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Lastfahrräder: Selbst eine ganze Euro-Palette passt aufs Rad

Sie können jede Menge wegschleppen, bis zu 300 Kilogramm, also eine ganze Europalette pass auf ein Fahrrad. Lasträder sind Lastesel und aus dem Alltag nicht mehr weg zu denken. Das wohl bekannteste Transportbike ist gelb und steht täglich in Berlin auf dem Fußweg, denn die Post benutzt es erfolgreich zur Briefzustellung.

 

Doch trotz der starken Verbreitung im Postalltag, bleiben Transporträder Nischenprodukte. Das beste Indiz dafür ist, dass man sie nur selten im Fahrradladen sieht. Zu sperrig, zu groß, zu wenig gefragt, heißt es bei vielen Fahrradhändlern. Selbst die größte Nische scheint im Laden noch zu klein zu sein. So werden sie auch nur selten verlangt. Gewerbetreibende wenden sich oft direkt an den Hersteller, was auch für Privatkunden den einfachsten Weg darstellt.

Möchte man jedoch nicht die Katze im Sack kaufen (oder besser in der rollenden Kiste), wird´s schwierig. Eine Probefahrt ist aber unbedingt nötig, denn nicht nur das Fahrverhalten und die Qualität gilt es zu begutachten, sondern einige weitere Kriterien: Wie leicht lässt das Rad mit viel Gepäck lenken? Fällt es beim Bepacken um? Bekomme ich das Rad über eine Bordsteinkante geschoben? Ja, und nicht zu vergessen, ist die Tür zum Hof oder Keller auch breit genug, um bei Nichtbenutzung das teuere Gefährt vor allzu neugierigen Blicken zu schützen?

Das ideale Lastbike für jeden Einsatzzweck gibt es natürlich nicht. Ein Handwerker braucht einen anderen Radlastwagen als die Kita-Angestellte, die die vielen Kids zum Buddelkasten transportieren möchte. Und der Postbote würde vielleicht nicht nur von Hunden angekläfft werden, wenn er ständig mit einem dicken Dreirad den Fußweg blockiert. Spezialrad-Spezialist Olaf Geiger von Velo B. fragt deshalb auch erst einmal nach, ob´s denn wirklich ein Lastenrad sein soll. "Bis 50 Kilo Zuladung reicht meist auch ein herkömmliches Fahrrad", weiß Geiger. Bei Preisen, die schnell die 3000 Mark-Grenze überschreiten, sollte der Kauf schließlich auch gut überlegt werden. "Oft hilft bereits ein Anhänger weiter", sagt Geiger, mit dem kann man sowohl Kind als auch Kegel transportieren. Wer nur den wöchentlichen Großeinkauf per Rad erledigen möchte, aber ansonsten nicht viel zu transportieren hat, wird mit einem Anhänger besser fahren.

Einen guten Kompromiss zwischen Wendigkeit und Schnelligkeit sind zweirädrige Lasträder. Neben dem bereits erwähnten Postrad, das von Biria hergestellt wird, sei bietet auch die Firma Kemper mit dem Filibus gute Qualität. Dort befindet sich die Ladefläche über dem 20-Zoll-Vorderrad. Als Sonderzubehör gibt es auch einen Kindersitz, der dann sogar entgegen der Fahrtrichtung montiert werden kann. Den Filibus (kostet 2200 Mark) kann man fast noch als normales Fahrrad bezeichnen, jedoch mit einer beachtlichen Ladefläche. Deutlich länger, aber ebenso wie der Filibus, noch mit zwei Rädern ausgestattet, ist der Long John. Vielleicht kennt man nicht den Namen des Rades, doch wer öfters in Kreuzberg an der Yorkstraße Ecke Mehringdamm am Eingang zum Mehringhof vorbei fährt, dem wird das gelbe Rad mit tiefen Ladefläche zwischen Vorder- und Hinterrad aufgefallen sein. Long John stammt von der schwedischen Firma Monark Exercise AB, die sich auf Transportfahrräder spezialisiert hat (www.monarkexercise.se). In ihrem Programm findet man eine große Auswahl an Lasträdern, zwei- oder dreirädrig. Auch ein Postrad, das dem deutschen Biria sehr ähnlich sieht oder ein Bäckerrad, mit kurzem Radstand im klassischen Outfit, sind im Programm.

Skandinavien scheint sowieso ein besseres Pflaster für Lastbikes zu sein. Sehr bekannt sind auch die dänischen Produkte von "Christiana Bikes" von denen in Kopenhagen über 3000 Modelle im Einsatz sein sollen. Christiana Bikes sind die Räder mit der Kiste, in der man von kleinen Kindern (ein besonderer Sitz und Sicherheitsgurte sind dafür in Deutschland vorgeschrieben) bis zum Bölkstoff (kistenweise versteht sich) alles hineinbekommt. Den Berliner Laden von Christiana Bikes (www.christianabikes.com) gibt es nicht mehr, den Verkauf hat der "Fahrradladen im Mehringhof" übernommen und es stehen auch weiterhin Räder zur Probefahrt bereit. Die Preise bewegen sich im üblichen Bereich, also zwischen 2700 und 3800 Mark.

Den Christiana Bikes sehr ähnlich sind die Dreiräder von Gustav W. Gustav W ist die Fahrradwerkstatt der "Gustav Werner Stiftung zum Bruderhaus" in Reutlingen (www.die-fahrradwerkstatt.de). Angeboten werden vier Grundvarianten (Shopper, Transport, Promotion und Rickscha), die auch preislich dem dänischen Pendant ähneln. Bei Velo B. kann man sich den Shopper (kostet neu knapp 3000 Mark) auch ausleihen.

Bei den Verhandlungen im Fahrradladen oder direkt mit dem Hersteller sollte man auch immer danach fragen, ob der Preis sich inklusive Überführung versteht, denn der Transport des sperrigen Rades kostet oft über 100 Mark extra.

Nicht unerwähnt bleiben sollen auch einige Hersteller, die sich durchaus mit der oben genannten Konkurrenz messen können. Beispielsweise die Produkte der Firma "Reiko-Transportrad" aus Gütersloh. Reiko bietet unter anderem ein Paralleltandem an, mit dem man laut Hersteller eine ganze Euro-Palette mit einem Gewicht von 300 Kilogramm transportieren darf. Auch der Behindertenrad-Spezialist Hoening (www.hoening.com) hat Lastbikes im Programm. Derzeit wird ein Transportrad vom Hermes-Versand in Berlin getestet. Die Firma Schramm Spezialräder aus Hildesheim setzt auf ein interessantes Kombinationskonzept. Um aus einem normalen Bike einen Lastenträger zu zaubern, ist das Rad teilbar. Beim Triset besteht das Velo aus einem cityradähnlichen Hinterteil und einem zweirädrigen Lastenträger mit einer Ladefläche von 60 mal 40 Zentimeter, der alternativ durch einen Kindersitz oder sogar durch einen Rollstuhl ausgetauscht werden kann. Wird die Transportmöglichkeit nicht gebraucht, koppelt man den vorderen Teil ab und ersetzt ihn durch "normales" Vorderrad.

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