Die Eurobike kommt in die Gänge: 11-Gang Nabe und 18-Ganggetriebe vorgestellt

Es war vielleicht das Highlight der diesjährigen Eurobike in Friedrichshafen: ein 18-Gang-Getriebe zwei deutscher Ingenieure. Doch die beiden auffälligsten Trends der diesjährigen Eurobike waren E-Bikes und 29-Zoll-Räder. Die erste Gruppe boomt weiter - auch Bosch und Shimano sind aufgesprungen. Bei der Gruppe der 29er-Räder muss man schon fragen: Braucht man wirklich diese großen Räder, die eigentlich sowieso nicht viel mehr als eine Marketingaktion sind, denn im Grunde handelt es sich um 28-Zoll-Räder, die nur anders gemessen werden.

Trotzdem gab es auf der Messe doch so einiges zu entdecken. Der Trend zum E-Bike wurde auch dadurch deutlich dass Bosch und Shimano nun - wenn auch verspätet - in diesen Markt einsteigen. Zwei Platzhirsche, der eine Fastmonopolist im Fahrradkomponentenmarkt und der andere Hauptzulieferer vieler Autohersteller und Weltmarktführer in vielen Elektronik-Bereichen. So stammen die Akkus der auf der Eurobike vorgestellten aus serienmäßigen Bohrschraubern. Okay, sie wurden nicht recycelt, sondern quasi ausgeliehen. Dahinter steckt jede Menge Erfahrung, weshalb man davon ausgehen kann, dass die Akkus halten, was sie versprechen. Zu sehen war der Boschmotor bereits bei einigen Herstellern, zum Beispiel in Rädern von Cannondale, Winora und Scott.

Auch ein 250-Watt-Motor surrt bei Shimano. „Steps“ nannte die Japaner ihre E-Bike-System. Der Motor befindet sich in der Vorderradnabe, der Akku wird unterhalb des Gepäckträgers eingebaut. Laut Hersteller soll der Akku 3000 Ladezyklen überstehen und bereits nach nur einer Stunde fit sein (Zum Vergleich: Bosch gibt 500 Ladezyklen und 2,5 Ladestunden an).

Keine Weltneuheit, aber erstmals auf der Eurobike sah man in bereits auffallend vielen Rädern die neue 11-Gang-Nabe von Shimano. Gleich drei neue Gänge sind im Vergleich zur alten Alfine dazugekommen. Das Übersetzungsverhältnis steigt von 307 auf 409 Prozent. Die Alfine könnte im Trekking- und Reiseradbereich, auch durch den erheblichen günstigeren Preis (etwa 300 Euro) Rohloff mit seiner 14-Gang-Nabe endlich Konkurrenz machen.

Bleiben wir noch bei den Gängen. Eine 18-Gang-Getriebenabe stellten die Stuttgarter Ingenieure Christoph Lermen und Michael Schmitz, beide Geschäftsführer der Pinion GmbH, vor. Echte 18-Gänge, ohne Überschneidungen und ein Übersetzungsverhältnis von 634 Prozent. Das Getriebe sitzt in der Nähe des Tretlagers. Nachteile: besondere Rahmen und ein (vielleicht noch) hohes Gewicht von 2,7 Kilogramm. Ähnlich hoch wird wohl auch der Preis sein, der noch nicht feststeht, da der Messeauftritt vor allem auch dazu diente mit Fahrradherstellern ins Gespräch zu kommen. Die Serienproduktion soll dann 2011 starten. Bisher ist der Antrieb laut Hersteller bei Feldtests und einer Himalaya-Überquerung im Sommer 2010 getestet worden.

Tagfahrlicht kannte man bisher nur bei Autos. Der Beleuchtungshersteller Busch und Müller stellte in Friedrichshafen das nach eigenen Angaben erste Tagfahrlicht für Fahrräder vor. Tagsüber leuchtet dann nicht mehr die Hauptleuchte (die sonst die gewohnten 40 bis 60 Lux bringt) sondern vier bis sechs Mini-LEDs. Die Licht24 soll zwischen 75 und 95 Euro kosten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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