Fahrradversicherungen - oft nicht lohnenswert und teuer

Foto: ADFCWer sein Fahrrad für den Fall des Diebstahls versichern möchte, braucht eine passende Hausratversicherung oder eine spezielle Fahrradversicherung. Ein Vergleich der Stiftung Warentest für die Juli-Ausgabe von Finanztest zeigt: Spezielle Fahrradversicherungen bringen meist mehr Schutz als normale Hausratversicherungen, das Extra muss aber auch teuer bezahlt werden.

So verlangen Fahrradversicherer für ein 500 Euro teures Rad gut 50 Euro pro Jahr, für ein 1500 Euro teures Rad sogar häufig über 200 Euro pro Jahr.Unterm Strich bedeutet dies: Der Versicherte wettet darauf, dass sein Fahrrad innerhalb von 7,5 Jahren gestohlen wird, ansonsten rechnet sich nämlich die Versicherung nicht.

Oder anders ausgedrückt: Wer 200 Euro Beitrag bei einem 1500 teuren Rad im Jahr für seine Fahrradversicherung zahlt, legt innerhalb von 7,5 Jahren nochmals den Anschaffungspreis des Fahrrades auf den Tisch. Nicht mitgerechnet, dass das Rad natürlich in dieser Zeit auch rapide an Wert verliert. 

Zunächst sollten Fahrradfahrer daher prüfen, ob sich die eigene Hausratversicherung passend erweitern lässt. Für ein Fahrrad im Wert von 1300 Euro muss je nach Wohnort zwischen 10 und 180 Euro Aufpreis gezahlt werden. Günstige Pakete für Hausrat und Fahrrad bieten zum Beispiel die Versicherer Asstel und LBN.

Da die Versicherungssumme in den meisten Hausrat-Verträgen aber auf fünf Prozent der Versicherungssumme begrenzt ist, können separate Fahrradversicherungen besonders für sehr teure Räder interessant sein. Diese decken dann zum Teil auch Schäden durch Vandalismus, Verschleiß oder Materialfehler ab.

Gerade Teildiebstähle können ein Ärgernis sein und nehmen leider auch deutlich zu. Teure Sättel, Nabendynamos, Lampen oder Bremsen - fast alles wird abgeschraubt. Dagegen helfen nur wenige Versicherungen. Besser ist es, seine hochwertigen Teile durch spezielle Schrauben wie die der Firma Pitlock zu sichern. Durch den Vielkantschlüssel sind sie deutlich besser gegen Diebstahl geschützt.

Deshalb sollten Fahradfahrer immer überlegen, ob es nicht sinnvoller ist die Versicherungsprämie nicht lieber in ein hochwertiges Schloss und diebstahlsichere Schraubverbindungen zu investieren.

Achten müssen Kunden in jedem Fall auf die Klauseln der Versicherer. Zum Teil schreiben sie die Marke des Schlosses vor, zum Teil müssen Räder nachts in geschlossenen Räumen geparkt sein. Reparaturen werden teilweise nur in speziellen Fahrradläden übernommen und Entschädigungen entsprechen nicht immer dem Neupreis.

Auch nicht im jedem Hausratsversicherungsvertrag ist ein Fahrrad mit fünf Prozent mitversichert. In der Regel wird die Versicherungssummer nach der Formel 650 Euro/Quadratmeter Wohnfläche gerechnet. Bei einer 60 Quadratmeter großen Wohnung wären also ein Fahrrad mit bis zu 1950 Euro versichert.

Die Zeitschrift Finanztest hatte in der Ausgabe 6/2010 70 Gesellschaften mit über 130 Tarifen getestet.