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Wenn Elektronen mittreten / Elektrobikes oder Pedelecs - die Auswahl wächst

Die Anhängerschaft von Elektrorädern wächst und mit ihr auch die Auswahl: Unter mehr als 500 unterschiedlichen Modelle kann man bereits wählen. Das Problem ist nur, dass es bisher in ganz Deutschland erst einen einzigen Elektroradshop gibt (in Leonberg bei Stuttgart).

Sich einen Überblick zu verschaffen, ist deshalb schwierig. Zwar führen einige Berliner Händler auch Elektrobikes, doch die Auswahl ist vergleichsweise bescheiden. Wer sich umfassend informieren möchte, kommt am Studium der Fachzeitschriften fast nicht vorbei, will man nicht die Katze im Sack kaufen und sich einen Ladenhüter aufschwatzen lassen. Empfehlenswert in diesem Zusammenhang ist die Zeitschrift "Aktiv Radfahren", die regelmäßig aus diesem Bereich (auch mit Sonderheften) berichtet.

Elektroräder sind übrigens neuerdings nicht gleich Elektroräder. Das Programm hat sich aufgeteilt und man unterscheidet nun zwischen Pedelecs und E-Bikes. Beim Pedelec wird über einen Elektromotor Kraft hinzugeschossen. "Gas gegeben" wird über die Pedalen. Der Nachteil: Mit den Pedelecs lässt sich nicht fahren ohne zu treten. E-Bikes dagegen sind Mofas ohne Verbrennungsmotor. Gas gegeben wird per Drehgriff am Lenker wie beim Motorrad. Bei den E-Bikes braucht nicht mehr getreten werden, allerdings rollen sie in einer anderen Klasse. Denn E-Bikes bis maximal 20 km/h fallen unter die Leichtmofaverordnung. Auf Deutsch: Der Fahrer muss mindestens einen Mofaführerschein besitzen und demnach auch mindestens 16 Jahre alt sein. E-Bikes müssen versichert werden und mit dem entsprechenden Kennzeichen ausgestattet werden. Eine Helmpflicht besteht übrigens nicht, auch bei den Pedelecs nicht, die (mit der elektromotorischen Unterstützung) bis zu 24 km/h schnell fahren dürfen.

Das Prinzip der Pedelecs funktioniert in etwa so, wie die Servo-Lenkung beim Auto. Ein leichter Druck führt zu einer Kraftersparnis. Pedelecs gibt es mittlerweile seit sechs Jahren. Vorreiter war dabei die Firma Yamaha, die noch heute mit ihrem Knowhow (Power-Assist-System, kurz PAS) einen guten Teil des Marktes bestimmt. Mit der Verbreitung der neuen Technik nahm auch der Anteil der Elektrofahrräder stetig zu. Zunächst in Japan, und allmählich auch in Deutschland. Zwar wird in der Elektrorad-Szene immer noch sehr gerne gebastelt. Doch neue Konzepte, seien sie von Mercedes-Benz oder auch von dem Berliner Designer-Duo "Craftsmen" geben dem Elektro-Velo ein neues spritziges Image, bei gleichzeitiger Marktreife.

Doch worauf sollte man nun beim Kauf achten? Zunächst muss man sich im Klaren darüber sein, ob man ein Pedelec möchte, oder ein E-Bikes. Die Auswahl bei den Pedelecs ist erheblich größer, was für das Fahrradgeschäft um die Ecke bedeutet, dass es E-Bikes nur selten in größerer Auswahl bereithält.

Ob man das richtige Bike findet, hängt somit fast vom Zufall ab. Erste Anlaufstelle im Internet ist der Verein Extraenergy (www.extraenergy.org). Dort findet man Tipps rund ums Elektrorad, Adressen und auch den Test von Extraenergy vom März 1999, bei dem sich 25 Pedelecs und E-Bikes im Praxistest bewähren mussten.

Auf diesen Test fußt auch der sehr ausführliche Bericht in der "Aktiv Radfahren" vom September 1999 (Heft 5/99; das beim Verlag unter Telefon 0521 – 595 –554 noch nachbestellt werden kann. Wie bei allen Fahrrädern sollte man auch beim Pedelecs eine ausführliche Probefahrt drehen, schließlich kostet kaum ein E-Rad unter 2000 Mark, wobei die 3000-Mark-Grenze leicht überschritten wird.

Testen sollte man das Ansprechverhalten des Motors beim Druck auf die Pedale. Einige surren bereits bei leichter Berührung, so dass man ständig an der Ampel auf die Bremse drücken muss, während andere nicht so sensibel reagieren.

Ganz wichtig ist auch das Radeln ohne Unterstützung. Leider ist die Kapazität der Batterien immer noch stark begrenzt, sodass es fast zwangsläufig vorkommen kann, dass der Saft während der Fahrt ausgeht. Viele Bikes sind dann sehr behäbig und lassen sich dann spürbar schwer bewegen. Hinzu kommt, dass mancher Motor auch im Leerlauf noch Widerstand leistet. Der Motor sollte sich mit einem Schalter leicht an- und ausschalten lassen. Unpraktisch, wenn man dafür erst Absteigen muss.

Die E-Räder wiegen zwischen 24 und 40 Kilogramm. Wer das Rad ein wenig tragen möchte, sollte das Rad nicht nur anheben, sondern auch wiegen lassen. Viele Räder haben einen sehr hohen Schwerpunkt. Noch immer wird sehr oft die Batterie unterhalb des Gepäckträgers "versteckt". Integrierte Systeme sind um einiges besser, das heißt der Energiespeicher fügt sich harmonisch in die Rahmenform ein, das Gewicht verteilt sich. Die Batterie lässt sich bei diesen Rädern auch oft leicht aus der Verankerung ziehen, wenn sie außerhalb des Rades geladen werden soll.

Achten sollte man auf eine Batteriekapazitätsanzeige. Sie sollte möglichst sehr fein sein und auch bei Sonnenlicht ablesbar sein. Beim Batterietyp sind immer noch die Nickel-Cadmium-Akkus weit verbreitet. Nickel-Metall-Hydrid-Batterien, die erheblich besser sind, und auch in jedem Zustand (ob halb oder vollständig entladen) aufgfrischt werden können, sind noch seltener. Nickel-Cadmium-Akkus besitzen den so genannten Memory-Effekt, bei dem sich die Batterie "merkt", in welchem Zustand sie erneut geladen wurde. Die Kapazität kann somit bei falscher Handhabung stetig sinken.

Da man immer noch sehr viel beim Laden falsch machen kann, sind die Hersteller bei der Batteriegarantie auch nicht sehr großzügig. So bekommt man beispielsweise beim Merida Power Cycle, sechs Monate Garantie auf die Batterie, ein Jahr auf den Motor und drei Jahre auf den Rahmen.

Weshalb immer noch oft auf Nickel-Cadmium-Speicher gesetzt wird, liegt in der Zuverlässigkeit und dem vergleichsweise niedrigen Preis. Die Ladezeit lässt sich bei einer Probefahrt nur schlecht testen. Dabei ist sie unterschiedlich. Einige Räder müssen nur zwei Stunden und 13 Minuten ans Netz (Merida Power Cycle mit Nickel-Metall-Hydrid-Akku)) während der Akku des Sachs Elobike Classic erst nach acht Stunden und einer Minute wieder voll einsatzbereit war.

Mit neuer Batterietechnik wird dann langfristig auch das Gewicht und die Ladezeit sinken, während gleichzeitig die Reichweite steigt. Beim Pedelec eine Reichweite anzugeben, ist nur schwer möglich. Sie hängt natürlich vom eigenen Treten, von der geografischen Umgebung und vielleicht auch noch vom Gegenwind ab. Zudem erreicht ein fabrikneuer Akku erst nach mehreren Ladezyklen seine volle Kapazität. Trotzdem gibt es natürlich einige Hinweise, die man beachten kann. Beim Test von Extraenergy schaffte das KTM City Blitz in der City 36,4 km bei einer Durchschnittgeschwindigkeit von 16,6 km/h. Zum Vergleich: Das Velectron Velo de Ville-Shopper hatte Energie für nur 17,8 km (bei einer Durchschnittgeschwindigkeit von 17,1 km/h). Der Durchschnitt liegt bei etwa 20 bis 25 Kilometer.

Eher unerheblich als Kaufkriterium ist es, wo der Motor untergebracht wurde. Zwei Orte haben sich als ideal erwiesen: Der Raum um das Tretlager herum und der Nabenmotor im Hinterrad (oder seltener im Vorderrad).

Wer auf Komfort sitzen möchte, hat leider zurzeit nur eine sehr geringe Auswahl. Das vollgefederte Pedelec ist die Ausnahme. Nur das Patria E-Wing weist eine Federung an Vorder- und Hinterrad auf. Der Komfort hat allerdings auch seinen Preis: 3848 Mark, womit schon zu den teureren Rädern gehört.

Geschaltet wird übrigens mit Drehgriffschaltern (von Sram). Beim Bremsen helfen V-Bremsen von Avid. Die 21 Gänge sind verteilt auf sieben Gängen als Ketten- und drei weitere als Nabenschaltung . Durch die Kombination lässt sich leicht ein Schutzblech montieren, was Hosenbein und zum Teil auch Ketten vor Schmutz bewahrt.

Wir haben bisher viel gemeckert, so dass eigentlich ein nicht so gutes Urteil unterm Strich herauskommen müsste. Doch wenn die Kinderkrankheiten beseitigt werden, ist das "Silver" ist ein sehr gutes Stadtrad, das mit 16,8 Kilogramm noch – mit Blick auf den eingebauten Komfort – im akzeptablen Gewichtsbereich bleibt. Für sportliche City-Radfahrer empfehlen wir aber weiterhin das "Culture blue"(2399 Mark).

Und eines muss man auch betonen: Wir haben die Latte bewusst sehr hoch gehangen. Denn mit "Riese und Müller" ist das wie mit dem FC Bayern: Nur der erste Platz zählt. Die Topp-Position hat man sich in der Vergangenheit durch sehr gute Leistungen und innovative Ideen erarbeitet. Die Vizemeisterschaft wird deshalb nicht angestrebt. Der Fan erwartet schlicht die Meisterschale und nicht nur eine silberne Medaille.

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