Abwrackprämie

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Eine ganze Industrie,  ach was ein ganzes Land lag am Boden. Düstere Nachkriegsszenarien wurden entworfen. Der Gürtel müsse enger geschnallt werden, notfalls auch ohne Hose. Da nahte dann das Allheilmittel: Abwrackprämie. Weg mit dem alten Schrott, 2.500 Euro für eine neue Spritschleuder kassieren und es geht bergauf mit der deutschen Wirtschaft.

„Autofixierte und verlogene Konjunkturpolitik“ zetern die ewiggrünen Nörgler.Die Radfahrerlobby forderte gleiches Recht für Alle. Tatsächlich sprintete bereits im Mai die Kommune Mannheim vor und bot eine Abwrackprämie für immerhin 50 Euro für noch fahrtaugliche Drahtesel an. Andere Städte (z.B. Offenburg) zogen tapfer nach.

Und da wo die Lokalpolitik nicht aktiv ist, werden es dann die Händler. Je nach Neukauf werden 50 oder 100 Euro für das alte Klapperrad geboten. Und: da spielt noch nicht mal der Zustand des alten Vehikels eine Rolle, Hauptsache ein neues Rad wird erworben. Da gibt es dann noch Inspektionen oben drauf, ein Fahrradleben lang.

Leute, Leute: ist doch alles ein alter Hut. Das gab es doch schon immer, nannte sich „Inzahlungnahme“  und funktionierte wunderbar. Hieß eben nicht so spektakulär „Abwrackprämie“.

In Zeiten konjunktureller Anspannung muss aber eben ein Instrument her, das der darbenden Wirtschaft  auf die Beine hilft und da klingen eben markige Bezeichnungen besser und zündender, als Begriffe aus Omas Wörterbuch.

Mein Tipp: da wo die Abwrackprämie nicht angeboten wird, kann man den Fahrradhändler ansprechen. In der Regel lässt sich da einiges mit der alten Mühle rausholen. Die meisten Händler sind da pragmatisch und wollen im Wettbewerb bleiben.

Es geht auch ohne staatlich gelenkte Konjunkturprogramme. Etwas Eigeninitiative und du radelst mit dem neuglänzenden,  scheinbar  günstig abgeschossenen Gefährt glücklich nach Hause.