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Kindertransport auf dem Fahrrad: Wohin mit dem Nachwuchs?

Deutschland leidet unter zu wenig Nachwuchs. An den vielfältigen Transportmöglichkeiten für die Kinder am, auf und hinter einem Fahrrad kann es jedenfalls nicht liegen, dass wir Deutschen uns nicht mehr so stark vermehren. Früher dachte man bei einer Familienkutsche, an vier Räder, einen Verbrennungsmotor, umrahmt von viel Blech und vielleicht noch an eine Klorolle auf der Hutablage.

 

Die zeitgemäße Familienkutsche hat auch vier Räder, aber zwei große und zwei kleine, wenig Blech, eine oft auch sehr starke Zugmaschine vom Typ Papi oder Mami, die das mobile Mini-Haus mit aufklappbaren Dach, in Fachkreisen Kinderanhänger genannt, hinter sich her zieht.

Zum Kindertransport muss man längst nicht mehr aufs Auto umsteigen. Und noch beruhigender: Nach dem Kinderkriegen braucht man seine Lebensgewohnheiten nicht radikal ändern. Wer gerne Rad fährt, muss deshalb nicht ständig verhüten.

Die Alternativen sind vielfältig geworden. Sei es Kindersitz, Kinderanhänger, Kinderrad zum Ankoppeln oder ein "halbes" Rad, welches aus einem herkömmlichen Erwachsenenfahrrad in wenigen Handgriffen ein Tandem mit drei Rädern macht.

Wo man die Kinder hinsetzt, ist sehr vom Alter und den Vorlieben der Kleinen abhängig. Es gibt kein System, welches nur Vorteile hat. Man muss abwägen und ausprobieren und vielleicht auch diskutieren, ob nicht noch mehr Nachwuchs kommen soll. Mehr als zwei Kinder kann man nicht auf einem Fahrrad in je einem Kindersitz transportieren. Der Gesetzgeber schreibt zudem vor, dass nur Kinder unter sieben Jahren auf dem Fahrrad transportiert werden dürfen. Zusätzlich gilt eine Gewichtsbeschränkung. Vor dem Fahrer darf das Kind höchstens 15 Kilogramm wiegen, auf dem Gepäckträger hinterm Fahrer sind Mitfahrer bis zu 22 Kilogramm erlaubt. Fahrradsitze haben den Vorteil, dass sie vergleichsweise wenig kosten. Für wenig Geld bekommt man heute viel Komfort: integrierte Stoßdämpfer, winkelverstellbare Rückenlehne oder einen klappbaren Haltebügel.

Allerdings sollte man bei der Wahl bedenken, dass das Kind auf dem Rad sehr hoch sitzt.

Wer einmal erlebt hat, wie ein Kind im Sitz auf einem geparkten Fahrrad umgefallen ist, wird erstens, den Nachwuchs nie ohne Helm aufs Velo setzen, zweitens, auf gute Gurte achten und drittens, einen stabilen kippelsicheren Zweibeinständer montieren.

Sicherer sind Fahrradanhänger. Zunächst hatten sie mit mächtigem Gegenwind zu kämpfen. Mittlerweile, auch durch zahlreiche Crashtests bestätigt, gelten sie als sicheres Transportmittel, wenn sie über einen Überrollbügel, eine steife Wanne, Gurte für die Mitfahrer verfügen und die Passagiere sicherheitshalber einen Helm tragen. Besonders für Ausflüge und Touren sind sie eine ideale Kinderkutsche. Kinderanhänger lassen sich auch viel universeller als Kindersitze nutzen. Viele sind wahre Lastesel und dürfen mit über 40 Kilogramm belastet werden. So kann man nicht nur das Kind, sondern alternativ auch den ein oder anderen Kasten Limo transportieren. Qualität hat freilich ihren Preis. Mit mindestens 600 Mark für einen Anhänger sollte man rechnen. Es gibt aber auch Modelle für 1600 Mark. Je nach Ausführung nehmen sie ein oder zwei Kinder auf. Praktisch ist ein kleiner Kofferraum hinter der Sitzfläche, wichtig ist zudem ein Überrollbügel. Für beengte Verhältnisse gibt es auch Modelle, die sich schnell zusammen falten lassen, für schlechte Straßen empfiehlt sich ein Hänger mit Federung.

Apropos Federung. Grundsätzlich ist es möglich, auch an vollgefederte Bikes einen Kinderanhänger zu koppeln. Allerdings sollte man sich zuvor beim Hersteller des Fahrrades sicherheitshalber nachfragen.

Mit einem Anhänger im Schlepp ändert sich natürlich auch das Fahrverhalten. Der Hänger ist breiter als das Fahrrad, Kurvenfahren sollten geübt, die Breite zwischen zwei Pollern bedacht werden. Auch muss das Zugbike über gute Bremsen verfügen, sonst wird´s bei einer Vollbremsung kritisch. Es gibt aber auch Modelle mit einer Auflaufbremse, die sich auch teilweise nachrüsten lässt. Durchgesetzt hat sie sich allerdings noch nicht. Seitens des Gesetzgebers gibt es aber Überlegungen, die Auflaufbremse ab einem bestimmten Gesamtgewicht vorzuschreiben.

Die Grenzen zwischen Fahrradanhänger und Kinderwagen verschwimmen zunehmend. Sportliche Kinderwagen (mit drei Rädern), so genannte Jogger, lassen sich bei einigen Herstellern auch mit wenigen Handgriffen zum Hänger umbauen (dabei wird das vordere Rad durch eine Deichsel ersetzt). Auch der Trailer, der zum reinen Kinderwagen wird, ist auf dem Markt erhältlich. Kompetente Auskunft bekommt man beim Anhängerimporteur Zweipluszwei in Köln, bei dem man auch einen sehr informativen Gratis-Katalog über sämtliche Anhänger bestellen kann. (Tel. 0221/ 95 14 700).

Irgendwann werden die Kids auch für den Anhänger zu groß. Für ältere Kinder (so zwischen vier und zehn Jahren), die nicht auf einem Kinderrad selber fahren wollen oder sollen, gibt es drei Möglichkeiten.

Sehr praktisch sind so genannte Trailerbikes. Trailerbikes besitzen nur ein Laufrad und werden per Stange ans Zugrad gekoppelt. Diese Deichsel wird entweder an der Sattelstütze oder am Gepäckträger befestigt. Letztere Variante ist erheblich sicherer, weil die Kräfte, die auf die Sattelstütze wirken, zum Bruch führen können.

Am Überzeugendsten ist das Add-Bike der Firma Hoening. Zwar muss ein spezieller Gepäckträger montiert werden, auf diesen lässt sich dann aber auch ein Kindersitz montieren. Das Add-Bike hat für den kleinen Mitfahrer den Vorteil, dass er mittreten kann, aber nicht muss. Auf dem Markt ist auch eine Stange, die ein normales Kinderfahrrad in ein Anhängerbike verwandelt. Allerdings muss auch dieses Hilfsmittel der Firma Reis-Hartung an der Sattelstütze montiert werden. Wenn man sich für diese Variante entscheidet, sollte man auch eine stabile Stütze montieren.

Gemeinsam radeln kann man mit Kindern auch auf Tandems. Bei speziellen Familientandems sitzt der Sprößling vor dem Fahrer. Der Nachteil: Die Räder werden nur noch wenig benutzt, wenn es den Nachwuchs aufs eigene Rad drängt. Eine Alternative und vielfältiger einsetzbar sind Aufsätze für herkömmliche Tandems, bei denen das Tretleger höhergelegt wird. Der Aufsatz lässt sich auch wieder entfernen, wenn zwei Erwachsene radeln möchten. Schließlich ist es in Deutschland längst nicht mehr üblich, ständig für Nachschub zu sorgen, um sie wie die Orgelpfeifen fürs Familienalbum aufstellen zu können.

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