Unsere Webmagazine

Elektroradtest.de - Der neue Ratgeber für E-Bikes & Pedelecs
Das Reiseradio - Audioreportagen und Interviews
Holidayjournal.de - Magazin für warme und kalte Reisen
Der komplette Reiseführer für Island
Bytetest.de - Der Internet- & Computerratgeber
Anzeige

Was bringen spezielle Mountainbikes für Damen

Immer mehr Hersteller entdecken die Frau als Kundin auf einem Mountainbike (MTB). Wie viel Frauen sich nun wirklich auf ein MTB setzen ist nicht geklärt. Manche sprechen von satten 30 Prozent. Andere halten dies für stark übertrieben und gehen von nur fünf Prozent aus. Gewiss scheint hingegen die Zahl derer, die das Mountainbiking einmal probiert haben und dann wieder zurück aufs klapprige Damenrad gewechselt sind. Sehr oft bekommen die Frauen nämlich die alten Gurken der Männer ab, wenn die sich ein neues Bike kaufen wollen. Auf dem alten, ausgelutschten Material radelt es sich selbstverständlich nicht so gut, der Spaß bleibt damit auf der Strecke.

Dass die Industrie nun ihr Herz für Frauen entdeckt haben, die auch einmal abseits der Wege ihr Glück suchen wollen, ist nicht etwa ein Zeichen für die Emanzipation einer Branche, sondern geschicktes Kalkül. Schließlich ist der Markt an Mountainbikes für Frauen stark ausbaufähig.

Mittlerweile können Frauen aus einer Vielzahl von passenden Bergrädern auswählen. Ein weiteres wurde auf den Fahrradmessen im Herbst vorgestellt: Das erste vollgefederte MTB für Damen der Marke "Focus".

Dagegen sind andere MTBs teilweise schon seit Jahren auf dem Markt. Als "empfehlenswert" stufte die Zeitschrift "Mountainbike" folgende Velos ein: das "Beaver RGO" von "Arrow"(1999 Mark), das "Zonukwa" von Focus (1599 Mark), "Ricochet Anatomica" von GT (1398 Mark) und das "HTX F.L.O" von Red-X (2190 Mark). Sehr empfehlenswert fanden die Testerinnen die Bikes "Navajo" von Scott (1699 Mark) und das "WSD 8000" von Trek (2599 Mark). Die Zeitschrift "Bike" hat ebenfalls die Räder von Trek, Red X und GT getestet. Zusätzlich fand sich im Testensemble das "Solution Tacana" von Scott. Das Fazit der Testerinnen dieser Zeitschrift fällt allerdings nicht so positiv aus: "Bikebegeisterte Frauen trifft das selbe Schicksal wie schon seit Jahren. Sie müssen einen teueren Custom-made-Rahmen kaufen und diesen mit den passenden Komponenten aufrüsten lassen – oder an einem Komplettbike die Hälfte der Komponenten austauschen".

Frauen brauchen andere Fahrräder. Der Körperbau unterscheidet sich in einigen Punkten doch deutlich von dem eines durchschnittlichen Mannes. Diese Unterschiede untersucht seit Jahren Karl Sommer, Professor für Anthropologie an der Charité in Berlin.

Durch die Erkenntisse Sommers können wir auch erst einmal mit dem Vorurteil aufräumen, Frauen hätten prinzipiell längere Beine. Ziemlich hartnäckig hielt und hält sich diese Einschätzung. Sogar Fahrradfachzeitschriften wie "bike" und "Aktiv Radfahren" fielen noch im vergangenen Jahr auf die besonders von träumenden Männern diktierten Schönheitsideale herein. Und mit dem Bild (oder besser den Beinen) einer Claudia Schiffer oder Whitney Houston im Kopf bauen wohl auch so manche Hersteller ihre "Woman-Bikes".

Relativ gesehen sind Frauen also kleiner als Männer, so Sommer in der Fachzeitschrift "Radmarkt". Damit sind dann auch ihre Beine kürzer und natürlich auch der Oberkörper. Aufs passende Fahrrad umgesetzt, heißt das, dass eine Frau ganz anders sitzen möchte (nämlich aufrechter). Rahmengeometrie und Fahrposition gehen Hand in Hand. Das nach hinten abfallende Oberrohr kennen wir von den klassischen Damenräder. Der tiefe Durchstieg war aber früher vor allem wegen der lange Röcke gedacht, damit frau überhaupt aufs Rad steigen konnte. Beim Mountainbike geht´s eher ums sichere Absteigen. In brenzligen Situationen wollen auch die Damen schnell wieder Boden unter die Füße bekommen.

Dazu gehört auch der feste Griff zur Bremse. Frauen haben auf ihre Körpergröße bezogen, kleinere Füße und kleinere Hände als Männer. Bei der Handkraft hat Sommer ermittelt, das sogar sehr kleine Männer immer noch größere Handkräfte besitzen als viele große Frauen. Aufs Fahrrad übertragen bedeutet dies, Frauen möchten anders zupacken, der Abstand der Bremsgriff sollte deshalb einstellbar sein. Viele Hersteller setzen zusätzlich auch kürzere Kurbellängen ein, die statt der üblichen 175 mm nur 170 mm lang sind. Die kleinere Schrittlänge führt zu einer höheren Schrittfrequenz bei besserer Kraftübertragung. Angeblich soll dies zudem gegen zu muskulöse Waden vorbeugen. Auch bei der Lenkerbreite kann gekürzt werden. 60 Zentimeter sollte dieser nicht überschreiten.

Den passenden Universal-Sattel für Frauen gibt es nicht. Einen guten Überblick bekommt die Bikerin allerdings in dem speziell für Radlerin herausgegebenen Katalog "Fitinstyle". Auch die dort angebotenen Bodies, Schuhe, Handschuhe und die Funktionsbekleidung sind selbstverständlich auf die weibliche Anatomie und den Zweck zugeschnitten (Tel. 0781 / 6396874).

Fahrradtest.de - Ein Projekt der Journalia Kommunikation Multimediaagentur

Fahrradtest.de ist optimiert für Firefox, Chrome, Opera & Safari. Benutzer von IE8 sollten ihren Browser updaten.

Copyright © 2016. Alle Rechte vorbehalten.