Bob Yak: Der Scherpa unter den Fahrradanhängern

Es soll Menschen geben, die müssen immer und überall alles mitschleppen. Auch im Urlaub und sogar auf einer Fahrradtour. Zwar nennt man Fahrräder auch Drahtesel, jedoch eben nicht Lastesel. Die Ladekapazität des Zweirades ist begrenzt, will man nicht Gleichgewichtsprobleme und Materialbrüche riskieren.

Wer nun partout nur körperlich auf einer Radtour abspecken will, am zu transportierenden Ballast aber keine Abstriche machen möchte, für den gibt es nur eine Lösung: einen Anhänger hinters Rad schnallen. Allerdings haben viele Trailer den Nachteil, daß man sie beim Radeln deutlich spürt und die Deichsel das Bepacken des Gepäckträgers stört.

Es gibt wenige Ausnahme, beispielsweise den YAK der amerikanischen Firma Bob, in Bikerkreisen einfach Bob genannt. Erster großer Unterschied: Dieser Trailer rollt nur auf einem Rad, was ihn deshalb aufgrund der leichten Führung immer beliebter werden läßt. Nicht zuletzt die Mountainbiker haben das Transporteinrad für sich entdeckt.

Denn die nackten (ohne Gepäckträger etc. ausgerüsteten) Mountainbikes werden mit dem Bob in ein paar Handgriffen zum recht guten Tourenrad. Trotzdem bleibt das Rad geländetauglich, denn für den Offroadspaß wird der Hänger samt Gepäck im Camp zurückgelassen.

Doch nicht nur die Bergsportler fahren auf den Bob ab. Auch viele Touren- ja sogar Weltumradler schwärmen regelrecht von der einrädigen Konstruktion. Egal, ob man mit dem Velo in Island, Alaska oder in der Mongolei unterwegs ist, überall trifft man auf Bob-Anhänger.

Der Grund für die Popularität liegt in der durchdachten Konstruktion. Die mitgelieferte Tasche schluckt ganze 94 Liter. Aufgrund des einen Rades bleibt das Gefährt sehr schmal, fährt förmlich im Windschatten des Fahrers.

Der Trailer kann sowohl an 26 Zoll als auch an 28-Zollräder montiert werden. Selbst an vollgefederten Velos. Im Gegensatz zu vielen Radanhänger, die kompliziert an der Sattelstangen oder irgendwo am Rahmen befestigt werden, wird der Bob mit einer speziellen Schnellspannachse am Hinterrad befestigt. Dadurch ergibt sich auch ein sehr tiefer Schwerpunkt. Das ist das eigentliche Erfolgsgeheimnis des Yaks. Denn egal wieviel man in den Hänger packt, nie hat man das Gefühl, das Gewicht würde einem beim Fahren behindern. Natürlich hat alles seine Grenzen. Erhebliche Steigungen sind logischerweise mit einem Anhänger nicht mehr fahrbar. Und auch das Wenden sollte  vorher ohne Gepäck geübt werden, da sonst der Bob – samt Rad - sehr leicht zur Seite kippt.

Der Hänger ist spurtreu, selbst auf Feld- und Forstwegen gibt es keine Fahrprobleme. Auch über Wurzeln kann man springen, vorausgesetzt man hat vorher das Gepäck mit der Gummispinne fest verzurrt.

Nur wirkliche Wildnisradler, die durch Wüstensand und reißende Flüsse wollen, haben mit dem Bob weniger Freude. Aber dies gilt in solchen Extremsituationen für jeden Trailer. Doch auch eine Tour durch die Mongolei, wie sie Andreas Heßberg und Waltraud Schulze unternommen haben, übersteht der Bob. Immerhin mußte er auf dem außergewöhnlichen Trip 90 Kilo Lebensmittel schleppen. 30 Löcher im Schlauch mußten geflickt werden. Allerdings beklagten sie – wie viele andere Radler - die mindere Qualität des 16-Zollrades. Ein schweizer Ehepaar, das mit einem Tandem und dem Bob Island erkundete, hat diesem Problem vorgebeugt und gleich vor der Tour ein neues Laufrad zum Preis des Hängers eingebaut. Wer große Touren vorhat, sollte deshalb mindestens den Reifen als auch die Nabe austauschen. Schade eigentlich, denn der Bob ist mit 499 Mark nun wirklich nicht billig, sondern höchstens preiswert.

Das Laufrad ist aber wirklich das einzige Manko des ansonsten gut durchdachten und stabilen Anhängers. Der Chrom-Molybdän-Stahl-Rahmen hält extreme Belastungen stand. Zudem läßt er sich für den Transport in Bus, Bahn oder Flugzeug auseinander nehmen.

Neu im Programm der Firma Bob ist der Hänger Cozmopolitan. Im Gegensatz um Yak ist dieser Trailer mit einer Kunststoffbox und 60 Liter Packvolumen und 23 Kilogramm Zuladung eher für die Stadt gedacht. Das Prinzip ist das Gleiche wie beim Yak. Der Clou: Für den Transport kann der gesamte Rahmen in die Box gepackt werden. Der Cozmopolitan wiegt stolze 8,6 Kilogramm, während es der Yak nur auf 5,5 Kilo bringt. Darin sind dann allerdings die Sicherheitsfahne, Schutzblech, Tasche und Reflektor inbegriffen.