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Das Globetrotter Reiserad

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Wer weiß, wie viele Menschen gerne auch im Urlaub Fahrrad fahren würden, wenn man sie nur ließe. Sehr oft scheitert die Fahrradtour nicht etwa an der Unsportlichkeit des Einzelnen, sondern an der Fahrradunfreundlichkeit des gewünschten Transportmittels. Abgesehen von Fluggesellschaften, befördern viele Unternehmen Fahrräder entweder gar nicht, mit Verzögerung oder nur als normales Reisegepäck. So verlieren viele bereits bei der Planung der Reise die Lust aufs Pedalieren. Denn wer wartet schon gerne am Beginn seines Urlaubes ein paar Tage in irgendeinem Kaff auf seinen fahrbaren Untersatz?

Bei einer Zugfahrt könnte man zwar versuchen, seinen stählernen Begleiter mit ins Abteil zu schmuggeln. Meist rebellieren jedoch schon die Mitreisenden, bevor der Mann oder die Frau mit der Mütze und dem Kartenlocher auftaucht. So ein Fahrrad läßt sich einfach aufgrund seiner Größe nicht verstecken.

Mit dem Rad vom Outdoorspezialist „Globetrotter“ braucht man sich zukünftig keine Gedanken mehr darüber zu machen. Im neuen Sommerkatalog bieten sie erstmalig ein Reiserad an, das sich falten läßt und somit in einer (tragbaren) Tasche verschwindet. Nun mutiert natürlich die Hamburger (Versand-)Firma mit Filialen in Berlin-Friedenau und Dresden  nicht urplötzlich durch ein Velo zum Fahrradfachgeschäft. Jedoch waren die „Globetrotter“ schon immer sehr fahrradengagiert, und bieten seit Jahren nützliches Zubehör für den Touren- und Stadtradler an. Trotzdem ist es natürlich ein Unterschied, ob man neben Flaschenhaltern und Regenjacken nun auch Fahrräder verkauft. Dessen ist man sich auch bei Globetrotter bewußt, und hat sich deshalb für eine geschickte Variante entschieden: Die Rädern werden zwar von ihnen verkauft - für den Service konnten sie die bundesweit 140 Fahrradläden des Verbands der selbstverwalteten Fahrradbetriebe (VSF) gewinnen. Dies ist ein guter Schachzug, denn Reiseradler wollen bekanntlich selten ein Rad von der Stange kaufen.  

Auf dem ersten Blick sieht man es dem „Globetrotter“ gar nicht an, daß der Rahmen zerlegbar ist. Die schnörkellose schwarze (pulverbeschichtete) Lackierung wird nur zweimal durch Edelstahlkupplungen unterbrochen.

Die verzahnten Kupplungen, die mit einer Überwurfmutter verschraubt werden, stammen von der US-Firma S&S Machine, einem Spezialisten für Rahmenverbindungen. Mit einem Spezialschlüssel werden sie gelöst und festgezogen. Sollte dieses Werkzeug einmal verloren gehen, reicht auch eine herkömmliche Wasserpumpenzange zum Fixieren. (Achtung: Das könnte auch Diebe anlocken!)

Durch diese trapezförmigen Muffen soll der Chrom-Molybdän-Vanadiumrahmen auch beim Anhängen von viel Gepäck keine Flatterbewegungen zeigen. „Chrom-Moly-Rahmen“ stellen immer noch das Nonplusultra für den Reiseradler dar. Denn vor allem fernab vom nächsten Fahrradgeschäft ist man bei einem (hoffentlich nie eintretenden) Rahmenbruch beispielsweise auf die Hilfe eines Bauern angewiesen, der das Rad wieder fit macht. Während Stahl fast jeder Landwirt oder auch eine Autowerkstatt schweißen kann, erntet man bei Alu- oder gar Carbonausführungen eher Kopfschütteln. Der Globetrotterrahmen wird in Frankreich produziert, die Endkontrolle, ebenso wie der Einbau der Muffen, werden vom deutschen Rahmenbauer Hardo Wagner übernommen. Zusammengelegt ergibt das Radl ein Paket von circa 66 mal 66 mal 25 Zentimeter. Bis man allerdings dieses Maß erreicht, können durchaus zehn Minuten vergehen, wenn man nicht nur den Rahmen teilt, sondern auch noch Laufräder, Lenker und Sattel demontiert. Wir beließen beim Kofferraumpackmaß (siehe Foto), welches man mit ein wenig Übung in rund drei Minuten erreicht.  Es ist also kein Rad für das schnelle Zusammenpacken. Für den Kurztrip in der Stadt oder die Fahrt in der U-Bahn gibt es weitaus bessere Lösungen auf dem Markt. Für den Reiseradler allerdings, der vielleicht (auch zwischendurch) einmal den Reisebus oder die Eisenbahn nehmen möchte, ist das Faltprinzip sehr gut. Denn auch beim herkömmlichen Verpacken (in einer Pappbox) müssen einige Teile vom Rad entfernt beziehungsweise verstellt werden. Und auch das kann dauern.

Das Reiserad wird halbnackt verkauft, das heißt, es fehlen sowohl Schutzbleche als auch Lichtanlage und Klingel. Globetrotter begründet dies mit der Individualität des potentiellen Kunden. Und gewiß sind Reiseradler ganz besondere Zugvögel unter den Fahrradfahrern, die nur schwer zu befriedigen sind. Jeder kocht da sein eigenes Süppchen und schwört auf ganz bestimmte Zutaten, die er sich dann zusätzlich kaufen kann.

Viele Tourenfahrer bauen sowieso lieber ab als an, weil sie mit jedem Gramm rechnen und sparen deshalb zuallererst  an Schutzblechen und Dynamo. In vielen Ländern wird man freilich auch gar kein Licht am Rad benötigen. Sei es, weil es Tag und Nacht hell ist, oder man gewöhnlich sowieso bei Anbruch der Dunkelheit längst im Schlafsack oder Bett liegt. Die Kabel für die Lichtanlage sind aber bereits im Rahmen verlegt worden. Damit man die Rohre trotzdem noch auseinander bekommt, wurde ein Stecker montiert, den man von 9-Volt-Batterien her kennt.

Das Reiserad ist ausgestattet mit Komponenten, auf die sich ein Radler verlassen kann, beispielsweise die fast unverwüstlichen Gepäckträger von Blackburn. Die 26-Zoll-Laufräder verfügen über je 36 Speichen, die am Nabenende gegen Brüche verstärkt sind. Die Aluhohlkammerfelgen stammen von Alesa; Die ebenfalls schwarzen Lenker, Vorbau und Sattelstütze sind von Titec.

Shimano liefert die Bremsgriffe (V-Bremsen) und auch die Kurbelgarnitur. Die LX-Ausstattung ist zwar nicht das beste, was die Japaner zu bieten haben, trotzdem gilt diese Gruppe als zuverlässig und robust. Geschaltet wird per Drehgriff. Insgesamt stehen 24 verschiedene Schaltmöglichkeiten zur Verfügung. Über eine ausreichende Übersetzung an einem Tourenrad läßt sich sicherlich lange streiten. Für viele ist sie – zu Recht – neben stabilen Gepäckträgern der Garant für eine gelungene Radtour. Serienmäßig ist das Tourenrad mit einem Achtfach-Kranz (Sachs Powerglide) mit elf bis 28 Ritzeln ausgestattet. Zusammen mit dem Dreifachkettenblatt (42/32/22 Zähne)  ergibt das eine anständige Entfaltung. Natürlich läßt sich vor allem der Berggang noch verbessern (beispielsweise auf 34 Ritzel).

Zum Lieferumfang gehört auch die Pitlock-Sicherung gegen Diebstahl der Laufräder, des Sattels und des Lenkervorbaus. Allerdings sollte man einen der beiden  passenden Vielkantschlüssel auf einer Reise bloß nicht verbummeln. Trotz Pitlock empfiehlt sich natürlich auch noch ein hochwertiges Schloß mitzunehmen. Am besten eines, welches die Laufräder mit dem Rahmen verbindet, sonst stiehlt vielleicht jemand einfach das Vorder- oder Hinterteil des schwarzen Reisebegleiters.

Inklusive Reisetasche wiegt das Rad laut Hersteller rund 13 Kilogramm und kostet 2999 Mark. Angeboten werden zwei Rahmengrößen (46,5 cm und 54,0 cm). Andere Rahmenhöhen oder Farben werden auf Anfrage produziert.

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