Erster serienmäßiger Airbag fürs Fahrrad

Helm Airbag Hövden aufgeblasenMit Einführung der Helmpflicht für Kinder bis 15 Jahre im Jahr 2005 gab es in Schweden eine hitzige Debatte, ob man die Helmpflicht nicht auch auf Erwachsene ausdehnen sollte. Doch so eine merkwürdige Styroporschale wollten sich die wenigsten Schweden freiwillig aufsetzen. Die damaligen Designstudenten Anna Haupt und Teresa Alstin von der Universität Lund kamen deshalb auf die Idee, etwas zu entwickeln, das schützt aber nicht stört.

Herausgekommen ist nach sechs Jahren Entwicklungsarbeit der "Hövding". Ein neuer, unsichtbarer Airbaghelm für Radler, der als Halskrause getragen wird. Der Hövding - zu Deutsch: Häuptling - sieht nur im aufgeblasenen Zustand wie eine Dauerwellenhaube beim Friseur aus. Im Normalzustand ist er fast unsichtbar und wird um den Hals als Halskrause oder Schal getragen. Zu sehen ist dies auf dem folgenden Foto. Und in der Tat muss man zwei Mal hinschauen, um den "Helm" zu sehen.

Hövden Helm Airbag als Kragen

Während ihrer Recherche hörten Anna Haupt und Teresa Alstin immer wieder : "Die Leute wollen ja ihren Kopf schützen, aber nicht auf Kosten von irgendetwas." 

Der Airbag ist wie eine Kapuze geformt. Der Auslösemechanismus wird durch Sensoren hervorgerufen, die auf eine abnorme Bewegungen eines Radfahrers bei einem Unfall reagiert.
Der tatsächliche Kragen ist der sichtbare Teil der Erfindung. Er besteht auch einer austauschbaren Hülle, so dass Mann oder Frau, das Outfit anpassen kann. Hövding ist ein praktisches Accessoire, das einfach zu tragen ist , mit einem schlichten Design, das Leben retten kann, sagt Anna Haupt. Besonders auch für Frau interessant, bleibt doch die Frisur unberührt.

Anna Haupt & Terese AlstinNach einem Unfall kann man allerdings den Helm nicht einfach wieder zusammenfalten. Ähnlich wie beim Auto, ist der Airbag hinüber, elektronischer Sondermüll.

 In Schweden wurden mit dem Helm auch Crashtests durchgeführt. Die aufgenommen Videos zeigen beeindruckend, wie schnell sich der Kragen beispielsweise bei einem Auffahrunfall mit 20 km/h  als auch bei einem seitlichen Sturz aufbläst. Hier ein paar Screenshots aus den Videos:

 

Den Helm (oder Kragen) gibt es in zwei Größen. Er eignet sich für Menschen ab 15 Jahren. Der Hersteller weißt allerdings daraufhin, dass er nicht für extreme Einsätze wie BMX oder Mountainbiking gedacht ist. Hergestellt wird der Helm in der südschwedischen Stadt Malmö. Der Einführungspreis liegt bei 2498 SEK (rund 270 Euro), später soll er 2998 SEK (rund 325 Euro) kosten. Im Frühling soll der Verkauf beginnen. Noch laufen einige Zulassungsverfahren, unter anderem fehlt noch das CE-Zeichen. Aus diesem Grund darf der Airbag auch noch nicht per Post verschickt werden. Airbags sind ja hochexplosiv. (Testbericht folgt)

Mehr Infos auf der Seite der Designerinnen.

 

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