Radeln im Herbst

Kalt, nass und dunkel? Gut ausgestattete Radfahrer hält das nicht davon ab, auf zwei Rädern unterwegs zu sein, sei es auf den Wegen des Alltages oder mit sportlicher Zielsetzung. Ein gepflegtes Fahrrad, passende Bekleidung, für alle Fälle ein sicherer Helm - mehr braucht es nicht, um auch im Herbst Spaß auf zwei Rädern zu haben. Um sein Fahrrad zu checken, müsse man keinen Termin im Fahrradladen ausmachen, sagt Dirk Belling von Sram.

Dirk Belling Sram Foto:pd-f

Das Wichtigste könne man auch selbst erledigen. „Dazu gehört, alle ein bis zwei Wochen den Reifendruck zu prüfen. Am einfachsten geht das mit einer Standpumpe mit Manometer, da probeweise Drücken mit dem Daumen je nach Körperkraft unterschiedliche Ergebnisse bringt“, meinst Dirk Belling.  
Im zweiten Schritt heißt es, die Kette zu kontrollieren, ob sie nicht zu trocken ist. „Da genügt eine Sichtprobe oder routinemäßiges Sauberwischen mit einem öligen Lappen plus Nachfetten mit Sprühöl oder ähnlichem“, sagt Belling.
Ganz wichtig ist natürlich auch die Kontrolle der Bremsbeläge. „Da ihr Verschleiß unmerklich vor sich geht, fällt einem auch die Verschlechterung der Bremsfunktion nicht auf. Die Beläge zu wechseln, sollten weniger versierte Radfahrer dann aber doch dem Fachmann überlassen“, rät Belling..

katrin pfeuffer von hercules foto:pd-fNicht unwichtig wird im Herbst auch die Kleidung. Trocken soll sie halten aber auch gut zu sehen sein. Dazu hat der Pressedienst Fahrrad  Katrin Pfeuffer von Hercules befragt:

Kann Wetter eigentlich so schlecht sein, dass man besser nicht Rad fährt?

Katrin Pfeuffer: Durchaus, allerdings eher aus Sicherheitsgründen und nicht, weil es zu kalt und zu nass ist. Auch vor Dauerregen kann man sich schützen.

Wie rüstet man sich an einem nasskalten Regen für die Fahrt ins Büro?


Pfeuffer: Auf keinen Fall sollte man sich zu warm anziehen. Regen- und damit winddichte Bekleidung sorgt dafür, dass die Körper-Abwärme nicht verloren geht. Wer zu viele Zwiebelschichten trägt, muss über kurz oder lang die Jacke öffnen und den Regen hineinlassen. Und wer stark verschwitzt im Büro anlangt, dem wird dann am Schreibtisch schnell kalt.

Wie findet man heraus, ob eine Jacke wirklich wasserdicht ist?

Pfeuffer: Wichtig ist die Angabe der Wassersäule in Millimeter. In standardisierten Testverfahren wird untersucht, wie hoch der Wasserdruck ist, unter dem ein Gewebe noch dicht hält. Laut DIN reichen 1.300 mm, dauerhaft wasserdicht sind jedoch erst Kleidungsstücke ab 4.000 mm. Problematisch sind Nähte, Reißverschlüsse und Zonen starker Belastungen, etwa die Schultern, wenn regelmäßig ein Rucksack getragen wird. Hier ist Qualität nötig.

Immer wieder wird die Atmungsaktivität beschworen ...

Pfeuffer:
Für den Alltagseinsatz ist Atmungsaktivität oder besser Wasserdampf-Durchlässigkeit von untergeordneter Bedeutung. Erstens funktionieren atmungsaktive Jacken nur dann, wenn drunter das Richtige getragen wird , also nicht Oberhemd, Jackett oder Baumwoll-Top; zweitens funktioniert die Dampfdurchlässigkeit bei Regen ohnehin kaum.

Und worauf sollte man sonst achten?

Pfeuffer: Helle Farben und Reflexbesätze sind besonders für Radfahrer wichtig. Bei Regenhosen sind ausklappbare Gamaschen sinnvoll, bei Jacken etwa ein hoher, eng schließender Kragen, in den kein Wasser hineinläuft. Sinnvolles Zubehör sind Dinge wie ein wasserdichter Helmüberzug und Ohrenwärmer für den Radhelm, wie es sie z. B. von Abus gibt.

 

Fahrradtest.de ist ein Service von Journalia Kommunikation. Alle Rechte vorbehalten. Diese Inhalte dienen ausschließlich zur privaten Nutzung und zur individuellen Information des Nutzers. Eine Speicherung in Datenbanken sowie jegliche Weitergabe an Dritte im Rahmen gewerblicher Nutzung oder zur gewerblichen Nutzung sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch Journalia Kommunikation gestattet. Wir haften nicht bei Fehlern, inhaltlichen oder textlichen Fehlern. Im Übrigen gelten unsere Nutzungsbedingungen. Für den Fall, dass Sie die Inhalte der Webseite Fahrradtest.de weitergeben, speichern oder gewerblich nutzen möchten, bieten wir Ihnen an, Content-Partner zu werden.