Das Reiserad - nur gutes Wetter kann man nicht mitnehmen

Reiseräder sind angenehme, aber nicht ganz billige Wegbegleiter. 1500 bis 2500 Mark muß man investieren. Als Reiseräder bezeichnet man eigentlich komplett mit Gepäckträgern, Schutzblechen, Schmutzfängern, Hinterradständer und Flaschenhalter ausgestattete 28-Zoll-Räder. Groß im Kommen sind auf Reiserad getrimmte Mountainbikes mit 26er-Rädern. Mountainbikes haben zwar durch die breiten Reifen einen höheren Rollwiderstand als 28er-Räder, sind aber im allgemeinen robuster und weniger anfällig gegen Materialermüdungen wie Achs- und Speichenbrüche.

Serienmäßig werden heute Reiseräder mit 21 oder 24 Gängen ausgestattet. Doch nicht die Anzahl der Gänge ist entscheidend, sondern deren Abstufung und der Übersetzungsbereich. Die Sieben- oder Achtfach-Kränze für das Hinterrad haben gängigerweise eine Abstufung von 14 bis zu 34 Zähnen pro Ritzel. Nicht alle Kränze lassen sich nachträglich verändern. Doch besonders bei den hochwertigen Kranzpaketen können die einzelnen Ritzel (meist) ausgewechselt werden. Um sich Ärger zu ersparen, sollte schon beim Kauf des Rades auf die richtige Abstufung des Kranzes geachtet werden.Doch die Gangschaltung ist nicht alles, was ein Reiserad braucht.

Wer nur die Last auf das Hinterrad verteilt, hat nicht nur am Berg zu kämpfen, sondern auch verstärkt mit Materialbrüchen. Eine Verteilung zwischen Vorder- und Hinterrad im Verhältnis von 40 Prozent vorne und 60 Prozent hinten hat sich als günstig erwiesen. Es empfiehlt sich deshalb, zusätzlich zu einem Hinterradgepäckträger am Vorderrad einen sogenannten Low-Rider zu montieren, an dem spezielle Taschen angebracht werden können. Der Low-Rider befindet sich nicht über dem Vorderrad, sondern jeweils seitlich, auf Höhe der Achse.

Zusätzlichen Stauraum gewinnt man am Vorderrad durch einen High-Rider, der oberhalb des Low-Riders montiert wird. Dieser Gepäckträger sollte aber nur leichte Sachen wie etwa einen Schlafsack aufnehmen, um die Lenkfreiheit nicht zu beeinflussen. Gute Gepäckträger sind im übrigen nicht ganz billig. Das empfehlenswerte Touring-Set der Firma EsGe mit Vorderrad- und Hinterradgepäckträger und einem Low-Rider schlägt bereits mit 298 Mark zu Buche. Neben dem EsGe-Träger sind auch die in Amerika produzierten Gepäckträger der Firma Blackburn bei Radreisenden sehr beliebt (pro Stück etwa 89 Mark). Von minderwertigen Nachbauten sollte man möglichst die Finger lassen,  man erkennt sie meist am Preis (ab 30 Mark).

Zusätzlichen Stauraum für Kleinigkeiten wie Karten, Reiseführer und den Fotoapparat bietet eine Lenkertasche (ab 30 Mark).Sehr wichtig ist der Sattel. Ledersättel sind am besten. Nicht vergessen sollte man auf einer Fahrradreise das nötige Werkzeug und die Ersatzteile: Gewichtsfetischisten können diesen Absatz ruhig überspringen, denn jetzt folgt die Liste für eine sorgenfreie, wenn auch nicht ganz leichte Radtour. In der Werkzeugtasche sollte man folgende Sachen finden: eine Luftpumpe, Flickzeug, Reifenheber, Ersatzschlauch, Maul- oder Ringschlüssel, Imbusschlüssel, Ersatzspeichen möglichst verstärkt (beispielsweise Ein-Dickend-Speichen), einen Speichenschlüssel, Zahnkranzabzieher, Konusschlüssel zur Lagereinstellung, Kettenöl und Kugellagerfett. Bei Kettenrissen hilft ein Kettenietenschlüssel.

Mit ins Gepäck gehören mindestens je ein langer Brems- und Schaltzug und wenn die Tour in einsamere Gegenden führt, auch ein Reifenmantel („Decke“) als Ersatz (z.B. Schwalbe Marathon). Es gibt auch Faltdecken, die leichter sind und weniger Platz wegnehmen - aber nicht so stabil und langlebig sind. Ein paar Ersatzmuttern und -schrauben helfen gegen nerviges Klappern und auch, um lose Teile wieder zu befestigen. Als besonders hilfreich erweisen sich immer wieder Schlauchschellen, die schon so manche Bruchstelle für Hunderte von Kilometern wieder gefestigt haben.