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Das Reiserad fürs Boot

Die Vorgabe war ein Fahrrad, dass man falten kann, dass aber auch genauso stabil ist, wie ein normales Reiserad. Das Ergebnis war ein Fahrrad, das nicht von der Stange kommt. Es hat lange gedauert, bis ich einen geeigneten Rahmenbauer gefunden hatte, der bereit war, einen passenden Rahmen aus Edelstahl mit Faltmechanismus zu konstruieren. Vorgabe: Der Rahmen muss so einiges aushalten. Das Fahrrad ist Packesel, Zugmaschine fürs Boot und sollte trotzdem schnurren wie eine Katze. Und ein guter Rahmen kann Leben retten. Wer weiß, was alles in der Wüste, in der Steppe, in der Wildnis passieren kann. Da muss man sich auf die Technik verlassen können.

Vor dem Rahmenbau stand der Gang zum Fahrradhändler, um sich vermessen zu lassen. Ganz praktisch ist das Vermessungssystem bei den Bico-Händlern. Tut nicht weh und geht schnell. Normalerweise schlägt dann der Computer auch den passenden Rahmen aus dem lieferbaren Programm vor. Aber das war ja nicht nötig. 

Uwe Marschall (Marschall-Frameworks) ist ausgewiesener Rahmenbauer und versteht etwas von seinem Geschäft. Nun gut, die Rahmen sind bei ihm auch nicht billig, mit einigen Tausend Euro muss man schon rechnen. Dafür soll das Stück ja auch ewig halten. Marschall ist auch einer der wenigen in Deutschland die Edelstahlrahmen bauen . Zudem hat er Erfahrung mit dem Einbau der S&S-Kupplungen. Schließlich sollte es nicht nur ein maßgeschneiderter Rahmen sein, sondern auch zugleich die Muffen eingebaut werden. Die Muffen allein kosten leider um die 500 Euro. Hinzu kommt der Preis für Einbau. (Aber diese Verbindung sind meiner Meinung die besten Kupplungen für Reiseräder). Der Rahmen war wahrlich kein Schnäppchen. So ist es um so ärgerlich, dass der Rahmen mittlerweile drei Mal gebrochen ist. (an den Kupplungen und an am Hinterbau). Zum Glück habe ich immer unterwegs einen Schweißer gefunden, auch deshalb wird mein Rad nie einen Alurahmen schmücken. Aber Rahmenbrüche sollten nicht passieren, deshalb kann ich Marschall Frameworks nicht mehr uneingeschränkt empfehlen.

Also der Rahmen sollte faltbar sein, jede Menge aushalten und natürlich auch noch schön aussehen. Auch sollte das Rad über 14-Gang-Nabe verfügen. Die Erfahrungen, die ich über die Jahre bei etlichen Testrädern sammeln konnte, hatten mich überzeugt, es zu wagen, auch wenn mehr Technik auch zu mehr Problemen führen kann. Aber Rohloff hat mittlerweile die Kinderkrankheiten beseitigt. Was bleibt, ist der schmerzhaft hohe Preis von rund 700 Euro. Womit die Nabe für hinten schon feststand. Vorne sollte ein SON-Nabendynamo rollen.
 
Einschaltautomatik durch Lumotec Sensor von Busch & Müller natürlich selbstverständlich (mittlerweile gehen den genialen Lumotec Fly Q ausgetauscht). Dazu ein Ladegerät von ADA für den Nabendynamo (das aber erst später hinzukam).
 

Bei der Federgabel entschied ich mich für die Quake-Federgabel, auch wenn ich bis heute nicht weiß, ob man an die überhaupt einen Low-Rider anbringen darf. Egal, bisher hat die Gabel gehalten und mit Magura steht ein namhaftes Unternehmen dahinter, das für Qualität steht und ein guten Ruf zu verlieren hat. Aus dem selben Haus kommen auch die Scheibenbremsen, die Louise. Passend gab es Stahlflex-Leitungen, sieht optisch bei einem Edelstahlrahmen einfach besser aus., außerdem scheuert da nichts mehr durch. Zusätzlich zur 14-Gangnabe habe ich einen Umwerfer montiert, denn aufgrund meiner Testfahrten, zum Beispiel mit dem Delite Grey von Riese & Müller, habe ich festgestellt, dass die Übersetzung nicht ausreicht, wenn man ein Boot im Anhänger hinter sich herzieht und Steigungen über 10 % auch noch radeln möchte. Also zweifach Kettenblatt, somit 28 Gänge, aber das ist ja eigentlich schnurz. 

Welche Träger? Tubus fürs Hinterrad. Stabil, bisher nichts gebrochen (Stand 16000 Kilometer). Vorne übernimmt das Tragen der Lowrider Faiv von Ulrich-Artmann. Sauteuer, aber Bombenqualität. Zu dem gibt es einfach derzeit (leider) keine Alternative. Bei den Reifen habe ich mich für Schwalbe-Marathon XR entschieden. Bisher hatte ich noch keinen einzigen Platten. Deshalb sind so sehr empfehlenswert, obwohl ich bei neuen Produkten aus dem Hause Bohle immer etwas skeptisch bin. Erst kürzlich hatte ich arge Probleme mit den Spikesreifen der Firma. Soll der wirklich besser sein als der gute alte Marathon? Er ist es, wenn auch teurer und durch die zusätzliche Einlage spürbar schwerer. Die Reifen kamen auf Mavic-Felgen (bisher eine Felge gebrochen). Der Sattel war nicht neu, sondern das erste Modell (damals noch ein Testprodukt) aus der Body Geometrie-Reihe von Specialized. Ich habe mittlerweile fünf Testmuster verschiedener Ausführungen hier rumliegen, aber keiner ist so bequem wie die erste Serie. Bis ich den Terry untern den Hintern bekam. Seitdem muss der Body Geometry am Stadtrad seinen Dienst verrichten.  
 

Das Rad ist bis auf Kurbelgarnitur, Pedale, Sattel und ein paar Kleinteilen "Made in Germany". Das Rad wäre nie so perfekt geworden, ohne die freundliche Unterstützung und Ratschläge durch das Radhaus in Berlin.

Noch eine Anmerkung zur Kupplung. Braucht man sie wirklich? Möchte man zwei Fahrräder in ein Boot bekommen, kann sie sehr hilfreich sein. Für Touren mit Ally als Solokanadier ist eine Kupplung nicht nötig, das Fahrrad kann man einfach im Ganzen Stück aufs Boot legen, (siehe Foto links) mit Riemen fixieren und lospaddeln. Auf diese Weise ist das Rad auch als Schiebehilfe bei Portagen sehr hilfreich und muss nicht immer extra wieder zusammengebaut werden (was ich am Anfang noch immer gemacht hatte).  Aber das Vertrauen in die Technik und in die Stabiltät bei höherem Wellengang bekommt erst später. Am Anfang hätte ich es mir nicht getraut, das Rad einfach so aufs Boot zu legen.

Notwendig war bisher die Kupplung ein einziges Mal, als ich von Torres-Strait-Islands nördlich von Australien in einer kleinen Maschine, die als Krabbenkurier diente, zurück nach Cairns geflogen bin. Da das Rad in diesem Fall auf den dritten Sitz der Maschine transportiert wurde, war es sehr praktisch, das Rad in die Einzelteile zerlegen zu können. 

Das ist das "S and S Machine´s Bicycle Torque"-System, kurz BTC genannt. Hier unten eingebaut in ein Santana-Tandem.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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