Eurobike: Das E-Bike sorgt für Rückenwind in der Fahrradbranche

"Mein Haus, mein Boot, mein Rad." Das neue Statussymbol für umweltfreundliche, gesunde und intelligente Mobilität sorgt für Schlagzeilen: "Watt für´n Rückenwind, dank E-Bike." "Die neuen Räder nehmen der Leidenschaft Radfahren das Leiden: Berge verlieren ihren Schrecken und die tägliche Fahrt ins Büro wird zur flotten, aber schweißfreien Sause." So flott rührt der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) im Vorfeld der Internationalen Fahrradmesse Eurobike die Werbetrommel für intelligente Mobilität.

 

Immer mehr Bundesbürger steigen auf ihrem Weg zur Arbeit und in der Freizeit aufs Rad. Ein deutlich gestiegenes Umweltbewusstsein sorgt für gute Geschäfte vor allem im Fachhandel. Der ZIV geht im aktuell laufenden Jahr 2009 davon aus, dass der Rückgang in Höhe von insgesamt acht Prozent im Absatz im Wesentlichen außerhalb des Fachhandels stattgefunden hat: "Die Radhändler haben ihren Anteil am Gesamtmarkt weiter ausbauen können", stellte Rolf Lemberg, ZIV-Geschäftsführer auf der Pressekonferenz in Friedrichshafen fest.
 
"Dies zeigt die Hinwendung der Kunden zu hochwertigen Produkten und gibt auch Aufschluss über den Wunsch der Endverbraucher nach einer hohen Beratungsqualität und einem professionellen Service." Einen Tag vor Beginn der Internationalen Fahrradmesse Eurobike (die am Samstag den 5. September auch für Endverbraucher geöffnet ist), präsentierten die Verbandssprecher und Firmenvertreter aus der Fahrrad-Industrie in Friedrichshafen die aktuellen Zahlen aus der Branche. 

Nach Angaben des Verbandes setzt die Branche 1,7 Mrd. Euro mit Rädern und noch einmal 1,45 Mrd. Euro mit Reparaturen, Zubehör und Ersatzteilen um - insgesamt ein Markt mit einem Volumen von mehr als drei Milliarden Euro.  Die deutsche Fahrrad-Industrie ist europaweit betrachtet in einer starken Position. Die Branche hat zusammen mit dem Handel rund 30.000 Beschäftigte in Deutschland. Insgesamt spricht der ZIV im ersten Halbjahr 2009 von 2,55 Millionen Fahrrädern, die in der sogenannten Inlandsanlieferung in Deutschland auf den Markt kamen. 1,45 Mio. Fahrräder stammen aus deutscher Fahrradproduktion. 1,68 Mio. kommen aus dem Import und knapp 600.000 Fahrräder gingen aus deutscher Produktion in den Export. Die einheimische Produktion ist mit einem Anteil von 41 Prozent an der Inlandsanlieferung beteiligt, auf den Import entfallen 59 Prozent.

Besonders gut im Rennen liegen Trekking-Räder, die mit 33 Prozent die Verkaufsliste anführen, Cityräder und Mountainbikes folgen auf den weiteren Plätzen. Stark im Kommen ist das Elektrobike, das in vielen Ländern Europas starke Zuwachsraten verzeichnet. Rund 100.000 E-Bikes wurden im Jahr 2008 verkauft. Eine erfreuliche Entwicklung verzeichnet der Fachhandel: Immer mehr Fahrräder werden bei den Spezialisten nachgefragt, der Anteil liegt bei 63 Prozent. Nach dem absoluten Wert ist der Anteil im Fachhandel noch größer. Die so genannte "grüne Wiese" (SB-Warenhäuser, Baumärkte, Discounter) musste dagegen Rückgänge hinnehmen. Die Durchschnittspreise über alle Vertriebswege gesehen lagen bei etwa 390 Euro pro Rad. Im Fachhandel hingegen wurden rund 500 Euro pro Rad erlöst. 
In den vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl der Fahrräder in Deutschland von 62 Mio. auf aktuell 68 Mio. 81 Prozent aller privaten Haushalte besitzen ein Fahrrad. Gegenüber dem Jahr 2000 sind das zehn Prozent mehr.