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Übersicht moderne Fahrradbeleuchtung

Die Beleuchtungstechnik am Fahrrad hat in den letzten zehn Jahren eine atemberaubende Entwicklung durchlaufen. Die Zeit funzeliger Blechscheinwerfer, trüber Rücklichter und leiernder Dynamos ist lange vorbei und nicht nur an neuen Fahrrädern.An Millionen nicht totzukriegender Drahtesel der vergangenen 40 Jahre, die immer noch treu ihren Dienst als Studenten- oder Einkaufsrad leisten, blinken kleine Diodenlichter, die zwar nicht erlaubt sind, aber immerhin eine der zwei Grundfunktionen einer Fahrrad-Lichtanlage übernehmen: gesehen werden.

Und schon sind wir beim Thema. Jeder Verkehrsteilnehmer muss im Dunklen für die anderen erkennbar sein, gleichzeitig muss er in der Lage sein, auch unbeleuchtete Objekte wahrzunehmen. „Auf Sicht fahren“ heißt das und wird immer wieder mal in Gerichtsprozessen angeführt, wenn ein Radler nachts auf einem schlecht ausgeleuchteten Radweg gestürzt ist – Pech gehabt, da hätten Sie halt einen StVZO-konformen Scheinwerfer am Rad haben müssen. Sehen und gesehen werden also – doch „die Crux dabei ist, dass das, was die StVZO als Mindeststandard verlangt, vielfach gar nicht ausreicht“, erklärte der Fachjournalist Peter Barzel auf dem Recherche-Kongress Fahrrad des pressedienst-fahrrad.
Das will der Gesetzgeber: eine Lichtanlage mit sechs Volt/drei Watt Leistung, verteilt auf Frontleuchte und Rückstrahler mit Prüfzeichen (die so genannte K-Nummer), beides in einer bestimmten Mindesthöhe angebracht. Dazu einen zweiten roten Rückstrahler hinten, einen weißen Rückstrahler vorne und gelbe Pedalreflektoren – die guten alten Katzenaugen – sowie Speichenrückstrahler beziehungsweise Reflexstreifen, wie ihn verschiedene Reifenhersteller (z. B. Schwalbe, www.schwalbe.de) direkt in den Reifen eingelassen haben. Zudem: Der Scheinwerfer muss mindestens zehn Lux leisten, gemessen in zehn Meter Entfernung.


Batteriebetriebene Leuchten sind nur an Fahrrädern unter elf Kilo Gewicht zugelassen, ansonsten aber als Zusatzbeleuchtung erlaubt. Und auch ein Fahrradanhänger muss natürlich beleuchtet sein – vom Beleuchtungshersteller Busch und Müller gibt es dafür sogar eine „Trailermatic“ genannte Einrichtung, die den Strom vom Rücklicht auf das Positionslicht des Hängers umleitet (www.bumm.de, 21 Euro).
Die Maßeinheit „Lux“ bezeichnet die Helligkeit in einer bestimmten Entfernung und ist in der letzten Zeit in aller Munde. Denn die Zubehörindustrie arbeitet mit Volldampf daran, das Erlaubte mit dem Machbaren in Einklang zu bringen und die Fahrradbeleuchtung immer leistungsfähiger zu machen.
„Lange Zeit war eine bessere Straßenausleuchtung nur durch mehr Leistung möglich“, erläutert Guido Müller von Busch und Müller. „Und das ließ sich natürlich nicht mit der StVZO vereinbaren.“ Die leistungsstarke Zwölf-Volt­-Lichtanlage, die Busch und Müller vor mehreren Jahren auf den Markt brachte, war das Ergebnis zäher Verhandlungen mit den Zulassungsbehörden – und aufgrund der hohen Kosten von 300 Euro alles andere als ein Verkaufsschlager.
Immerhin: Die Verbreitung der Halogenleuchten in den 90er Jahren war schon einmal ein großer Fortschritt. „Während die normalen ,Fahrradbirnchen‘ vier bis zehn Lux bringen, leuchten Halogenglühlampen etwa doppelt so hell“, erklärt Müller, warum dieses Leuchtmittel nach wie vor an günstigeren Scheinwerfern eingesetzt wird.


LED auf dem Durchmarsch Der letzte Schrei sind Frontscheinwerfer mit Leuchtdioden (LEDs). Die Licht ausstrahlenden Halbleiterelemente werden schon seit Jahren in Rückleuchten verwendet; bevor sie den Schritt in den Scheinwerfer machen konnten, musste jedoch erst einmal die weiße LED erfunden werden. Hochleistungs-LEDs sind zwar unempfindlich gegen Erschütterungen und verfügen über eine quasi unbegrenzte Lebensdauer (100.000 Betriebsstunden gleich elf Jahre, fünf Monate Dauerlicht), doch das Problem der Wärmeabfuhr macht eine ausgeklügelte und daher teurere Elektronik nötig.
Auch geeignete Reflektoren sind noch nicht allzu lange auf dem Markt. Die von Busch und Müller angebotenen Scheinwerfer mit Freiformflächen-Reflektor und Klarglasscheibe sind bereits beeindruckend hell; den endgültigen Durchbruch schaffte die Front-LED jedoch erst im letzten Jahr, als das Meinerzhagener Unternehmen mit dem IQ-Tec einen Scheinwerfer vorstellte, bei dem die LED in den Reflektor strahlt anstatt aus ihm hinaus. Sogar wenn er mit einem altmodischen Seitendynamo betrieben wird, leistet dieser Strahler 40 Lux. „Selbst bei absoluter Dunkelheit erlaubt es diese Technologie, auch bei gewohnter Radelgeschwindigkeit auf Sicht zu fahren“, beschreibt der Fachjournalist Peter Barzel seine Erfahrungen mit IQ-Tec. Dass der Fahrradhersteller Utopia-velo (www.utopia-velo.de) die Fahrradbeleuchtung ernster nimmt als andere Fahrradfirmen zeigte, sich seit Oktober 2007. Nur wenige Wochen nachdem Utopia die ersten IQ-Tec-Leuchten montiert hatte, stellten die Saarbrücker als erster Hersteller weltweit serienmäßig auf die IQ-Tec um - bei Utopia gibt es andere Leuchten nur noch auf expliziten Kundenwunsch!


Strom aus der Nabe Besagter Seitendynamo ist schon lange nicht mehr das Maß aller Dinge. Nabendynamos wie der i-Light von Sram (www.sram.com, ab 45 Euro) sind in allen Belangen überlegen: Sie können bei Schnee oder Regen nicht durchrutschen wie ein „Seitenläufer“ und weisen einen deutlich höheren Wirkungsgrad von bis zu 65 Prozent auf. Das bedeutet: 65 Prozent der Energie, die zum Antreiben des Dynamos aufgewandt werden muss, wird in Strom umgewandelt. Die besten Seitendynamos bringen es auf gerade mal 40 Prozent, üblich sind 15 bis 30. Kurz: Nabendynamos liefern den gleichen Strom bei geringerer Tretleistung!

Eine moderne Lichtanlage, bestehend aus Nabendynamo, LED-Scheinwerfer und LED-Rücklicht, ist nicht nur hell, sondern auch komfortabel und sicher. Komfortabel deshalb, weil hochwertige Scheinwerfer über einen Schalter verfügen, mit dem der Dynamo aktiviert wird – ganz einfach während der Fahrt. Und es kommt noch besser: Per Sensorautomatik am Scheinwerfer schaltet sich der Nabendynamo sofort ein, wenn’s dunkel wird – etwa beim Durchfahren einer Unterführung.
Sicherheit gewinnen modern ausgestattete Radfahrer durch die Standlichtautomatik, welche zumindest beim Rücklicht inzwischen Standard ist. „Auch bei unseren günstigsten Cityrädern wie dem Modell Jade für 299 Euro ist ein Standrücklicht an Bord – die Kunden fragen danach“, berichtet Mario Moeschler vom Fahrradhersteller Winora (www.winora.de). Ein integrierter Kondensator speichert genug Energie, um die LED nach einem Stopp einige Minuten weiter leuchten zu lassen. „Dass man immer wieder hört, ,Hallo, Sie haben das Licht angelassen´ zeigt, wie wenig die Leute über den aktuellen Stand der Fahrradbeleuchtung informiert sind“, schmunzelt Barzel.
Beim Thema Sicherheit muss auch über die Verkabelung gesprochen werden: Strom fließt bekanntlich nur in einem Kreislauf, und bei alten Fahrrädern war der Rahmen sowie diverse Anbauteile Teil dieses Stromkreises – nämlich als Masseleitung von der Leuchte zurück zum Dynamo. Doch die Leitfähigkeit von Rahmen und Schutzblechen wird durch Feuchtigkeit und Korrosion beeinträchtigt, weswegen die Lichtkabel bei modernen Fahrrädern zweiadrig verlegt sind. Dazu kommen haltbare Flachstecker an den Anschlüssen, die ebenfalls ziemlich immun gegen Korrosion sind. Legendär: Die Verkabelung an den Rädern der Fahrradfirma Utopia-velo. „Wir betreiben viel Aufwand, damit die Beleuchtung auch nach einigen Jahren noch tadellos funktioniert“, sagt Ralf Klagges von Utopia. Alleine für die Kleinteile und Montage der eigentlichen Lichtanlage beziffert er die Kosten auf etwa 50 Euro.
IQ-Tec-Strahler gibt es natürlich auch für den Akkubetrieb. Das Topmodell von Busch und Müller leuchtet im 50-Lux-Modus ganze zehn Stunden. Zum Vergleich: Ein Halogenstrahler würde den gleichen Akku innerhalb einer Stunde leersaugen. Allerdings ist der Beleuchtungshersteller in Sachen Helligkeit schon längst weiter: Mit dem „Big Bang“ (699 Euro) hat das Unternehmen einen Strahler auf den Markt gebracht, dessen 150 Lux so hell leuchten wie ein Autoscheinwerfer. Möglich wird das durch moderne Gasentlastungstechnik, und legal ist es auch: Busch und Müller kann für den Brenner eine K-Nummer präsentieren, während die Mitbewerber ihre Hightech-Lampen nur als „Zeltbeleuchtung“ verkaufen dürfen ...

Dieser Presseartikel ist eine Zusammenfassung eines Vortrags, der auf dem ersten „Recherche-Kongress Fahrrad“ (17.01.2008 in München) des pressedienst-fahrrad (www.pd­f.de) gehalten wurde, und ergänzenden Recherchen. Referent dieses Vortrags: Peter Barzel

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