Solarzellen auf dem Fahrrad: Saft für Navi, iPod und Handy

Flexcell on bike Foto: Mathieu Gould for FlexcellDie Geschichte vom Strom am Fahrrad ist ein Leidensweg. Ein ganz langer. Angefangen hat alles mit einem kleinen Solarladegerät für Mignonakkus. Festgezurrt mit Riemen oberhalb der Lenkertasche. Das hat ganz gut funktioniert, allerdings war die Sonne meist hinten oder an der Seite, oder es regnet kurz mal zwischendurch. Heute gibt es einen Meter lange Panels, die sich zusammenrollen lassen, wasserdicht und erheblich leistungsstärker sind. Sie sind sehr gut geeignet als Kraftwerk für Fahrradfahrers Spielzeug: Navi, Handy oder iPod. Eine Reise in die Welt von morgen und eine Reise in eine Welt mit noch begrenzten Möglichkeiten.

Der Nabendynamo macht es möglich, er liefert Strom für die meisten Geräte, allerdings nur, wenn nicht das Licht benutzt wird und wenn genügend Bewegungsenergie investiert wird, um auf eine bestimmte Geschwindigkeit zu kommen. Notebooks konnte man leider noch nie am Nabendynamo aufladen, aber was ist denn eigentlich mit Netbooks?

Auch hier ist es nicht so einfach. Der Test mit dem Netbook Samsung N140 mit einem 11,1 V-Akku am ADA-Bikeconverter zeigt: Ab etwa 22km/h wird anscheinend aufgeladen, zuvor blinkt die LED nur auf. Beim Aufladen an der Autobatterie ist sofort die LED zu sehen. Doch wer kann ständig 22 km/h fahren und auch nicht unterschreiten? Auf längeren Radtouren ist solch eine Geschwindigkeit kaum auf Dauer durchzuhalten, nur damit ein Verbraucher mit Strom versorgt wird.

Ein Zwischenspeicher könnte das Problem überbrücken. Das haben auch die Hersteller der Ladegeräte für Nabendynamos teilweise erkannt. Busch & Müller bietet beispielsweise einen Akku für das E-Werk an. Doch es ist fraglich, ob man damit ein Netbook aufladen kann.

Alternativen sind Solarpanels. Diese werden immer leistungsstärker und gleichzeitig auch leichter. Derzeit läuft in Friedrichshafen die Outdoor-Messe und auch dort sind Solarmodule für den Outdoor-Bereich wieder ein Thema. Insbesondere groß im Kommen sind rollbare Module, die sich gut am Rucksack und am Fahrrad verstauen lassen und sich auch flexibel am Zelt anbringen lassen. Die schwedische Firma  Brunton zeigt beispielsweise solch ein Modul.

Allerdings werden die Solaranlagen nicht unbedingt billiger. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf ein paar aktuelle Modelle. Interessant ist eine Kombination aus Solarmodul und dem bereits auf Fahrradtest.de beschriebenen Akku namens Minigorilla. Noch wissen wir nicht, ob man den Minigorilla auch an einem Nabendynamo laden kann. Was allerdings wohl geht, ist das Laden mittels Sonnenenergie.

Es gibt in der Tat reichlich Auswahl, doch bisher konnte uns keine Idee so richtig überzeugen, dass wir sie mal auf eine größere Tour zum Testen mitgenommen hätten. Doch kürzlich beim Surfen auf speziellen Seiten zu Solarmodulen bin ich auf zwei Fabrikate gestoßen, die einen intensiveren Blick wohl lohnen. 

Flexcell Solarmodul  Foto:PromoDas ist zum Einen der Solargorilla der britischen Firma Powertraveller. Das Gerät ist zusammenklappbar mit den Maßen 264 x 200 x 19mm wiegt allerdings auch 820g. Das wird vielen Radfahrern zu viel Gewicht sein. Leichter ist das Flexcell Sunpack der Schweizer Firma VHF-Technologies. Hauptaktionär der Firma ist übrigens die deutsche Firma Q-Cells, einem der weltweit größten Hersteller von Solarzellen. Das Flexcell wiegt nur 500g und lässt sich zusammenrollen (350x55mm). Laut Hersteller soll es auch leichte Regenschauer aushalten. Wir hoffen dies demnächst mal in Natura testen zu können. Deshalb können wir über die Funktionsweise und deren Anbringsmöglichkeiten auf einem Fahrrad noch nicht so viel berichten.

 

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