Das Stadtrad erobert die Straßen

Radeln in der großen Stadt kann trotz des vielen Verkehrs Spaß machen, wenn das Rad passt. Lange hing über den Stadträdern das Damoklesschwert des biederen Aussehens: Klobig, schwer und ohne Pepp. Doch durch neue Rahmenformen, der Einzug einer komfortablen Federung und nicht zuletzt durch moderne Farben finden die Räder auch bei jüngeren Menschen zunehmend Gefallen.

 

Citybikes sind keine Sportgeräte und keine Fahrzeuge für die den Allroundeinsatz. Es sind Fortbewegungsmittel für kurze Strecken. Die Stadtflitzer kommen deshalb für Radfahrer in Frage, die

oft Entfernungen von bis zu zehn Kilometer zurücklegen.

auch zum Einkaufen mit dem Rad fahren möchten

sich zum Radeln nicht umziehen wollen

leichtes Auf- und Absteigen bevorzugen.

Ideal ist deshalb ein tiefer Durchstieg (man steigt dabei mehr ein und aus und nicht mehr auf und ab). So verfügen Cityräder oft über einen U-förmigen Rahmen. Große Rohrdurchmesser (aus Aluminium) sorgen für eine vorzügliche Verwindungssteife. Ganz wichtig für die City ist natürlich auch ein praktischer und stabiler Gepäckträger (der auch einen Kindersatz tragen sollte). Probleme gibt es oft, wenn eine Hinterradfederung eingebaut wurde.

Die Vollfederung setzt auch immer mehr bei diesem Radtyp durch. Allerdings ist gute (das heißt auch haltbare und durchdachte) Qualität nicht unter 1000 Mark (eher für 1500 Mark) zu bekommen. Manch einer wird deshalb auf eine (preiswertere) gefederte Sattelstütze (zum Beispiel die "Airwings") zurückgreifen, die kombiniert mit einem bequemen (und breiten) Gel- oder Leder-Sattel auch ein Plus an Fahrkomfort bietet. Eine gefederte Gabel sollte aber jedes Citybike besitzen.

Das klassische Stadtvelo verfügt über eine Nabenschaltung (meist mit sieben Gängen). Dieser Schalttyp ist fast wartungsfrei und lässt sich auch besser gegen Schmutz schützen. Der Antrieb verschwindet hinter einem großzügigen Kettenschutz. Schmutzige Finger und ölige Hosen bekommt man mit diesen Rädern nicht. Angeblich wollen demnächst auch einige Hersteller die (sehr teure aber auch sehr gute) 14-Gang-Nabe von Rohloff in ihre Stadträder einbauen. Die mit Abstand leichteste Nabenschaltung wird allerdings – so unsere Vermutung - nicht in Rädern unter 2000 Mark zu finden sein.

Die Kettenschaltung (mit bis zu 27 Gängen) ist trotzdem nicht tot zu kriegen. Besonders jüngere, ein wenig mehr auf Optik und Image eingestellte Fahrer haben mit einer Nabenschaltung ein Problem. Sehr empfehlenswert in diesem Bereich ist die Nexave-Kettenschaltung von Shimano. Rückenwind bekommt die Nabenschaltung derzeit durch die erste automatische Schaltung von Shimano (Auto D), die (noch) nur über vier Gänge verfügt, demnächst aber auf sieben aufgestockt werden soll.

Zu einem Cityrad gehören auch gut zupackende Bremsen. Standard ist mittlerweile – wie beim Mountainbike – die V-Bremse. Mit einer Nabenschaltung ist freilich auch eine Rücktrittbremse möglich. Manchmal verfügt das Rad deshalb dann sogar über drei Bremsen. Cityräder müssen – nicht nur von Gesetzes wegen - über eine komplette Lichtanlage verfügen. Die Kabel sollte möglichst im Rahmen und im Schutzblech verlegt sein. Das mindert Kabelbrüche. Standard bei guten Rädern ist mittlerweile ein Dioden-Rücklicht, welches auch im Stand leuchtet. Vorne sollte ein Halogen-Scheinwerfer montiert sein, am besten (aber immer noch nur sehr selten serienmäßig zu finden) auch dort mit einer Standlichtfunktion ausgestattet.

Ganz wichtig ist natürlich ein sicherer Stand des Fahrrades. Die Parkstütze sollte das Rad auch bei Wind oder schwerem Gepäck halten. Citybikes verfügen über eine aufrechte Sitzposition, die auch für die Stadt empfehlenswert ist - auf Touren jedoch nachteilig ist. Für den langen Ausflug gibt es deshalb bequemere Räder. Der Lenker ist ergonomisch gebogen und bietet viele Griffmöglichkeiten. Der Vorbau sollte in Höhe und im Winkel verstellbar sein. Als Laufräder werden die Größe 26 und 28 Zoll verwandt. Der typisch für Citybikes große Radstand gepaart mit großen Laufrädern führt zu einem komfortablen Geradeauslauf. Allerdings ist die Wendigkeit dafür ein wenig eingeschränkt.

Als Rahmenmaterial setzt sich immer mehr Aluminium durch. So liegt das Gewicht zwischen 15 und 20 Kilogramm, je nach dem wie hochwertig die Ausstattung ist, und ob das Rad über eine Vollfederung verfügt. Die Preise bewegen sich zwischen 600 und 2000 Mark. Wer allerdings oft mehr als zehn Kilometer mit dem Stadtrad