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Messebericht II von der Eurobike 99

Rund 80 Prozent der Deutschen besitzen ein Fahrrad. Kein Wunder, dass deshalb so mancher nach einem individuellen Gefährt Ausschau hält. Das Rad von Stange scheint ausgedient zu haben. Jedenfalls dann, wenn der Kunde auch bereit ist, mehr als 2000 Mark fürs neue Bike anzulegen. Immer mehr Hersteller bieten maßgeschneiderte Räder an, die regelrecht auf den Leib zugeschnitten werden. Die Computertechnik macht´s möglich. So werden passende Rahmengeometrien per Kamera ausgemessen. Die ideale Sitzhaltung errechnet und die gewünschten Komponenten ab Werk montiert. Damit warben jedenfalls auf der Fahrradmesse "Eurobike" in Friedrichshafen einige Anbieter. Wie weit sich diese Technik durchsetzen wird, hängt natürlich auch von der Innovationsbereitschaft des Fahrradeinzelhandels ab. Denn nur dort kann richtig beraten und gemessen werden.

Elektronik wird es in Zukunft auch mehr am Fahrrad geben. Shimano präsentierte eine Studie, bei der neben der Schaltung auch Bremsen und Dämpfer zukünftig per Elektronik gesteuert werden. Noch sitzt die meiste Elektronik allerdings am Lenker und nennt sich Tacho. Neuester Trend: mit integrierten Höhenmesser oder sogar mit Navigator.

Leider funktioniert dieser Minirechner, den "Ciclosport" erstmalig auf der Messe zeigte, nicht wie beim Auto. Der Computer hat also keine Verbindung zu einem Satelliten, wie beim GPS. Der optische Hinweis, den nächsten Schotterweg nach rechts zu nehmen, ist deshalb auf einem Chip gespeichert. 33 Touren sind derzeit verfügbar. Sie führen rund um den Gardasee.

Der klassische Reiseradler braucht allerdings noch mehr für eine gelungene Tour. Dazu gehört beispielsweise ein anständiger Sattel, der keine Nerven an den empfindlichen Stellen abdrückt. Eine neue Sattelform, die wie ein Knochen aussieht, hat "Specialized" im Programm. Die amerikanische Firma nennt das Sitzmöbel werbewirksam "Anti-Impotenz-Sattel". Bei Testfahrten, beispielsweise bei dem knochenharten Marathon von Trondheim nach Oslo in diesem Sommer, reduzierten sich die Rektionsstörungen der beteiligten und untersuchten Fahrer von 15 auf sieben Prozent. Die ersten Sättel sind bereits im Fachhandel erhältlich. Viel billiger als dauerhaft Viagara zu schlucken ist es allemal: denn der gefühlsechte Ritt beginnt mit 70 Mark. Frauen und Mountainbiker sollten sich noch ein wenig gedulden, ab dem kommenden Frühjahr gibt´s auch für sie die passenden Formen.

Ein ähnliches Ziel, wenn auch nicht ganz so aggressiv, verfolgt die Firma Sixt GmbH aus der Nähe von Stuttgart. Sie haben einen Sattel entwickelt, der zum Großteil aus Luft besteht. Den Air Seat kann man mit einer Luftpumpe aufpumpen. Die Satteloberfläche soll "keine technologisch bedingten Druckpunkte mehr aufweisen", heißt es in einer Studie der Uni Cottbus. Der Sattel kostet mit oder ohne Luft 80 Mark.

Etwas billiger, aber auch auf diese Idee muss man erst einmal kommen, ist ein Schutzblech fürs Mountainbike. Muddy heißt es und kostet knapp 20 Mark. Es ist nicht viel länger als zehn Zentimeter, dadurch extrem leicht und hält trotzdem das vom Hinterrad aufgewirbelte Schmutzwasser davor ab, sich seinen Weg zum Rücken des Fahrers zu bahnen. Der bekannte Streifen gehört damit der Vergangenheit an.

Ganz praktisch für die Unterhaltung ist auch eine Stereoanlage fürs Bike. Da es bekanntlich verboten ist, während des Radelns seine Ohren über Kopfhörer mit lauter Musik zu berieseln, hat die Firma "Sport-Garmisch" für den Fahrradhelm ein Visier mit kleinen Lautsprechern und eingebautem Radio entwickelt. Da kein direkter Ohrkontakt besteht, hat dem Sound-Visier auch der TÜV zugestimmt. Ein Anschluss für den Walkman wird mitgeliefert (80 Mark).

Reiseradler verzichten gerne auf die Musikberieselung unterwegs. Ihnen ist ein sicherer Transport wichtiger. Nur hat die Industrie bisher völlig verschlafen, dass auch Tourenbiker gerne ihre Knochen schonen und vollgefedert radeln möchten. Im Gegensatz zum Mountainbiker muss jedoch erheblich mehr Gepäck transportiert werden.

Erstmalig auf der Messe wurde deshalb ein Gepäckträger für eine gefederte Vorderradgabel gezeigt. Das vom Kölner Ingenieur Ulrich Artmann entwickelte Produkt ist mit einer eigenen Federung ausgestattet. Ähnliches wird auch demnächst die Darmstädter Firma Riese und Müller für ihr neues Reiserad "Delite black" anbieten.

Auch Paare können jetzt mit Komfort auf Reisen gehen. Bisher gab es nur wenige reisetaugliche und zugleich gefederte Tandems, mit denen man auch auf unbefestigten Wegen sich wohl fühlte. Der Reiserad-Spezialist Koga Miyata präsentierte ein vollgefedertes Tandem "Twin Traveller" mit einer bulligen Doppelbrückengabel und jeder Menge Flaschenhalter für knapp 6000 Mark.

Nicht ganz so teuer ist ein schönes Geschenk vielleicht zu Weihnachten. Ein Gürtel aus (ungefahrenen) Fahrradreifen, der in Handarbeit in Leipzig gefertigt wird. Die passende Gürtelschnalle kann man sich auch noch aussuchen, der Verkaufpreis soll bei etwa 60 Mark liegen

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