Eurobike 2009: Tanz der Elektronen

Die Überschriften der Presseberichte über die diesjährige Eurobike waren vielerorts thematisch sehr ähnlich: „Strampeln unter Strom“, „Hilfsmotor schiebt Fahrradbranche an“, „Fahrradbranche steht unter Strom“. Alles drehte sich auf der wohl weltweit größten Fahrradmesse Anfang September in Friedrichshafen im wahrsten Sinne des Wortes um Elektronen.

Es gab zwei herausragende Trends, die die Messe dominierten: Nicht überraschend waren dies zunächst die Shootingstars dieser Saison: E-Bikes und Pedelecs. Mehr überrascht hat die Präsentation innovativer Ladegeräte fürs Fahrrad. Gleich rund ein halbes Dutzend Hersteller zeigten ihre Weltpremieren. Sie haben die Idee gemein, die Energie des Nabendynamos zum Laden für Akkus zu nutzen. Busch und Müller nennt seine Neuerung E-Werk und Tout Terrain „The plug“. Kuhn Elektronik präsentierte gleich zwei Geräte, das Navicase und den KE Charger, Dahon kam mit dem Ree Charge auf die Messe (eine ausführliche Vorstellung der Ladegeräte findest du hier)

Dass der Markt der E-Bikes unaufhörlich wächst, merkt man vielleicht auch an dem Innovationsschub, der die jüngsten Verkaufszahlen ausgelöst haben. Galten bisher E-Bikes vor allem als schwer, so zeigte die neuseeländische Firma Projectgarlic dass es auch leichter geht: Das YikeBike wiegt weniger als 10 Kilogramm, verfügt über einen Carbonrahmen, einen Faltmechanismus, und einen 800 Watt starken Elektromotor, der zum Teil seine Energie auch durchs Bremsen bekommt.

Auch Mountainbikes werden immer öfter mit Elektromotoren ausgestattet. Lithium-Ionen-Akkus, die Telefonierer von ihren Handys kennen, werden zunehmend auch für Elektrofahrräder eingesetzt. So sinkt deren Gewicht und die – zugegeben – immer noch verbesserungswürdige Reichweite steigt.

Immer öfter fällt im Zusammenhang mit den E-Bikes auch der Begriff Hybridbikes. Anscheinend erhoffen sich die Fahrradhersteller einen Mitnahmeeffekt vom derzeitigen Rückenwind der Hybridautos. Riese und Müller zeigte beispielsweise das Avenue hybrid, die Schweizer Firma Flyer zeigte ihr erstes Mountainbike.

Schöne Räder gab es übrigens an einigen Ständen zu bewundern. Ausgefallene Kreationen,  optisch briliant, echte Hingucker sind:

 Biomega

 Die dänische Schmiede Biomega zeigt eine Bambusrad. Ja, kein Witz, die Bambusrohre waren echt.

 

 

 

 

 

 

 

 Katzbike Reif

Katz präsentierte ein sehr schickes Rad mit  Zahnriemenantrieb

 

 

 

 

 

 

 

 Vanmoot 1

Vanmoots Rad beindruckte durch konsequente Linienführung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Trek

Auch am Trek Disctrict surrt ein Zahnriemenantrieb

 

 

 

 

 

 

 

 

Giant Accend 1

 

 

 

 

 

Das Giant Accend 1 bietet tolle Details: ein schickes Rücklicht und getunnelte Seilzüge am Rahmen an den sonst üblich beanspruchten Stellen

 

Montague Singlespeed

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Single-Speed-Faltrad von Montague

 

Insgesamt bot die 18. Eurobike mit 1.028 Ausstellern und mehr als 300 Welt- und Europapremieren neue Rekorde, allerdings auch beim morgendlichen Stau zum Messegelände. So manch ein Besucher hätte dann doch lieber das Rad genommen. Manch ein Aussteller wunderte sich allerdings auch darüber, wo man ihn auf dem Messegelände einquartiert hatte. So wurde auch  wieder die Zeppelinhalle auf dem Flughafen eingebunden. Nur schlecht erreichbar durch einen seeehr langen Fußweg. Die dort „abgesetzten“ Hersteller, waren zwar meist froh, überhaupt auf der Messe ausstellen zu dürfen. Mit dem dürftigen Andrang und dem langen Fußweg übers Gelände bei Dauerregen, war aber niemand zufrieden.

 

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