Erster Rollentrainer fürs E-Bike

Mit Beginn der Fahrradsaison werden auch viele E-Bikes wieder in Betrieb genommen. „Dabei benötigt das E-Bike mehr Service als ein herkömmliches Fahrrad“, berichtet Gunnar Fehlau, Leiter des pressedienst-fahrrad. Neben der Grundversorgung, wie dem Reinigen der Kontakte und der Autokalibrierung des Antriebs, empfiehlt Fehlau vor allem eine intensive Pflege des Akkus.

Auf einer LEV-Konferenz (LEV = Light Electric Vehicles) anlässlich der  Taipei Cycle Show wurde am 16. März 2009 die Fragestellung öffentlicher Infrastruktur diskutiert: Wie werden LEVs in Zukunft geladen? Zu Hause, an öffentlichen Ladestationen oder wechselt man die Batterie am Automaten?

Während in Taiwan vorrangig visionär gedacht wurde, präsentierte ein Team um Physiker Prof. Dr. Leonard Pendel an der Universität Sternhagel/Phol einen funktionstüchtigen Lösungsansatz. Durch die Verwendung eines revolutionären Stromtrichters im Generator eines Rollentrainers für E-Bikes konnte der Wirkungsgrad der Stromrückgewinnung (Rekuperation) erheblich verbessert werden. Die so erreichbare Maximal-Rekuperation liegt bei durchschnittlich 102 Prozent und somit höher als die zuvor aufzuwendende Energie. Laut Prof. Pendel bedeutet der Rollentrainer den Durchbruch auf dem Gebiet elektro-angetriebener Fahrzeuge. Kurt Schär vom Schweizer Hersteller Biketec AG (www.flyer.ch) bestätigt: „Absolut richtig! Bei ausreichend geölter Kette ist sogar eine Rekuperation von bis zu 103 Prozent erreichbar, was quasi ideal ist, um die Akkus nach der Winterpause zu reaktivieren. Dafür reichen schon 3,7 Stunden entspanntes Treten völlig aus, oder?“

Der nächste Schritt der Entwicklung liegt laut Prof. Pendel in der Adaption des Systems als mobile Einheit, z. B. direkt in die Antriebsnabe von E-Bikes. Bei Test-Einbauten in E-Tandems konnte der Effizient aufgrund der höheren Masse, die an der Elektromotor-Nutzbremse anliegt, sogar auf 104 Prozent gesteigert werden, erklärt Prof. Pendel. Bei Testfahrten vom Col de l‘Iseran, der als höchster Alpenpass topographisch ideale Bedingungen liefert, wurde auf einem Sechssitzer von Santana (Gesamtgewicht 498 kg) sogar ein Maximalwert von über 105 Prozent erreicht. „Hier könnte man schon über einen Weg nachdenken, die so gewonnene Energie direkt mobil in das öffentliche Stromnetz einzuspeisen“, wird Prof. Pendel vom pressedienst-fahrrad zitiert.

Mit diesem Durchbruch der Wissenschaft werden auch jüngste Bemühungen der Kinematischen Fakultät der Ernst-Albern-Universität Göttingen obsolet, die seit 1993 an der Entwicklung eines Rollentrainers für ein Fahrrad mit Kindertransporter arbeitete. Anfang 2009 verbaute die Projektgruppe zwei für 28“-Laufräder entwickelte Nabendynamos in den 20“-Laufrädern des Anhängers – erreichte so aber einen Rekuperationskoeffizienten von nur 98%.