Unsere Webmagazine

Elektroradtest.de - Der neue Ratgeber für E-Bikes & Pedelecs
Das Reiseradio - Audioreportagen und Interviews
Holidayjournal.de - Magazin für warme und kalte Reisen
Der komplette Reiseführer für Island
Bytetest.de - Der Internet- & Computerratgeber
Anzeige

Eine völlig neue Perspektive: das Liegerad

Der Name Liegerad muß daher kommen, daß die ersten Bastler bei ihren Jungfernfahrten häufiger auf der Nase lagen, als daß sie voran kamen. Liegerad fahren sieht nämlich viel einfacher aus, als es ist. Etwa nach einer halben Stunde Anfahrtraining mit einer stützenden Hand im Rücken ist man dann endlich soweit, um die ersten Meter alleine radeln zu können.

Liegerad von UtopiaNach gut überstandenen Start liegt man dann förmlich im sesselartigen Sitz. Kein Minisattel, der die Knochen spüren läßt, sondern luftige Sitze, die sich jeder Paßform anpassen. Mit einer Lehne im Rücken läßt es sich so sehr entspannt durch Gegend radeln. Wichtig ist nur, daß die Rahmengröße stimmt, sonst drückt es an allen Ecken und Enden. Die Kniekehlen bohren sich dann förmlich in die Querstange.Während sich bei herkömmlichen Rädern immer noch viel mit der Sattelhöhe regulieren läßt, ist dies beim Liegerad meist ausgeschlossen. Deshalb sollte vor dem Kauf eine ausgiebige Probefahrt stehen. In der Regel können die Räder bei den Anbietern oder ihren Vertragshändlern ausgeliehen werden. Pro Tag kostet der Spaß meist um die 50 Mark, die aber bei einem Kauf des Rades verrechnet werden. 50 Mark, die gut angelegt sind, denn es muß einfach alles stimmen. Die Beinlänge darf nicht zu kurz sein, sonst kommt man gar nicht an die Tretkurbel. Der Sitz darf nicht zu hoch sein, sonst sitzt man zwar bequem, erreicht aber mit den Füßen den Boden nicht mehr.Man muß sich mit dem Rad sicher fühlen, erst dann macht das Fahren Spaß.

Dann ist es auch kein Problem während der Fahrt das Gleichgewicht zu halten. Hauptsache, man kommt sehr schnell vom Fleck, denn wie bei jedem Zweirad stabilisiert sich das Rad bei höheren Geschwindigkeiten. Freihändig fahren ist völlig unmöglich, da im Gegensatz zum normalen Rad der Oberkörper zum Ausbalancieren nicht eingesetzt werden kann. Die erste Regel für den Anfänger: locker bleiben. Denn mit Gewalt kommt bald der unfreiwillige Halt. Gefühl ist gefragt. Da sehr unterschiedliche Liegeräder angeboten werden, unterscheidet sich auch die Anfahrtechnik. Das Staiger Airbike hat einen Vorderradantrieb, so daß die Pedalbewegung unfreiwillig auch die Lenkung beeinflußt. Viele der anderen auf dem Markt erhältlichen Liegeräder verfügen über einen herkömmlichen Hinterradantrieb. Bei denen wird über eine sehr lange Kette die Kraft vom Pedal, das sich meist oberhalb der Vorderrades befindet, auf das Hinterrad übertragen. Bei Liegerädern kann der Abstand zwischen Vorder- und Hinterrad durchaus eineinhalb Meter betragen.

Die Firma „Ostrad“ baut beispielsweise Liegeräder mit sehr langem Radstand. Komfortabel sind diese vor allem beim Geradeauslauf. Enge Kurvenfahrten werden damit allerdings schwieriger. Solche Räder sind ideal für längere Touren. Kürzere Liegeräder wie etwa das „Streetmachine“ der Firma HP Velotechnik eignen sich schon eher für den Alltagsradler,der in der Stadt auch einmal enge Kurven fahren muß. Andere Hersteller bieten dagegen Liegeräder an, die sich mit ein paar Handgriffen von einem langen Reiserad zu einem Stadtflitzer mit kurzem Radstand umbauen lassen.Beim Staiger mit dem Vorderradantrieb erinnert das Anfahren an ein Einrad. Da die Lenkung mit dem Antrieb eine Einheit bildet, funktioniert das Radeln auch nur, wenn man die Koordinierung beider Vorgänge begriffen hat. So führt ein starker Druck auf das linke Pedal automatisch zu einer Rechtskurve, wenn man nicht mit den Händen gegenlenkt. Auch beim Lenken sind die Positionen von Rad zu Rad unterschiedlich. Meist jedoch ist der Lenker seitlich angeordnet. Die Hände greifen etwa auf der Höhe, wo sich beim Auto die Handbremse befindet. Es gibt aber auch Liegeräder, die eine hohe Lenkstange haben, die das Gefühl einer Harley vermittelt. Soweit zu Therorie. - In der Praxis ist es zunächst einmal egal, welchen Aufbau das Rad hat. Sämtliche Anfänge sind schwer. In Schlangenlinien werden die ersten „Liegemeter“ absolviert. Das Anhalten ist nicht so schlimm, nur sollte man nicht sofort mit den Füßen Bremsen, denn die knicken nach hinten durch. Erst fast zum Stillstand kommen und dann die Füßen auf den Boden. Leichter gesagt als getan, wenn man sich unsicher fühlt.Empfehlenswert ist es, die ersten Radversuche auf einem Pickup zu absolvieren. Das Airbike Pickup von Staiger hat nämlich drei Räder und kann deshalb schon mal nicht umkippen. Bloß von alleine fährt auch dieses Rad nicht, aber zumindestens kann man sich bei den ersten Versuchen auf die richtige Koordinierung von Armen und Beinen konzentrieren und muß nicht immer Angst haben umzufallen. Das Pickup hat eine sehr große Ladefläche hinter dem Sitz, die einen Kasten Bier schluckt oder aber auch ein Kleinkind aufnimmt.

Weil beim Liegerad aufgrund der liegenden Position Beine und Wirbelsäule keine Stöße abfangen können, sind die meisten Räder gefedert. Beim Airbike besorgt dies eine polymergedämpfte Hinterradschwinge.Trotz Federung bleiben Bordsteinkanten sehr lästig, da man sie nicht wie mit einem herkömmlichen Rad überspringen kann. Aber die Stadt ist sowieso nicht der geeignete Ort, um diese neue Art des Radelns zu testen. Man sitzt sehr tief und fühlt sich vor allem auf breiten Straßen eher unsicher, weil man nicht hoch oben über den Autos thront und den Überblick hat. Der Preis für das liegende Gefühl ist hoch. Das Minimum liegt bei 2500 Mark. Die meisten Angebote findet man allerdings im Bereich zwischen 3500 und 5000 Mark. Für das Staiger Airbike werden 3798 Mark verlangt, die Pick-Up-Version kostet 200 Mark mehr. Beider Räder lassen sich mit wenigen Handgriffen zu einem ansehnlichen Paket zusammenpacken, daß dann auch in die meisten Kofferräume paßt, oder auch den Korridor nicht permanent blockiert.

Einen Überblick über den Markt verschafft die Liegerad-Datei. Das 50 Seiten starke Heft führt fast sämtliche in Deutschland erhältlichen Liegeräder mit den wichtigsten Daten auf. Das Verzeichnis kann gegen Einsendung eines Verechnungsschecks in Höhe von sieben Mark bei Andreas Pooch, Römerstr. 44, 53840 Troisdorf, bestellt werden. Pooch hält auch eine umfangreiche Literaturliste bereit, die ebenfalls angefordert werden kann.

 

Fahrradtest.de - Ein Projekt der Journalia Kommunikation Multimediaagentur

Fahrradtest.de ist optimiert für Firefox, Chrome, Opera & Safari. Benutzer von IE8 sollten ihren Browser updaten.

Copyright © 2016. Alle Rechte vorbehalten.