweise "Normenblindflug" sei zumindest für GS-zeichengeprüfte Pedelecs nun vorbei.

Nach den Ausführungen des Instituts sei in den GS-Prüfgrundsätzen unter anderem die Messung der elektromagnetischen Störfestigkeit festgelegt. Zusätzlich sind mechanische Anforderungen an das komplette Fahrrad auf dem Rollenprüfstand gefordert. Da die Räder der Maschinenrichtlinie untergeordnet sind, muss den technischen Unterlagen eine Risikoeinschätzung beigefügt werden, sagt Büscher und rät: „Beim Kauf eines Pedelecs ist eine GS-Prüfung ein unbedingtes Muss, denn die Risiken beim Fahren eines Rades mit dem eingebauten Rückenwind sind erheblich größer als bei vergleichbaren Rädern ohne Motor.“

Der ADFC weist daraufhin, dass GS-Zeichen im Gegensatz zu dem oftmals als Verbraucherkennzeichen beworbenen CE-Zeichen stehe, das von den Herstellern selbst vergeben wird. Es sagt nämlich wenig über die Qualität aus, sondern lediglich, dass das Produkt den für das Produkt geltenden Vorschriften entspricht.

Hintergrund: GS-Zeichen - worauf ist zu achten?

Immer wieder tauchen gefälsche GS-Zeichen auf. Das 1977 eingeführte Prüfsiegel ist weltweit beliebt, verspricht es doch geprüfte Sicherheit. Verbraucher sollten deshalb beim GS-Zeichen auf ein paar Merkmale achten. Das GS-Zeichen besteht aus einem Grundsiegel wie im oberen Bild zu sehen. Solltest Du das in der oberen Form ohne Zusatz zu sehen sein, ist äußerste Vorsicht geboten, denn zum GS-Logo gehört immer die ausstellenden, zugelassenen Stelle (wie in dem Bild rechts mit dem Logo von Hansecontrol-Cert). Alternativ kann auch eine Kennnummer des Prüfinstituts genannt werden. GS-Zeichen dürfen übrigens nur Prüfinstitute innerhalb der EU vergeben.