Unsere Webmagazine

Elektroradtest.de - Der neue Ratgeber für E-Bikes & Pedelecs
Das Reiseradio - Audioreportagen und Interviews
Holidayjournal.de - Magazin für warme und kalte Reisen
Der komplette Reiseführer für Island
Bytetest.de - Der Internet- & Computerratgeber
Anzeige

Gangchaos im Handumdrehen gelöst

Einem Fahrraduninteressierten kann man manche Entwicklung am Velo nur noch schwer erklären. Da werden stetig mehr Gänge in ein Rad gestopft, mit der Folge, dass sich selbst Profis immer öfter verschalten. 24 Gänge sind derzeit Standard, aber auch 27 sind bereits im Angebot. "Wozu brauche ich die?" werden immer mehr Fahrradhändler von ihren Kunden gefragt. Nun ist der Handel mit der Ware Fahrrad ein Geschäft wie jedes andere, und auch auf dem Wochenmarkt bekommt ja selten die Frage gestellt: "Darf es auch ein bisschen weniger sein?". Keine Frage, die Strömung ist nicht aufzuhalten, und die Gegenströmung bisher ein schwaches Rinnsal. Letztendlich muss es aber wieder einfacher und die vielen Gänge reduziert werden, ohne jedoch - und das ist der entscheidende Punkt - etwas an der Bandbreite der Gangschaltung zu verändern.

 

Natürlich klingt das im ersten Moment unlogisch. Doch im Prinzip ist das damit vergleichbar, als wenn man einen Aussichtsturm gebaut hätte, um möglichst weit schauen zu können, sich jedoch die Besucher sehr schnell beschwerten, daß die Tausenden Stufen bis zur Plattform zu anstrengend seien.

Den Turm deswegen verkleinern? Quatsch! Ein Fahrstuhl wird eingebaut. An der Aussicht ändert sich dadurch natürlich nichts, nur der Weg dort hin wird einfacher.

Diesen "Lift unter den Gangschaltungen" hat die französische Firma EGS (Internet:www.e-g-s.de) entwickelt. Der Synchroshift lässt sich leicht am Lenker montieren und dampft die 24 Gänge einer Kettenschaltung auf das satte Dutzend ein. Im Prinzip ist es ein normaler Drehgriff mit Ganganzeige, nur dass nun zwei Schaltvorgänge in einem Dreh synchronisiert werden. Anders ausgedrückt: Mit nur einer Hand schaltet man sowohl den vorderen Umwerfer als auch das hintere Schaltwerk, und zwar nach einem festgelegten Schema.

Das dreiteilige Display gibt Auskunft darüber, auf welchem Kettenblatt man vorne gerade fährt. Eins bis zwölf Gänge werden angezeigt, bei einer 24 Gang-Schaltung fährt man in Gang eins mit dem kleinsten Zahnkranz und dem größten Ritzel. Bei den Gängen zwei bis vier wandert die Kette jeweils auf das nächstkleinere Ritzel. Mit dem Gang fünf wird synchron das Schaltwerk hinten betätigt als auch der Umwerfer vorne (mittleres Kettenblatt). Ab dem neunten Gang geht´s vorne weiter aufwärts. In Gang zwölf wechselt die Kette auf das kleinste Ritzel.

Soweit die Theorie und wie sieht es in der Praxis aus? Wir liehen uns ein Rad aus, und drehte eine ausführliche Runde. Ergebnis: Das Produkt ist ausgereift, das Gangchaos im Handumdrehen beseitigt. Das Schalten gelingt auf Anhieb, auch im extremen Dauerbetrieb, wie Tillmann Waldthaler, medienbekannter radreisender Globetrotter bei einer Tour durch die Mongolei bei minus 24 Grad Celsius im April diesen Jahres herausfand. Trotz des positiven Urteils werden vor allem sportliche Biker auch in Zukunft lieber alle Gänge selbst schalten wollen, besonders auch jene Radfahrer, die Daumenschalter bevorzugen. Die Zielgruppe ist deshalb nicht so sehr der ambitionierte Mountainbiker, sondern eher der Mensch, der ein wenig Scheu vor einer Kettenschaltung hat und bisher vielleicht ganz ohne Gänge oder mit einer Nabenschaltung radelte.

Der Synchroshift bietet – je nach Ausführung - auch zwei Sonderfunktionen, die sich jedoch dem Benutzer erst nach und nach erschließen (wenn man nämlich einen kleinen Hebel umgelegt hat): den alternativen und den 1x6 –Modus. Im Alternativmodus schaltet man die Gänge immer einzeln weiter, so dass kein Gang übersprungen werden kann, der 1-x6-Modus ermöglicht es, bis zu sechs Gänge auf einmal zu wechseln.

Der Schaltvorgang gelingt reibungslos. Nur wenn synchron sowohl hinten als auch vorne gewechselt wird, muss man ein wenig kräftiger drehen. Wenig gut gelöst fanden wir zum einen das klobige Design und den damit verbundenen Sitz am Lenker. Durch den Synchroshift ist bei kurzen Bremshebeln das Verzögern nur noch mit den Mittelfingern möglich. Den Schalter, der zu Produkten von Shimano und Sram kompatibel ist, gibt es in vier verschiedenen Ausführungen. Der "Easy" ist für 3x7-Schaltungen gedacht und kostet knapp 80 Mark, die "Adventure"- und die "Sport"-Griffe reduzieren 24-Gänge. Die Sportausführung ist zusätzlich mit dem 1x6-Modus ausgestattet. Der Adventure kostet 130 Mark, der Sport-Griff 170 Mark, und für die Ultimate-Version (mit Alugehäuse und kugelgelagerten Seilzügen) muß man gar 220 Mark berappen. Für Profis gibt es auch noch einen X-Pro-Schalter, der bei Bedarf auch als 27-Gang-Variante zu bekommen ist. Sämtliche Schaltgriffe können nachgerüstet werden.

Ähnliche Beiträge

Fahrradtest.de - Ein Projekt der Journalia Kommunikation Multimediaagentur

Fahrradtest.de ist optimiert für Firefox, Chrome, Opera & Safari. Benutzer von IE8 sollten ihren Browser updaten.

Copyright © 2016. Alle Rechte vorbehalten.