Der mobile Akku Zzing fürs Fahrrad im Härtetest in Island

Zzing Yellow Foto: HerstellerDer Zzing ist die Steckdose für unterwegs. Als Kleinkraftwerk dient ein Nabendynamo (oder auch ein Seitenläufer). Auf einer fünfwöchigen Tour durch Island musste das Gerät beweisen, ob es auch Feuchtigkeit und Wüstensand aushält und jederzeit zuverlässig Strom liefert.

Der Test des Zzing fing mit einem Diebstahl in Reykjavik an (siehe auch Artikel auf BikingIceland.com). Das quietschgelbe nagelneue Gerät lag auf dem Campingplatz im Zelt in der Lenkertasche, zusammen mit dem Klickfixhalter und dem Anschlusshalter. Da bei dem Überfall (bei dem Steine aufs Zelt geworfen wurden und das Zelt zerstört wurde) die komplette Lenkertasche gestohlen wurde, war auch der Zzing verschwunden. Doch offensichtlich stellte das unbekannte Gerät für die Diebe keinen Wert da. Sie warfen es zusammen mit der Lenkertasche einfach ins Gebüsch. Da auch vorbeikommende Spaziergänger offensichtlich keinen Einsatz  für die gelbe Kiste sahen, kam das Gerät wieder zurück in meinen Besitz.

Zzing_setLeider waren die Diebe nicht so gewissenhaft gewesen, vor dem großen Wurf wieder die Reißverschlüsse der Lenkertasche zu schließen, weshalb viele Elektrokabel verloren gegangen sind (oder vielleicht wurden sie auch gestohlen). Als Verlust musste auch der Klickfixadapter gemeldet werden, weshalb der Zzing die nächste Wochen in der Rahmentaschen bleiben musste. 

Das Kabel zum Nabendynamo ist schnell verlegt, ein Klinkenstecker verbindet das Ladekabel mit dem Gerät. Obwohl der Zzing offiziell nicht wasserdicht ist, hält er doch wohl recht viel aus. Auch als ich ihn mal abends in der Rahmentasche vergessen hatte, und es nachts (rein)regnete, war danach kein Ausfall zu beklagen.

Anstandslos ließen sich alle Geräte geladen, die ihren Stromhunger über ein 5V-USB-Kabel beziehen können. Der Zzing lief die 5 Wochen fast täglich 12 Stunden. Fürs GPS wurde dazu auch gleichzeitig Strom während der Fahrt entzogen. Die restliche Energie dann abends unter den Geräten aufgeteilt.

Zzing_Akku_2100_kleinOb der Zzing lädt, sieht man einer kleinen weißen LED-Leuchte, die hell genug ist, um sie auch bei Sonnenschein zu sehen. Die gelbe LED fürs Laden kann man sowieso nicht übersehen. Leider lässt sich nicht feststellen, wie weit die Akku (übrigens NiMH-Akkus mit einer Kapazität von 2000 mAh - 2700 mAh gibt es gegen 10 Euro Aufpreis) aufgeladen sind. 

So vermute ich auch, dass die einzigen Ausfälle beim Sony Ericsson C702 (ständiges Pulsen als wenn man immer wieder das Ladekabel einstecken würde) von den schwachen Akkus herrührte. Denn das Problem trat nicht immer auf (und auch nur während der Fahrt).

Zu Ausfällen ließ sich das Gerät auch nicht reizen, als er feinsten Aschestaub schlucken musste. Leider sieht das Gehäuse seitdem nicht mehr so ganz quietschgelb aus (es ist übrigens auch in anderen Farben zu bekommen). Doch dieser feine Staub, der sich überall niederschlägt und beispielsweise die Zelthaut oder Reißverschlüsse beschädigen kann, hatte keine Auswirkung auf die einwandfreie Funktion.

Sehr gut ist, dass man sowohl die internen Akkus als auch über den USB-Anschluss gleichzeitig einen externen Verbraucher laden kann. Da bei dem Überfall auch wichtige Ladekabel für meine Solaranlage gestohlen worden waren, war der Zzing auf der gesamten Tour ein wichtiges Glied für die Stromversorgung, da die Solaranlage von Flexcell wegen das Kabelproblematik ausschließlich zum Laden des Netbooks benötigt wurde.

Der Akkupack kann selbst gewechselt werden. Einen Ersatzakku bekommt man über den Onlineshop des Hersteller (Preis zwischen 15 und 25 Euro). Der Zzing kostet in der normalen Ausführung 79 Euro, in der Smartphone Edition (wird vom Hersteller für das Laden von iPhones und iPod empfohlen) muss man 99 Euro berappen. Viele Fragen rund um den Zzing werden auf Webseite des Herstellers beantwortet.

Wer den Zzing bereits aufgeladen mit auf Tour nehmen möchte, muss sich ein Extra-Netzteil besorgen. Der Hersteller empfiehlt das PA 500 von Conrad (bietet aber auch sämtliches Zubehör über den eigenen Onlineshop an).

Insgesamt ist der Zzing ein zuverlässiges Gerät, mit knapp 250 Gramm ist es nicht so leicht wie die Konkurrenz von Dahon, bietet dafür aber auch mehr Kapazität. Zu wünschen wäre eine wasserdichte Ausführung, sowie eine Ladestatusanzeige. Der Zzing wird ausschließlich über die Webseite des Herstellers vertrieben.

 

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