Ja, müssen es denn immer englische Begriffe sein? "Custom-Made Bikes". Maßrad ist doch ein viel besserer Begriff, der Herr lässt sich doch auch keinen Custom-Made-Suit anfertigen sondern einen Maßanzug. Womit wir auch schnell erklärt haben, worum es bei Maßrädern geht: individuell und passend. Was nicht passt, wird passend gemacht, könnte man auch meinen, denn auch beim "Costum-Made-Bike" gibt es verschiedenen Strategien, wieviel Indivualität erlaubt ist.

Utopia Costummade Foto:Utopia/pd-fEin Rad, bei dem man Sattel oder Lenker austauscht, würden wir noch nicht als Costum-Made-Bike bezeichnen. Schließlich gehört so etwas eigentlich in einem guten Fahrradladen zum Service. Doch wir schauen zu nächst auf die Herstellerseite. 

Hersteller von Costum-Made-Bikes bieten oft Konfigurationshilfen im Internet oder beim Händler an. Dann kann man sich dann durch schöne Fahrradwelt mit all seinen Komponenten klicken.  Doch nicht alle bieten auch eine so große Auswahl. Bei einigen Herstellern gibt es auch nur ein sehr enges Spektrum an Wahlmöglichkeiten. Da kann dann die Farbe ausgewählt werden (bei manchen Herstellern aus bis zu 250 Farbtypen), und Lenker und Sattel konfiguriert werden. 

Aufwändiger, schicker und viel mehr maßangefertigt ist die Variante, bei der lediglich der Rahmen feststeht (die Farbe läst sich freilich auch auswählen), alle weiteren Komponenten aus einer Vielzahl von Zubehörteilen ausgewählt werden kann. Soviel Auswahl hat natürlich ihren Preis, die Beratung beim Händler ist zeitintensiv, das Anfertigen des Rades oft Handarbeit. Durch eine Vielzahl von Komponenten, die vorgehalten werden muss, bekommt der Hersteller auch weniger gute Konditionen bei den Komponentenherstellern, als wenn er von einer Nabe oder Bremse, gleich 10.000 Stück abnimmt. 

Die Krönung der Maßanfertigung ist dann der auf den Leib zugeschnittene Rahmen. Hier wird es richtig teuer, und einer Rahmen kann dann schnell einige Tausend Euro kosten. Aber: Wer einmal auf einem Fahrrad gefahren ist, das für ihn oder sie gebaut worden ist, möchte nie wieder tauschen. Der Unterschied zum Rad von der Stange ist wie Tag und Nacht. 

Aber hier gilt wie beim Maßanzug: Der erste Anzug im Leben war sicherlich auch einer von der Stange, das maßangefertigte Stück gönnt man sich dann später im Leben. Das Customizing (um noch mal schnell einen schrecklichen Denglish-Begriff einzuführen) wird heute für sehr viele Radtypen angeboten. Aber natürlich ist es vor allem im Rennrad-, Mountainbike- und Reiseradbereich ein Thema. Das Citybike kommt dann doch eher von der Stange (oder besser gesagt vom Haken). 

Ein günstiges Maßrad kostet etwa 1000 Euro, aber auch 5000 Euro sind kein Problem. Über den Daumen gepeilt muss man mit einem um etwa 15 Prozent höheren Preis rechnen. 

Maßanfertigungen bieten mittlerweile viele Händler an. Einige als Zusatzoption, andere, wie beispielsweise Utopia ausschließlich. Utopia hat dieser Konzept bereits vor 25 Jahren eingeführt. Da solche ein Geschäft auch beratungsintensiv ist, gibt die Firma auch jährlich ein Magazin heraus, mit dem sich auch der Laie schlau machen kann, was der Markt an technischen Möglichkeiten hergeht. Das Heft kann man sich ganz leicht als pdf herunterladen. 

Hier findet Du eine Übersicht über Costum-Made-Hersteller

 

 

 

Diese Liste erhebt einen Anspruch auf Vollständigkeit, das Custom-Made-Bikes durchaus ein Trend sind, springen auch immer mehr Hersteller (oder auch einzelne Fahrradhändler) mit auf den Zug.

Brompton

Hersteller von Falträdern, ab 900 Euro

www.brompton.de

Contura

City-, Trekking-, Reise-, Cross- und Rennräder, Farb- und Antriebswahl, ab 800 Euro

www.contoura.de

Estelle

E-Bikes und Pedelecs der Firma Heinzmann, ab 1800 Euro

www.estelle.de

Hai Bike (Winora-Staiger)

Hai Bike heißt das Wunschkinderprogramm für Mountainbikes und Rennräder. Sinus nennt sich das ähnliche Programm für Trekking-, Reise und Sporträder (s.u.), ab 800 Euro

 www.haibike.de

HP Velotechnik

Hersteller von Liegerädern, Optionen vor allem im Ausstattungsbereich, ab 1500 Euro

www.hpvelotechnik.com

Koga Signature

Programm von Koga Miyata. Signature heißt es deshalb, weil individuelle Schriftzüge möglich sind. Angeboten werden vor allem Trekkingradmodelle, ab 1000 Euro

www.koga-signature.com

Maxcycles

6000 Variante sind laut Hersteller möglich, aber im Grundprogramm nur wenige (drei) Farben. Andere Farben kosten 200 Euro Aufpreis. Trekking- City- und E-Bikes, ab 500 Euro

www.maxcycles.com

Maxx

ATB, MTB, Trekking, Pedelec und Rennräder,  umfangreicher Konfiguator im Internet, ab 1000 Euro

www.maxx.de

Patria

ATB, Trekking- Touren- und Sporträder, aber auch XXL-Räder und Kinderräder, handgelötete Stahlrahmen, 18 Farben, ab 800 Euro

www.patria.de

Red Bull

Marke vom Rose Versand, mit dem Angebot eines Versenders im Hintergrund, großer Baukasten möglich. Ab 1000 Euro

www.roseversand.de

Rotor

vor allem MTB und Reiseräder (aber auch Tandem oder Kinderräder), Marke von Generator Radsport, spezialisiert auf Rohloff-Einbau, große Farbauswahl, ab 800 Euro

www.generator-radsport.de

Simplon

breite Palette, dafür kleine Auswahl bei Komponenten und Farben, wirbt dafür mit kurzer Lieferzeit, ab 1000 Euro

www.simplon.de

Sinus

Die andere Marke von Winora-Staiger (siehe Haibikes), 12 Alurahmen für City-, Trekking-, Reise und Sportrad, Beschriftung von Kundennamen möglich, aber 1000 Euro

www.sinus-fahrrad.de

Steppenwolf

breite Palette, ab 700 Euro

www.steppenwolf-bikes.com

Stevens

MTB, Renn- und Crossräder,wenig Farben, ab 1300 Euro

www.stevensbike.com

Utopia

ausschließlich Custom-Made-Bikes und das seit über 25 Jahren, die Palette reicht von City- Reise-, Trekking, über Falt- und Liegerädern bis hin zu XXL-Bikes, ab 1500 Euro

www.utopia-velo.de

 Velo de Ville

auch schon seit 25 Jahren am Markt, Reise-, Trekking-, Stadt-, und Crossräder, aber wenig Farbauswahl

www.velo-de-ville.de

Velotraum

vom XS-Rad bis zum XXL-Boliden, dazwischen Kinderräder, Falträder und Tandems (neben den Standardrädermodelle), ab 1100 Euro

 

 

 
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